Der direkte Draht zum Anwalt:
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00 Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen.

Zwangsversteigerte Immobilie erworben - wann muss die ehem. Eigentümerin ausziehen ?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Marc N. Wandt
Stand: 31.01.2011

Frage:

Worauf muss ich achten, wenn ich eine Immobilie im Zwangsversteigerungsverfahren erwerbe, in der die derzeitige Eigentümerin/Schuldnerin noch wohnt. Stimmt es, dass es meine Pflicht als neuer Eigentümer wäre, der Dame schriftlich eine Frist von 6-8 Wochen zu geben, um das Haus zu verlassen? Was passiert, wenn sie das Haus nach dieser Frist noch nicht verlassen hat? Gibt es Gründe, z.B. Krankheit, Suizidgefahr etc, die eine Zwangsvollstreckung unmöglich machen würden? Welche Rechte/Möglichkeiten hätte ich als neuer Eigentümer in solch einer Situation?

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-21
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

Antwort:

Sehr geehrte Mandantin,

Grundsätzlich gehen mit dem Zuschlag sämtliche Rechte und Pflichten als Eigentümer auf den Ersteher, also Sie, über. Dies bedeutet, dass Sie ab diesem Zeitpunkt berechtigt sind, nach Ihrem Gusto über die Immobilie zu verfügen. Nicht erforderlich ist zunächst die Vornahme der Eintragung Ihrer Person in das Grundbuch. Diese kann auch noch zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Wohnt die ehemalige Eigentümerin noch in dem Objekt, so können Sie von Ihr die sofortige Räumung und Herausgabe der Immobilie an Sie verlangen. Bereits aus praktikablen Erwägungen heraus ist ihr jedoch für die Räumung eine angemessene Frist zu setzen. Die Länge der Frist ist nirgends gesetzlich geregelt und richtet sich nach den Umständen des Einzelfalls. Für eine normale Wohnung bspw. sollte die Frist 2-4 Wochen betragen, bei einem Haus entsprechend länger. 

Insoweit sollte nach Erhalt des Zuschlags die ehem. Eigentümerin nachweislich zur Räumung aufgefordert werden. Dies also schriftlich und dokumentiert zugestellt. Am sichersten ist die Zustellung über den Gerichtsvollzieher, notfalls reicht jedoch auch ein Einschreiben.

Räumt die Dame binnen der Frist die Immobilie indes nicht, so müssen Sie den Gerichtsvollzieher mit der Zwangsräumung beauftragen. Der Zuschlagsbeschluss des Amtsgerichts wirkt insoweit als Vollstreckungstitel. Sie müssen also nicht noch Räumungsklage vor dem Amtsgericht erheben. Mit der vollstreckbaren Ausfertigung des Zuschlagsbeschlusses kann sodann der Gerichtsvollzieher die Räumung betreiben und Ihnen den Besitz an der Immobilie einräumen.

Diese Vorgehensweise ist, bei fehlender Räumungsbereitschaft durch die ehem. Eigentümerin, zwingend erforderlich. Keinesfalls darf eine Räumung durch Sie selber durchgeführt werden. Dies würde gleich mehrere Straftatbestände verwirklichen.

Der Räumungstermin würde der ehemaligen Eigentümerin sodann 2 Wochen vorher vom Gerichtsvollzieher angekündigt. Hiergegen kann diese dann versuchen, Vollstreckungsschutz zu erlangen. Dieser würde jedoch nur dann bewilligt, wenn die Räumung für die Schuldnerin eine unzumutbare Härte darstellen würde. Die Hürden hierfür sind sehr hoch. Dies bereits daher, weil im Regelfall eine Gefahr für
Leib und Leben dargetan werden muss (vgl. BGH, NJW 2006, 508; BGH, Beschl. v. 14.06.2007, Az.: V ZB 28/07).

Zwar kann in Einzelfällen Suizidgefahr durchaus als besondere Härte ausgelegt werden. Die Gefahr muss jedoch ärztlich nachgewiesen werden und führte auch nur dazu, dass der Schuldnerin eine längere Räumungsfrist einzuräumen wäre. Ein dauerhaftes Verbleiben in der Immobilie kann hiermit nicht erreicht werden. Außerdem reicht Suizidgefahr allein in den wenigsten Fällen aus, die Zwangsvollstreckung zunächst einzustellen. Vielmehr ist am konkreten Einzelfall eine Interessenabwägung zwischen dem Grundrecht des Schuldners aus Art. 2 GG und den Rechten des Erstehers auf Eigentumsschutz aus Art. 14 GG und wirksamen Rechtsschutz gem. Art. 19 Abs. 4 GG vorzunehmen (vgl. BGH, a.a.O.).

