Der direkte Draht zum Anwalt:
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00 Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen.

Wie ist bei der Suche nach einem Testament zu verfahren?

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Bernd Beder
Stand: 08.11.2010

Frage:

Meine Großtante ist vor ein paar Tagen gestorben. Sie lebte in einem Altenheim und hatte eine Nichte zur "Bevollmächtigten" bestimmt.

Meine Großtante hatte mir gegenüber mehrmals betont, dass sie mich in einem Testament als Erben eingesetzt hat. Nach ihrem Tod wurde dies auch so von anderen Bekannten meiner Großtante mir so bestätigt.

Ich bin kein "Blutsverwandter" meiner Großtante. Sie war die Frau meines Großonkels, der Bruder meines Großvaters. Die "Bevollmächtigte" ist ihre "leibliche" Nichte. Von daher ist wohl klar, dass sie die Erbin ist, sofern es kein Testament gibt.

Die Frage ist also, ob es tatsächlich ein Testament gibt. Sofern dies der Fall ist, müsste ein solches in der Wohnung meiner Großtante auffindbar (gewesen) sein. Die Wohnung wurde durch die Nichte (in ihrer Funktion als Bevollmächtigte) betreten und ggf. auch zwischenzeitlich enträumt.

Meine Frage: Wie kann ich in diesem Fall darauf hinwirken, dass der Frage, ob es ein Testament gibt und wie dessen Inhalt aussieht, nachgegangen wird? Kann man z.B. das Amtsgericht / Nachlassgericht bitten, dieser Frage nachzugehen?

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-33
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen
Kontakt zum Autor des Beitrages:
Rechtsanwalt Bernd Beder   |Hier klicken

Antwort:

Sehr geehrter Mandant

Leider ist es so, dass das Nachlassgericht zum Verbleib eines Testaments keinerlei eigene Ermittlungen anstellt. Ich weiß aus eigener Praxis auch von Fällen, in denen die Erblasserin gegenüber Zeugen erklärt hat, sie wolle zugunsten eines Dritten ein Testament errichten, dies jedoch in Wirklichkeit nicht getan hat. Es liegt daher an Ihnen, ein Dokument vorzulegen, aus dem sich die Erbfolge zu Ihren Gunsten ergeben kann. Darüber hinaus sollten Sie vorsorglich sicherstellen, dass vom Konto der Erblasserin vorläufig keine unberechtigten Abhebungen erfolgen. Zu alledem empfehle ich Ihnen folgende Vorgehensweise:

1. Zunächst kündigen Sie vorsorglich die Vollmacht der Nichte gegenüber der Bank. In der Regel erreichen Sie damit, dass die Bevollmächtigte über das Konte nicht mehr verfügen kann. Stellt sich heraus, dass kein Testament zu Ihren Gunsten existiert, geht die Kündigung ins Leere und ist wirkungslos, sobald die Verfügungsbefugnis der Erbin durch Erbschein nachgewiesen wird.

2. Sie erkundigen sich beim Nachlassgericht (Gericht des letzten Meldewohnsitzes der Erblasserin) unter Vorlage der Sterbeurkunde und Darlegung Ihres Verwandtschaftsverhältnisses zu der Verstorbenen, ob ein Testament hinterlegt ist. Die Erblasserin kann zwar ein Testament zuhause aufbewahren; war Ihre Großtante juristisch beraten, so ist ihr mit Sicherheit die Hinterlegung beim Nachlassgericht empfohlen worden. Befindet sich das Testament nicht im Besitz der Erblasserin, sondern bei einer anderen Person, so ist diese gemäß § 2259 BGB verpflichtet, es beim Nachlassgericht abzuliefern.

