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Mindestlohn: Wie viel Geld steht Ihnen zu?

Author Autor: Redaktion Deutsche Anwaltshotline AG / 16.05.2018
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Seit der Einführung des Mindestlohngesetzes 2015 gilt in Deutschland ein flächendeckender Mindestlohn – zum ersten Mal überhaupt. 2017 hob die Bundesregierung den Mindestlohn auf 8,84 Euro pro Stunde an. Mit der nächsten Erhöhung ist 2019 zu rechnen. Alles, was Sie zum Mindestlohn wissen müssen, finden Sie hier.

Das wichtigste zum Mindestlohn

Gesetzlicher Mindestlohn: Der Mindestlohn ist im Mindestlohngesetz festgeschrieben und garantiert.

Aktueller Mindestlohn: Aktuell gilt ein Mindestlohn von 8,84 Euro. Mit einer Erhöhung ist 2019 wieder zu rechnen.

Mindestlohn Ausnahmen: Auszubildende und Minderjährige erhalten prinzipiell keinen gesetzlichen Mindestlohn.

Das Mindestlohngesetz

Das Mindestlohngesetz garantiert fast jedem Arbeitnehmer einen Mindestverdienst von 8,84 Euro pro Stunde. Es regelt die Höhe des Mindestlohns und verpflichtet Arbeitgeber, diesen auch einzuhalten. Außerdem bestimmt es, dass Die Zollverwaltung dafür für die Überprüfung zuständig ist, dass der Mindestlohn auch eingehalten wird. Stellt sie fest, dass ein Arbeitgeber gegen das Mindestlohngesetz verstößt, drohen ihm empfindliche Bußgelder bis zu 500.000 Euro.

Für die Erhöhung des Mindestlohns ist die Mindestlohnkommission (MLK) zuständig. Diese überprüft in Zusammenarbeit mit je drei Gewerkschafts- und Arbeitgebervertretern und mit zwei Wissenschaftlern alle zwei Jahre, ob der Mindestlohn angepasst werden sollte oder nicht. Diese Vorschläge reicht die Kommission dann bei der Bundesregierung ein – das Mindestlohngesetz sieht das so vor. Die Bundesregierung ist an diesen Vorschlag allerdings nicht gebunden. Da der letzte Vorschlag zur Mindestlohnerhöhung im Juni 2016 erfolgte, ist 2018 wieder damit zu rechnen. Sollte sich der Vorschlag durchsetzen, werden die Mindestlöhne also 2019 wieder angehoben.

Gut zu wissen: Es ist dem Arbeitgeber nicht erlaubt, Teile des Mindestlohns in Naturalien, Gutscheinen oder ähnlichen „Vergütungen“ auszuzahlen. Auch ist es nicht erlaubt, Trinkgelder an den Mindestlohn anzurechnen.

Doppelt gut zu wissen: Sie können Mindestlohnansprüche drei Jahre lang rückwirkend geltend machen. Das bedeutet, dass vereinbarte Ausschlussfristen, die den Mindestlohn zu Beginn einmal unterwandert haben, ungültig sind. Sie können sich also drei Jahre lang rückwirkend Ihre Stunden nach damaligem Mindestlohn vergüten lassen

Wer bekommt den Mindestlohn?

Jede Arbeitnehmerin und jeder Arbeitnehmer bekommt in Deutschland den Mindestlohn – zumindest fast. Es gibt auch Ausnahmen, die Sie weiter unten im Text finden und für die eigene Regelungen gelten. Von diesen einmal abgesehen muss jede Arbeitsstunde, die in Deutschland verrichtet wird, mit mindestens 8,84 Euro vergütet werden. Je nach Branche, in der Sie arbeiten, kann dieser aber auch höher sein. Die wichtigsten Regelungen für Angestellte in Deutschland finden Sie hier.

Der Branchenmindestlohn: Was gilt für Sie in welcher Branche?

In einigen Branchen erhalten Sie einen höheren Mindestlohn. Zudem ist dieser in den alten Bundesländern etwas höher als in den neuen. Das begründet der Gesetzgeber vor allem mit den höheren Lebenshaltungskosten in Westdeutschland. Dass es z. B. in der Pflegebranche oder der Gebäudereinigung höhere Mindestlöhne gibt, liegt an den gültigen Tarifverträgen. Denn die dort festgelegten Gehaltsregelungen wiegen schwerer als die gesetzlichen Vorgaben. Nur unterschreiten dürfen Sie den gesetzlichen Mindestlohn nicht.

