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Elterngeld und ElterngeldPlus: Alles was Eltern wissen müssen

Das Elterngeld unterstützt Mütter und Väter finanziell während der Elternzeit. Wollen Sie dabei in Teilzeit arbeiten, erhalten Sie ElterngeldPlus. Lesen Sie hier, wie Sie Ihr Elterngeld berrechnen können und wie Sie einen richtien Antrag auf Elterngeld stellen. Denn jeder in Deutschland hat einen Anspruch auf Elterngeld und ElterngeldPlus.
Author Autor: Redaktion Deutsche Anwaltshotline AG / 18.05.2018
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Während Sie in Elternzeit sind, erhalten Sie von Ihrem Arbeitgeber kein Einkommen. Damit Sie diese Zeit trotzdem finanziell stemmen können, gibt es das Elterngeld. Dieses wird vom Staat bezahlt – beantragen müssen Sie es aber bei der Landesbehörde des Bundeslandes, in dem Sie leben.

Das Wichtigste zum Elterngeld

Anspruch auf Elterngeld: Jedes Elternteil in Deutschland kann Elterngeld beantragen

Wie hoch ist das Elterngeld: Das Elterngeld errechnet sich aus der Höhe des Nettoeinkommens vor der Geburt Ihres Kindes

Wie lange erhalte ich Elterngeld: Elterngeld erhalten Sie als Paar oder Alleinerziehende für 14 Monate.

Wer hat Anspruch auf Elterngeld?

Elterngeld – vor 2007 auch Erziehungsgeld genannt – können sowohl Mütter als auch Väter beanspruchen. Sowohl getrennt voneinander, als auch gemeinsam. Es steht prinzipiell Arbeitnehmern sowie Studierenden und Auszubildenden zu. Auch Beamtinnen und Beamte, Selbstständige und erwerbslose Elternteile können ebenfalls Elterngeld beanspruchen. Sie können auch Elterngeld beantragen, wenn es sich bei dem Familienzuwachs nicht um Ihr leibliches Kind handelt. Also auch für Adoptiveltern lohnt sich ein Antrag. In Ausnahmefällen können auch Großeltern Elterngeld beantragen. Vorausgesetzt, sie kümmern sich entsprechend um den Nachwuchs.

Zudem ist es wichtig, dass Sie Ihre Kinder nach der Geburt selbst betreuen und erziehen und nicht mehr als 30 Stunden in der Woche erwerbstätig sind – also in Teilzeit arbeiten. Ihre Kinder müssen bei Ihnen im Haushalt leben und Ihr Wohnsitz oder Ihr gewöhnlicher Aufenthalt muss in Deutschland sein.

Es gibt allerdings noch eine Einkommensgrenze, ab der Sie kein Elterngeld erhalten. Diese liegt bei 500.000 Euro für ein Elternpaar und bei 250.000 Euro, wenn Sie alleinerziehend sind. Haben Sie also innerhalb eines Jahres ein zu versteuerndes Einkommen erzielt, das über diesen Werten liegt, haben Sie keinen Anspruch auf Elterngeld.

Gut zu wissen: Beantragen beide Elternteile das Elterngeld, so verkürzt sich dafür der Leistungszeitraum. In der Regel wird das Elterngeld 14 Monate lang ausbezahlt. Beanspruchen beide Elternteile diese Zuzahlung, reduziert sich die Zeit auf sieben Monate. Beantragen Sie, dass Sie nur das halbe Elterngeld monatlich erhalten wollen, erweitert sich die Zeit auf 28 Monate. Sie können die Gesamthöhe des Elterngeldes also nicht beeinflussen, sind aber bei der Auszahlung flexibel. ElterngeldPlus erweitert diesen Basisanspruch aber nochmal.

Elterngeld beantragen: Worauf muss ich achten?

