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Inkassokosten

Stand: 23.03.2016

Wenn man eine Rechnung nicht bezahlt, bekommt man sehr schnell Post von einem Inkassounternehmen, welches beauftragt wurde, die Forderung einzutreiben. Diese Unternehmen machen dann neben der Hauptforderung - der ursprünglichen Forderung (Rechnung) - noch Inkassokosten geltend. Hierdurch wird die Gesamtsumme der Forderung häufig sehr beträchtlich erhöht.

Leider gibt es sehr unterschiedliche Rechtsprechung zur Zulässigkeit der und Höhe der angemessenen Inkassokosten. Man unterscheidet grundsätzlich zwei Fälle:

1. Die Hauptforderung ist berechtigt und man kann einfach nicht eher zahlen: Inkassokosten sind zulässig, dürfen jedoch der Höhe nach die entsprechenden Rechtsanwaltsgebühren nicht überschreiten. (OLG Dresden, Urt. v. 04.04.1995 - 13 U 1515/93)

2. Die Forderung wird von Anfang an bestritten: in diesem Fall werden keine Inkassokosten geschuldet, sondern im Falle des Unterliegens Anwaltskosten.

Zur Erstattungsfähigkeit von Inkassokosten hat das BVerfG eine Entscheidung getroffen (siehe 1 BvR 1012/11). Ein Tipp: Wenn Sie gegenüber dem Gläubiger klar machen, dass Sie erst nach einem Urteil zahlen werden und auf keinen Fall von einem Inkassobüro zur Zahlung bewegt werden können, werden in der Regel die Inkassokosten seitens der Gerichte nicht anerkannt, weil die Beauftragung des Inkassounternehmens von vornherein für den Gläubiger als nutzlos erkennbar war.

Inkassokosten

Übersicht: Diese Inkassokosten darf ein Gläubiger oder ein Inkassobüro erheben

Zulässige Inkassokosten:

  • Inkassogebühren dürfen nicht die Kosten überschreiben, die ein Rechtsanwalt für die Forderungseintreibung verlangt hätte. Inkassounternehmen haben sich daher am Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) zu orientieren.

  • Schreib- oder Portoauslagen des Inkassobüros dürfen maximal 20 % der Inkassokosten und höchstens 20 Euro betragen.

  • Zinsen auf die Hauptforderung, wobei der Zinsbeginn hierbei nicht vor dem Tag liegen darf, der auf den Zugang der ersten Mahnung des Gläubigers folgt.

  • Adressermittlungskosten sind bei Nachweis über die Höhe zulässig.

  • Bankrücklastschriftkosten sind bei Nachweis über die Höhe zulässig.

  • Vollstreckungskosten
    Leitet ein Inkassobüro Vollstreckungsmaßnahmen gegen den Schuldner ein, hat dieser die dafür anfallenden Kosten zu tragen.

  • Mahn- und Vollstreckungsbescheid
    Erwirkt ein Inkassobüro gegen den Schuldner einen Mahn- und Vollstreckungsbescheid ein, kann es Kosten nur bis 25 Euro verlangen.

Bedingt zulässige Inkassogebühren:

  • Vergleichsgebühren und Ratenzahlungsgebühren sind nur zulässig, wenn der Schuldner diesen ausdrücklich zustimmt. Die Überweisung eines Teilbetrags der Forderung ist keine automatische Zustimmung dafür.

  • Rechtsanwaltskosten können nur verlangt werden, wenn alle anderen vorher verlangten vorgerichtlichen Inkassokosten entfallen.

  • Zustellungskosten entstehen einem Inkassounternehmen Kosten durch die Zustellung eines Gerichtsvollziehers, sind diese Kosten bei Nachweis über die Höhe zulässig

Unzulässige Inkassogebühren:

  • Kontoführungsgebühren müssen nicht bezahlt werden.

  • Telefongebühren darf ein Inkassounternehmen grundsätzlich nicht verlangen – weder pauschal noch pro Anruf.


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