Für welche Branchen welche Mindestlöhne gelten, sehen Sie hier.

Aus- und Weiterbildung:

Befinden Sie sich in einer Weiterbildungsmaßnahme erhalten Sie bundesweit mindesten 15,26 Euro pro Stunde.

Baugewerbe:

Sind Sie im Baugewerbe tätig, so verdienen Sie abhängig von Ihrer Qualifikation und Ihrem Arbeitsort einen unterschiedlichen Mindestlohn. Bundesweit verdienen Sie hier als Helfer 11,75 Euro und ab 2019 dann 12,20 Euro pro Stunde. Fachkräfte erhalten aktuell 14,95 Euro und ab 2019 15,20 Euro – allerdings nur im Westen. In Berlin beträgt dieser Mindestlohn 2018 noch 14,80 Euro. Er wird 2019 auf 15,05 Euro pro Stunde angehoben. Im Osten wird ihnen kein erhöhter Mindestlohn gezahlt.

Dachdeckerhandwerk:

Ungelernte Arbeiter erhalten im Dachdeckerhandwerk bundesweit einen Mindestlohn von 12,20 Euro in der Stunde. Gesellen erhalten aktuell 12,90 Euro und ab 2019 dann 13,20 Euro pro Stunde.

Elektrohandwerk:

In der Montage erhalten Sie hier in ganz Deutschland ab 2018 10,95 Euro Mindestlohn. 2019 wird dieser auf 11,40 Euro erhöht.

Fleischwirtschaft:

Seit Februar 2018 erhalten Sie hier bundeseinheitlich einen Mindestlohn von 9 Euro pro Stunde. Eine Erhöhung 2019 ist derzeit nicht bekannt.

Land- und Forstwirtschaft:

Bundeseinheitlich erhalten Sie hier einen Mindestlohn von 9,10 Euro pro Stunde.

Gebäudereinigung:

Hier unterscheidet sich der Mindestlohn, je nach dem wo Sie in Deutschland arbeiten und was Sie genau tun. Für die Innen- und Unterhaltsreinigung erhalten Sie ab 2018 einen Mindestlohn von 10,30 im Westen sowie in Berlin und 9,55 Euro im Osten. Für die Glas- und Fassadenreinigung erhalten Sie überall etwas mehr. Nämlich 13,55 Euro im Westen sowie Berlin und 12,18 Euro im Osten Geld- und Wertdienste: Hier kommt es darauf an, ob Sie im Geld- und Werttransport oder in der Geldbearbeitung arbeiten. Hier variieren die Branchenmindestlöhne zwischen 10,38 und 16,53 Euro in der Stunde.

Gerüstbauhandwerk:

Bundeseinheitlich erhalten Sie in dieser Branche 11 Euro pro Stunde.

Maler- und Lackiererhandwerk:

Ab Mai 2018 erhalten Sie in dieser Branche als ungelernte Arbeitskraft bundesweit 10,55 Euro pro Stunde. Gesellen erhalten im Westen und in Berlin 13,30 Euro, im Osten Deutschlands 12,40 Euro.

Pflegebranche:

Seit Januar 2018 erhalten Sie hier 10,55 Euro im Westen und in Berlin und 10,05 im Osten. 2019 wird dieser Mindestlohn noch einmal angehoben. In Westdeutschland und Berlin erhalten Sie dann 11,05 Euro und im Osten 10,55 Euro pro Stunde.

Schornsteinfegerhandwerk:

Bundesweit erhalten Sie als Schornsteinfeger einen Mindestlohn von 12,95 Euro.

Steinmetz- und Steinhauerhandwerk:

In dieser Branche können Sie ab Mai 2018 bundeseinheitlich mit einem Mindestlohn von 11,40 Euro rechnen.

Textil- und Bekleidungsindustrie:

Der Branchenmindestlohn ist hier exakt so hoch, wie der gesetzliche – nämlich 8,84 Euro pro Stunde. Wäschereidienstleistungen im Objektgeschäft: Auch hier ist der Branchenmindestlohn so hoch wie der gesetzliche. Er beträgt somit ebenfalls 8,84 Euro in der Stunde.