Gerade Anträge bei Behörden können oftmals eine bürokratische Hürde darstellen. Vor allem der Antrag auf Elternzeit fällt oft etwas schwer und frischgebackene Eltern haben zumeist andere Dinge im Kopf und können so leicht den Überblick verlieren. Das ist aber gar kein Problem – denn Elterngeld zu beantragen ist heutzutage ein machbares Unterfangen. Ganz wichtig ist dabei, dass der Antrag auf Elterngeld schriftlich erfolgen muss.

Gut zu wissen: Elterngeld beantragen Sie nicht automatisch mit dem Antrag auf Elternzeit bei Ihrem Arbeitgeber. Dazu ist ein gesonderter Antrag notwendig.

Wo kann ich Elterngeld beantragen?

Dafür sind die Landesbehörden der einzelnen Bundesländer zuständig. Manche davon verfügen auch über regionale Zweigstellen, an die Sie sich wenden können. Andere haben wiederum eine Zentrale, die sich um Ihr Anliegen kümmert. Sie finden eine offizielle Auflistung der einzelnen Behörden auf der Internetseite des Bundesamts für Familie, Senioren, Frauen und Jugend – kurz BMFSFJ. Viele der Zweigstellen bieten Onlineformulare an. Sie können sich die Anträge aber auch zuhause ausdrucken oder natürlich vor Ort ausfüllen. Mittlerweile finden Sie die Anträge für Elterngeld auch bei den meisten Krankenkassen oder direkt auf der Entbindungsstation.

Was brauche ich für den Elterngeldantrag?

Für den Antrag benötigen Sie einige Dokumente. Welche genau, sehen Sie hier in unserer Checkliste:

Den ausgefüllten und unterschriebenen Antrag schicken Sie – sofern Sie ihn nicht online ausgefüllt haben – mitsamt der oben genannten Dokumente an die für Sie zuständige Zweigstelle.

Wann sollte ich Elterngeld beantragen?

Sie sollten das Elterngeld so früh wie möglich nach der Geburt beantragen. Denken Sie auch daran, dass die gesetzliche Schutzfrist acht bis zwölf Wochen nach der Geburt endet und somit auch das Mutterschaftsgeld wegfällt. Elterngeld wird maximal für drei Monate rückwirkend bezahlt. Handeln Sie also zu langsam und mahlen die Mühlen der Behörden dann nicht schnell genug, stehen Sie eventuell nach Ihrem Mutterschutz ohne Einkommen da.

Was kommt im Formular auf mich zu?

Mittlerweile können Sie Elterngeld auch online beantragen. Die meisten für Elterngeld zuständigen Stellen bieten auf ihrer Internetseite ein entsprechendes Formular an. Dort werden dann auch Ausfüllhilfen für Sie bereitgestellt. Sollten Sie sich allerdings dazu entschließen, den Antrag handschriftlich ausfüllen zu wollen, sollten Sie ein paar Informationen zur Hand haben.

Wichtig: Der Antrag gilt für beide Elternteile. Am besten Sie füllen ihn also gemeinsam aus. Zuerst müssen Sie persönliche Angaben über sich und das Kind, für das Sie Elterngeld beantragen wollen, machen. Dabei sind neben der Adresse beider Elternteile auch die Steueridentifikationsnummer sowie Angaben über Ihren zuletzt ausgeübten Beruf und eine mögliche Elternzeit erforderlich. Sie müssen sich dann auch entscheiden, für welchen Zeitraum Sie Elterngeld beantragen wollen und ob nur ein Elternteil oder beide Elterngeld erhalten wollen. Danach werden die Fragen etwas konkreter. Zum Beispiel, wieviel Sie vor der Geburt Ihres Kindes verdient haben, und in welchem Verhältnis Sie genau zu dem Kind stehen. Auch der Arbeitgeberzuschuss während der gesetzlichen Schutzfrist wird hier abgefragt. Nachdem Sie auch eine Frage zu Ihrer Krankenversicherung und weiteren anzurechnenden Einnahmen im Bezugszeitraum beantwortet haben, müssen Sie noch Ihre Bankverbindung angeben und das Dokument schließlich unterschreiben. Ihrem Elterngeld steht dann nichts mehr im Wege.