In den wenigsten Fällen wird der Schuldner die Anforderung an die Darlegungslast erfüllen können, so dass es dann auch zur Räumung durch den Gerichtsvollzieher kommt.



Interessante Fälle aus der E-Mail-Rechtsberatung zu Aktiengewinne

Abfindung an den verstorbenen Mann nach der Fünftelregelung zu versteuern? | Stand: 10.07.2015

FRAGE: Meine Mann hat mit seinem Arbeitgeber einen Aufhebungsvertrag zum 30.09.2015 geschlossen. Bestandteil war eine Summe für entgehendes Einkommen. Außerdem wurde die Vererbbarkeit nach Vertragsabschlus...

ANTWORT: Ja. Obwohl Sie nicht selbst dieses Arbeitseinkommen erzielt haben, sondern Ihr verstorbener Mann, dürfen Sie eine Abfindung im Jahr des Zuflusses nach der Fünftelregelung versteuern. Jedenfall ...weiter lesen

Duldung einer Überbauung der Nachbarin | Stand: 29.07.2013

FRAGE: Meine Nachbarin lässt ihr Flachdach erneuern. Eingeschlossen ist eine thermische Isolierung der umlaufenden Attika. Da das Nachbarhaus auf der Grundstücksgrenze steht, würde die Isolierun...

ANTWORT: Frage: Das bedeutet wohl, dass ich die Überbauung wohl nicht dulden muss. Um das Verhältnis zur Nachbarin nicht zu belasten (die Handwerker sind schon zugange), ist die Frage, ob eine formlos ...weiter lesen

Haftung von Steuerberater bei fehlerhaften Beratung | Stand: 07.04.2013

FRAGE: Ich hatte in 2011 eine Betriebsprüfung meines Ein-Mann-Betriebes. Ich stellte auf einer computergesteuerten Fräsmaschine besondere Metallteile her. Die Steuererklärungen überließ...

ANTWORT: Im Kern geht es bei Ihrer Anfrage um die Möglichkeit, den Sie über mehrere Jahre in betreuenden Steuerberater für die nach Ihrer Auffassung unzureichende bzw. falsche Beratungsleistung un ...weiter lesen

Mobbing in der Schule - psychische Belastung | Stand: 16.01.2012

FRAGE: Mein Sohn besucht mit 11 Jahren die siebte Klasse eines Hamburger Gymnasiums. Er wird von Schülern aufgrund seines Alters gemobbt, Lehrer unterstützen dies teilweise durch peinlich Stigmatisierungsversuche...

ANTWORT: Ein Anspruch auf Veröffentlichung des Klassenspiegels besteht leider nicht, abgesehen von der Frage, ob dieser wirklich ausagekräftig sein kann. Die Erstellung eines solchen liegt im Ermesse ...weiter lesen

Mietminderung wegen Wasserrohrbruch | Stand: 01.07.2011

FRAGE: Ich möchte nachfragen ob und wenn ja in welcher Höhe eine Kürzung der Miete (Unsere Miete für das Hinterhaus beläuft sich auf 790.00 €) in Betracht käme. Die Fakten:A...

ANTWORT: Sehr geehrter Mandant,Fragestellung: Ich möchte nachfragen ob und wenn ja in welcher Höhe eine Kürzung der Miete (Unsere Miete für das Hinterhaus beläuft sich auf 790.00 € ...weiter lesen

Konsequenzen nach einer unbedachten Ohrfeige | Stand: 13.09.2010

FRAGE: Leider habe ich einen ehemaligen Freund im Affekt geohrfeigt und ihm ein Glas Apfelschorle ins Gesicht geschüttet. Da er in Berlin halbwegs bekannt ist, verfügt er leider über eine Internet-Fanseit...