Gut zu wissen: Für den gesetzlichen Mindestlohn existieren aber auch Ausnahmen, die Sie weiter unten im Text finden. Diese gelten aber nicht für den tariflich ausgehandelten Mindestlohn. Also auch für Minderjährige und Langzeitarbeitslose kann in gewissen Branchen der Mindestlohn gelten. Hier lohnt sich ein Blick in den für Sie gültigen Tarifvertrag.

Mindestlohn im Minijob: Was müssen Sie beachten?

Den gesetzlichen Mindestlohn von 8,84 Euro pro Stunde erhalten Sie auch, wenn Sie in einen Minijob haben. Wie hoch dieser ist, kann ebenso wie bei einem regulären Arbeitsverhältnis je nach Branche oder Bundesland variieren. Für Sie persönlich ist der Mindestlohn per se erst einmal positiv, da er Ihnen einen gewissen Stundenlohn garantiert.

Ihr Arbeitgeber muss laut § 17 des Mindestlohngesetzes den Beginn, die Dauer und das Ende Ihrer Arbeitszeit dokumentieren – und zwar jeden Tag. Denn so schließt der Gesetzgeber aus, dass Ihr Arbeitgeber Sie wegen des höheren Stundenverdiensts länger arbeiten lässt und die Überstunden einfach nicht vergütet. Diese Aufzeichnungen muss der Arbeitgeber dann mindestens zwei Jahre lang aufbewahren.

Gut zu wissen: Sie erhalten Dank des gesetzlichen Mindestlohns nun eventuell mehr Geld in der Stunde, müssen allerdings aufpassen, dass Sie insgesamt nicht über die 450-Euro-Grenze kommen. Denn dann drohen Ihnen steuerliche Abzüge.

Mindestlohn Zeitarbeit: Was Sie mindestens verdienen müssen

Auch wenn Sie in Leiharbeit beschäftigt sind, steht Ihnen ein gesetzlicher Mindestlohn zu – und zwar egal in welcher Entgeltgruppe Sie arbeiten. Leiharbeit und Zeitarbeit werden im Volksmund häufig gleichgesetzt, de facto gibt es beim Mindestlohn auch tatsächlich keine Unterschiede. Denn nach §§ 9 und 10 Arbeitnehmerüberlassungsgesetz darf ein Leiharbeiter nicht schlechter behandelt werden, als ein vergleichbar beschäftigter Festangestellter. Das gilt natürlich auch beim Lohn. Also gilt auch für Leih- oder Zeitarbeiter der gesetzliche Mindestlohn von 8,84 Euro.

Allerdings gibt es gerade bei der Leih- und Zeitarbeit Tarifverträge, die den Mindestlohn anders regeln. Zum Beispiel, wenn es um die Verdienste in West- oder Ostdeutschland geht. Hier gibt es in der Leih- und Zeitarbeit nach wie vor Abweichungen. Eine komplette Angleichung der Mindestlöhne ist für 2021 geplant. Den gesetzlichen Mindestlohn dürfen Tarifverträge allerdings nicht unterschreiten. Es ist aber möglich, dass der Mindestlohn bzw. die Angleichung an vergleichbare Festangestellte nicht vom ersten Tag an verpflichtend ist. Hier lohnt sich ein Blick in den für Sie und Ihre Branche geltenden Tarifvertrag.

Alles was Sie sonst noch zu diesem Thema wissen müssen, finden Sie in unserem weiterführenden Artikel Lohn und Gehalt in der Zeitarbeit.

Gastronomie und Co: Ihr Mindestlohn als Aushilfe

Kurz und knapp: Auch wenn Sie als Aushilfe beschäftigt sind, erhalten Sie mindestens 8,84 Euro in der Stunde. Egal in welcher Branche Sie dabei arbeiten. Dabei müssen Sie aber aufpassen, denn häufig arbeiten Sie als Aushilfe auf 450-Euro-Basis. Das bedeutet also, dass Sie Ihre Stundenanzahl im Auge behalten sollten, um nicht über diese Grenze zu kommen, da Sie sonst steuerpflichtig werden.

Gerade in der Gastronomie stellt sich häufig die Frage nach dem Mindestlohn. Diesen darf der Arbeitgeber auch nicht mit Trinkgeldern, einem Essen oder Getränken verrechnen. Er ist außerdem in der Pflicht nachzuweisen, dass er Ihnen den Mindestlohn bezahlt hat. Denn da es sich bei einer Aushilfstätigkeit in der Gastronomie häufig um einen Minijob handelt, gelten hier dieselben Regeln, wie für andere Branchen. Tut er dies nicht, handelt es sich um Betrug und er muss im schlimmsten Fall bis zu 500.000 Euro Strafe bezahlen.