3. Führt die Anfrage beim Nachlassgericht nicht zum Erfolg, sollten Sie auf jeden Fall die Bekannten Ihrer Großtante, die Ihnen die Absicht der Verstorbenen, ein Testament zu Ihren Gunsten zu errichten, bestätigt haben, noch einmal befragen, wo sich dieses Testament befindet oder ob die Verstorbene gegebenenfalls eine Fotokopie dieses Testaments hergestellt und jemand anderem übergeben hat.
Zwar ist eine Testamentskopie an sich unwirksam; sie lässt jedoch den Schluss zu, dass ein Testament tatsächlich existiert, jedoch lediglich nicht aufgefunden wird. Ob Sie aus einer solchen Testamentskopie im Ergebnis eine Erbanspruch zu Ihren Gunsten herleiten können, ist zwar - so weit ich sehe - durch höchstrichterliche Rechtsprechung noch nicht entschieden; die Nacchlassgerichte gehen jedoch nach meiner Erfahrung dazu über, auch eine Kopie anzuerkennen, wenn sich die Vernichtung des Originals - dann ist das Testament unwirksam - nicht nachweisen lässt.

Führt auch diese Maßnahme nicht zum Erfolg, werden Sie leider leer ausgehen.



Rechtsbeiträge über Erbrecht / Erb- und Steuerrecht
Interessante Fälle aus der E-Mail-Rechtsberatung zu Erbschaftsrechner

Erbrecht - Gesetzliche Erbfolge bei Vorversterben eines Erben | Stand: 01.07.2016

FRAGE: Meine Tante ist verstorben und hat ein handschriftliches Testament hinterlassen. Sie vererbt Haus, Inventar und Geld an ihre 4 lebenden Geschwister (zum Zeitpunkt der Testamentserstellung). Bei ihrem To...

ANTWORT:  Nach Ihren Angaben besteht ein Testament der Erblasserin. Die Erblasserin hatte bei Erstellung des Testaments vier noch lebende Geschwister. Diese wurden testamentarisch bedacht. Beim Tod der Erblasseri ...weiter lesen

Auslegung eines Testaments | Stand: 11.12.2013

FRAGE: Aus dem Testament meiner Tante:(1990)§ 2: Zu meinen Erben setze ich ein: meine Schwester E, meinen Neffen A, meinen Neffen Bzu je 1/3 Anteil ein.Falls einer meiner Erben vorversterben sollte, werde...

ANTWORT: Das Testament ist in seinem Wortlaut eindeutig (ich vermute, es handelt sich um ein notarielles Testament?) und bedarf daher keiner Auslegung. Die Erblasserin hat als Ersatzerben "die Abkömmlinge ...weiter lesen

Beerdigungskosten einklagen | Stand: 08.12.2012

FRAGE: Meine Mutter ist vergangenes Jahr verstorben. Die angefallenen Beerdigungskosten habe ich, den größten Teil davon bezahlt. Mein älterer Halbbruder hat nur einen kleinen Teil davon bezahlt...

ANTWORT: Gegenüber dem Bestattungsunternehmer ist zunächst immer der Auftraggeber zahlungspflichtig, da dies aus dem direkten Vertragsverhältnis folgt.Der Auftraggeber hat jedoch in der Regel eine ...weiter lesen

Verkauf von Erbanteilen - Vorverkaufsrecht | Stand: 04.07.2012

FRAGE: Es handelt sich um eine Erbengemeinschaft mit unterschiedlichen Anteilen. Wie bekannt, gilt bei einem Anteilsverkauf an Fremde ein Vorkaufsrecht für die anderen Anteilsbesitzer. Gilt dies auch, wen...

ANTWORT: Grundsätzlich gilt für den Verkauf von Erbanteilen, dass nach § 2034 BGB die Miterben ein Vorkaufsrecht haben. Dies gilt aber nicht, wenn der Verkauf an einen Miterben erfolgt. Dieser is ...weiter lesen

Ungewollte Schwangerschaft - Welche finanziellen Pflichten kommen auf den Vater zu? | Stand: 29.12.2010

FRAGE: Ein junges Paar lebt seit ca. 1/2Jahr zusammen, nicht verheiratet. Die Beziehung wird auseinandergehen. Jetzt stellt sich eine Schwangerschaft ein. Stand heute: 8. Woche. Er ist wohl der Vater. Sie wil...