ANTWORT: Sehr geehrte Mandantin,ich bedanke mich für die Annahme meines Angebotes und beantworte Ihre Frage, unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes, gerne wie folgt.Grundsätzlic ...weiter lesen


Rechtsbeiträge über Steuerrecht / Steuerstrafrecht
Interessante Beiträge zu Aktiengewinne

Wenn die Höhe des jährlichen Urlaubsgeldes erheblich schwankt
| Stand: 28.03.2014

FRAGE: Unser Chef hat uns seit über zehn Jahren Urlaubs- und Weihnachtsgeld gezahlt: mal großzügig bemessen, mal erheblich weniger, aber doch regelmäßig. Letztens sind die Gratifikationen jedoch ...weiter lesen

Karneval: Haftet der Veranstalter für Schaden nach einem Umzug
| Stand: 04.03.2014

Pünktlich zum Karneval herrscht Ausnahmezustand in vielen Städten, allen voran Köln. Und da die fünfte Jahreszeit hierzulande fester Bestandteil vieler Feierwütiger ist, haben sich auch deutsche ...weiter lesen

Muss der Mieter bei verlorenem Schlüssel Schadensersatz leisten?
| Stand: 20.08.2013

Verliert ein Mieter einen ihm überlassenen Schlüssel, so ist er verpflichtet seinem Vermieter Schadensersatz zu leisten, falls er sein Verschulden nicht widerlegen kann. Das hat das Landgericht Heidelberg jetzt ...weiter lesen

Kein Schadenersatz bei fehlerhafter Reisebuchung per Telefon
| Stand: 07.08.2013

Entstehen Fehler bei der telefonischen Buchung eines Fluges, kann nicht das Reisebüro dafür verantwortlich gemacht werden. So hat das Amtsgericht München entschieden, als eine Reisende versehentlich Flugtickets ...weiter lesen

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-21
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

SEHR GUT
4.5 Sternenbewertungen

20.209 Kundenbewertungen
Bewerten auch Sie den Anwalt
nach dem Gespräch !

   | Stand: 17.10.2017
Vielen Dank für die Ausführliche Kompetente Beratung. Bei weiteren Unklarheiten gerne wieder.

   | Stand: 17.10.2017
Ich werde anwaltshotline weiterempfehlen und bei Bedarf auch nutzen

   | Stand: 16.10.2017
Nach einer Kündigung wollte mein Arbeitgeber ein Paragraphen wissen, in dem etwas sehr explizites stand. Nach langer Suche im Internet etc. habe ich nun die Anwaltshotline genutzt. Super Beratung mit verständlichen Erklärungen. Innerhalb von 10 Sekunden wurde ich an einen Anwalt geleitet. Vielen Dank für die super tolle und schnelle Hilfe!! Nur zu Empfehlen, immer wieder gern!

Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-21
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen



Wichtige Themen:

Rechtsanwalt für Steuerrecht | Steuerrecht | Steuerstrafrecht | Vereinsrecht | Abgeltungssteuer | Gewinnabführungsvertrag | Gewinnbeteiligung | Gewinnverteilung | Liebhaberei | Steuerlich Absetzbar | Steuerminderung | Veräußerungsgewinn | verdeckte Einlage | Verlust | Verlustvortrag | Verlustaufkommen

Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:


ERFOLGSAUSSICHTEN CHECK

Lassen Sie 10 Anwälte urteilen

Lohnt sich ein Anwalt? Lassen Sie das Risiko Ihrer Rechtsangelegenheit von unabhängigen Rechtsanwälten bewerten. ...weiter lesen
Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:

HOMEPAGE TOOLS
NEU und exklusiv für Webmaster

Machen Sie Ihre Website rechtssicher! Mit unseren kostenlosen Homepage-Tools minimieren sie das Risiko einer Abmahnung. Egal ob Impressum, Disclaimer oder AGB. ...weiter lesen
Recht auf Ihrer Website

JURA TICKER

Die neuesten Meldungen auf Ihrer Website
Der Jura-Ticker bietet Ihren Besuchern aktuelle Gerichtsurteile, die stets interessant und leserfreundlich geschrieben sind. Dieser Content ist kostenlos in jede Website integrierbar und wird von uns regelmäßig mit einer neuen Meldung bestückt. Rechtsgebiete, Größe und Farben des Tickers können dabei an den eigenen Internetauftritt angepasst werden.

Anwaltshotline
Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-21
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen


E-Mail Beratung Online-Rechtsberatung per E-Mail. Antwort innerhalb weniger Stunden „schwarz auf weiß“. Jetzt Anfragen