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Welche Ausnahmen vom Mindestlohn gibt es?

Allerdings ist der Mindestlohn nicht so flächendeckend, wie es den Anschein hat. Denn es gibt viele Ausnahmen und Unterschiede in der Ausgestaltung. Welcher Mindestlohn für Sie gilt, lesen Sie hier.

Kein Mindestlohn im Praktikum?

Das Praktikum ist ein Teil der Berufswelt, bei dem der flächendeckende Mindestlohn nicht zum Tragen kommt. Denn damit Sie auch während des Praktikums den Mindestlohn erhalten gelten bestimmte Regelungen. Dabei sind zunächst zwei Arten von Praktika zu unterscheiden. Nämlich das Pflichtpraktikum und das freiwillige Praktikum.

Anspruch auf den Mindestlohn haben Sie nur, wenn es sich bei Ihrem Praktikum um ein freiwilliges Praktikum handelt. Während eines Praxissemesters im Rahmen des Studiums oder eines Schnupperpraktikums in der Schule erhalten Sie also keinen Mindestlohn. Außerdem haben nur volljährige Praktikanten Anspruch auf den Mindestlohn.

Gut zu wissen: Bei der Bedingung der Volljährigkeit gibt es eine Ausnahme. Nämlich wenn Sie noch unter 18 sind und bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen haben. In diesem Fall haben Sie für alle nachfolgenden Praktika einen Anspruch auf Mindestlohn in Höhe von 8,84 Euro pro Stunde.

Aber auch wenn es sich um ein freiwilliges Praktikum handelt, haben Sie nicht automatisch einen Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn. Das Praktikum muss dafür nämlich mindestens drei Monate dauern. Dabei ist die tägliche Arbeitszeit aber nicht von Belang.

Bekomme ich den Mindestlohn in der Ausbildung?

Die schlechte Nachricht für alle Azubis in Deutschland: Es gibt keinen Anspruch auf Mindestlohn. Denn es handelt sich laut Gesetz während der Ausbildung nicht um ein Gehalt oder Lohn sondern um eine sogenannte Ausbildungsvergütung. Auch widerspricht der Ausbildungsgedanke dem des Mindestlohns. Dieser dient nämlich zur Sicherung der Lebenshaltungskosten. Während der Ausbildung steht aber das Lernen im Vordergrund und nicht der Verdienst. Auch Schulabgänger, die noch keine Ausbildung angefangen haben und sich in einer Berufsvorbereitenden Maßnahme befinden, haben keinen Anspruch auf den Mindestlohn während dieser Zeit. Was Sie zu Lohn und Gehalt in der Ausbildung sonst noch wissen müssen, erfahren Sie in unserem weiterführenden Artikel Ausbildungsvergütung.

Gut zu wissen: Meistens haben Auszubildende während ihrer Berufsausbildung noch einen Anspruch auf Kindergeld. So kommt immerhin noch etwas mehr Geld in die Kasse, als nur die Ausbildungsvergütung.

Welche Ausnahmeregelung gibt es für Langzeitarbeitslose?

Wer länger als ein Jahr bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet war, gilt als langzeitarbeitslos. Finden Sie innerhalb dieses Jahres wieder einen Job, ist das für Ihren Anspruch auf Mindestlohn kein Problem. Denn wer innerhalb eines Jahres wieder anfängt zu arbeiten, bekommt 8,84 Euro in der Stunde.

Die Sache sieht aber anders aus, wenn Sie erst nach einem Jahr wieder in den Beruf einsteigen – somit also langzeitarbeitslos waren. Denn das bedeutet, dass sie zunächst keinen Anspruch auf Mindestlohn haben. Das soll Arbeitgeber motivieren auch Menschen, die länger nicht im Beruf waren, einzustellen. Arbeiten Sie allerdings länger als sechs Monate für Ihren neuen Arbeitgeber, erhalten Sie Ihren Anspruch auf Mindestlohn wieder. Das bedeutet, Ihr Gehalt wird – wenn überhaupt noch nötig – auf den Mindestlohn angehoben.

Sonderfall Saisonarbeit: Was gilt hier?