ANTWORT: Sehr geehrter Mandant, die finanziellen Nachteile, die Ihren Schwiegersohn durch die Schwangerschaft und die zu erwartende Geburt seines Kindes erwarten, wird er nur dadurch abmildern können, wen ...weiter lesen

Inhalt sowie Form und Aufbewahrung eines Ehevertrages | Stand: 03.03.2010

FRAGE: 1. Ein Paar (beide verwitwet und mit erwachsenen Kindern aus den jeweiligen Ehen) möchte heiraten.2. Beide sind um die 60 Jahre alt und haben eigenes, unterschiedlich großes Vermögen un...

ANTWORT: Sehr geehrter Mandant,Fragestellung:1. Form und Aufbewahrung eines Ehevertrages2. Inhalt des Ehevertragesa) Gütertrennungb) Erbrechtc) Nachehelicher Unterhaltd) Versorgungsausgleiche) Witwen-/Witwerrente3 ...weiter lesen


E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-33
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen
Kontakt zum Autor des Beitrages:
Rechtsanwalt Bernd Beder   |Hier klicken

SEHR GUT
4.5 Sternenbewertungen

20.295 Kundenbewertungen
Bewerten auch Sie den Anwalt
nach dem Gespräch !

   | Stand: 25.11.2017
Vielen, vielen Dank für ihre Hilfte, Herr Böckhaus.

   | Stand: 23.11.2017
Ich wurde gerade von einer sehr freundlichen Anwältin zum Thema Rückforderungsrecht / Verwaltungsrecht beraten. Meine Fragen wurden vollständig und präzise beantwortet. Vielen Dank

   | Stand: 23.11.2017
Vielen Dank für die schnelle und verständliche Beantwortung meiner Fragen bezüglich Mietrecht. Kann es nur weiterempfehlen.

Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-33
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen



Wichtige Themen:

Rechtsanwalt für Erb- und Steuerrecht | Erbrecht | Steuerrecht | Erb- und Steuerrecht | Angehörige | Anwachsung | Erbanfall | Erbanspruch | Erbanteil | Erben | Erben und Vererben | Erbfolge | Erbmasse | Erbschaftsgegenstand | Erbteil | Nachlass | Nachlassregelung | Nachlassverbindlichkeiten | Nachlassverwaltung | Pflichtteil | Realteilung

Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:


ERFOLGSAUSSICHTEN CHECK

Lassen Sie 10 Anwälte urteilen

Lohnt sich ein Anwalt? Lassen Sie das Risiko Ihrer Rechtsangelegenheit von unabhängigen Rechtsanwälten bewerten. ...weiter lesen
Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:

HOMEPAGE TOOLS
NEU und exklusiv für Webmaster

Machen Sie Ihre Website rechtssicher! Mit unseren kostenlosen Homepage-Tools minimieren sie das Risiko einer Abmahnung. Egal ob Impressum, Disclaimer oder AGB. ...weiter lesen
Recht auf Ihrer Website

JURA TICKER

Die neuesten Meldungen auf Ihrer Website
Der Jura-Ticker bietet Ihren Besuchern aktuelle Gerichtsurteile, die stets interessant und leserfreundlich geschrieben sind. Dieser Content ist kostenlos in jede Website integrierbar und wird von uns regelmäßig mit einer neuen Meldung bestückt. Rechtsgebiete, Größe und Farben des Tickers können dabei an den eigenen Internetauftritt angepasst werden.

Anwaltshotline
Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-33
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen


E-Mail Beratung Online-Rechtsberatung per E-Mail. Antwort innerhalb weniger Stunden „schwarz auf weiß“. Jetzt Anfragen