Zwar schreibt das Mindestlohngesetz vor, dass der Mindestlohn nicht im Rahmen von Naturalien – also Essen, Getränke oder beispielsweise Gutscheine – ausbezahlt werden darf. Das trifft auf Saisonarbeiter allerdings nur bedingt zu. Denn hier existiert der einmalige Sonderfall, nach dem Arbeitgeber Kost und Logis ihrer Mitarbeiter mit dem Mindestlohn verrechnen dürfen.



Ein Beispiel:

Sie arbeiten als Erntehelfer und Ihr Arbeitgeber stellt Ihnen eine Unterkunft zur Verfügung, die ihn 10 Euro täglich kostet. Sie arbeiten den ganzen Mai acht Stunden täglich – 2018 sind das 19 Arbeitstage. Sie erhalten also für Ihren Arbeitseinsatz bei Mindestlohn 1.343,68 Euro brutto. Da Ihr Arbeitgeber diesen Lohn aber mit den Kosten für Logis verrechnen darf, zieht er Ihnen 310 Euro vom Lohn ab. Sie erhalten also für einen Monat Saisonarbeit in diesem Fall 1.033,68 Euro brutto.



Mindestlohnrechner: So berechnen Sie Ihr Gehalt

Um Ihren Mindestlohn zu berechnen, sollten Sie zuerst ein paar Informationen zusammentragen. Wichtig ist nämlich, ob es sich um ein verstetigtes Monatsgehalt handelt oder um ein eine tatsächliche Lohnzahlung nach Stunden.

Bei einem verstetigten Gehalt fließen Überstunden und tatsächlich geleistete Arbeitsstunden nicht in die Berechnung mit ein. Das führt dazu, dass Sie in einem Monat mit weniger Arbeitstagen den Mindestlohn erhalten, bei mehr Arbeitstagen im Monat allerdings darunter fallen. Der Gesetzgeber akzeptiert allerdings als Grundlage der Berechnung ein verstetigtes Monatsgehalt. Das bedeutet, dass Sie bei einer 40-Stunden-Woche durchschnittlich mindestens 18.386,88 Euro im Jahr brutto erhalten müssen, da sonst der gesetzliche Mindestlohn pro Stunde unterschritten wäre. Es ist Sache Ihres Arbeitgebers dafür zu sorgen, dass Sie den gesetzlichen Mindestlohn auch tatsächlich erhalten.

Um Ihre monatlichen Arbeitsstunden zu berechnen, ist folgende Rechnung allgemein akzeptiert und anerkannt:

Wöchentliche Stunden x Wochenfaktor

Für den Wochenfaktor werden einfach die 52 Wochen eines Jahres durch die zwölf Monate eines Jahres geteilt. Durch die Berücksichtigung der Schaltjahre beträgt diese Zahl offiziell 4,35.

Bei einer 38,5-Stunden-Woche ergibt sich hier beispielweise eine monatliche Stundenzahl von 167,48 Stunden. Das bedeutet Sie müssen monatlich mindestens

8,84 Euro pro Stunde x 167,48 Stunden

verdienen, um auf den Mindestlohn zu kommen, also 1.480,48 Euro.

Gut zu wissen: Zuschläge sind grundsätzlich als Bestandteile des Mindestlohns anzuerkennen. Das bedeutet, Sie erhalten beispielsweise bei Nachtarbeit auch inklusive Zuschläge nur 8,84 Euro pro Stunde.

Natürlich können Sie diese Berechnung auch andersherum anstellen. Angenommen Sie arbeiten 40 Stunden pro Woche und erhalten dafür 1.700 Euro brutto monatlich: Was denken Sie? Fallen Sie unter den gesetzlichen Mindestlohn oder nicht?

Mithilfe der oben genannten Rechnung lässt sich erkennen, dass Sie 174 Stunden pro Monat arbeiten. Nun müssen Sie nur noch Ihr Bruttoeinkommen durch die geleisteten Stunden teilen.

1.700 Euro pro Monat/ 174 Stunden

Sie erhalten also 9,77 Euro in der Stunde und somit mehr als den gesetzlichen Mindestlohn.

Der Mindestlohn ist immer wieder ein Streitthema zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Nur wenn Sie Ihre Rechte kennen, können Sie diese überzeugend einfordern. Eine Rechtsberatung am Telefon oder per E-Mail kann hier die Fragen im Einzelfall schnell und unkompliziert klären. Die selbstständigen Kooperationsanwälte der Deutschen Anwaltshotline helfen Ihnen gerne weiter.

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