Wie lange erhalte ich Elterngeld?

Sie können den Zeitraum, in dem Sie Elterngeld erhalten, frei wählen. Allerdings steht Ihnen alleine die Summe von maximal zwölf Monaten Elterngeld zu. Dabei ist es aber egal, ob Sie sich beispielsweise sechs Monate lang doppelten Betrag auszahlen lassen, oder 24 Monate lang den halben. Auch müssen Sie Elterngeld nicht am Stück erhalten. Sie können das auch mit Ihrem Partner klären, ob es für Sie zum Beispiel Sinn macht, nur sechs Monate Elterngeld zu beantragen, dann eine Pause zu machen und dann einige Zeit später die anderen sechs Monate zu beanspruchen. Alleinerziehenden stehen übrigens 14 Monate Elterngeld zu.

Gut zu wissen: Elterngeld wird mit anderen Leistungen wie dem Mutterschaftsgeld verrechnet. Sie erhalten also effektiv nur zehn Monate reines Elterngeld. Allerdings können Sie Elterngeld natürlich auch etwas später beantragen. Also nachdem Ihr Mutterschutz und damit das Mutterschaftsgeld enden. Dann wird Ihr Elterngeld nicht damit verrechnet und Sie beziehen die vollen zwölf Monate.

3.1 Was sind Partnermonate?

Als Partnermonate – auch Vätermonate genannt – gelten zwei extra Bezugsmonate, die Ihr Partner zusätzlich zu Ihrem eigenen Elterngeld beanspruchen kann. So kommen Sie gemeinsam auf maximal 14 Monate, in denen Sie Elterngeld beanspruchen können. Auch hier können Sie wieder flexibel sein und sich das Elterngeld gemeinsam auszahlen lassen. Sie erhalten dann also beide sieben Monate lang Elterngeld.

Es ist natürlich auch möglich, dass Ihr Partner drei oder mehr Monate lang Elterngeld bezieht. Für die Bewilligung der zwei zusätzlichen Partnermonate ist es nur wichtig, dass Ihr Partner mindestens zwei Monate lang Elterngeld beansprucht. Allerdings ändert sich an der Gesamtsumme natürlich nichts, sodass dies lediglich Ihrer Flexibilität und nicht Ihrem Geldbeutel nutzt.



Ein kleines Beispiel:

Ihr Kind ist am 01.08.2017 zur Welt gekommen und Sie haben nun vier Monate Elterngeld bezogen. Für Dezember, Januar und Februar ist bei Ihrem Arbeitgeber aber Not am Mann und Sie entscheiden sich netterweise, in dieser Zeit zu arbeiten. Während diesen drei Monaten bleibt nun Ihr Partner zuhause und beansprucht für diese Zeit Elterngeld. Wegen der sogenannten Partnermonate ist das auch kein Problem. Im Februar bleiben Sie dann wieder bei Ihrem Kind zuhause. Ihnen stehen nun noch sieben Monate Elterngeld zu.

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Elterngeld berechnen

Haben Sie Elterngeld bei der zuständigen Elterngeldstelle beantragt, stellt sich nun die Frage, wie viel Sie monatlich erhalten sollen. Damit Sie dabei keine Überraschung erleben, können Sie sich Ihr monatliches Elterngeld auch selbst berechnen. Dazu ist zunächst einmal wichtig, wie viel Geld Sie in den zwölf Monaten vor der Geburt ihres Kindes durchschnittlich netto verdient haben.

Wichtig: Hierbei geht es um die Berechnung des sogenannten Basiselterngelds. Für die Berechnung des ElterngeldPlus finden Sie weiter unten alle wichtigen Informationen.

Welche Beträge spielen bei der Berechnung von Elterngeld eine Rolle?

Bei der Höhe des Elterngelds gibt es gesetzliche Grenzen. Höchstens zahlt der Bund jedem Elternteil 1.800 Euro, egal wie hoch Ihr Nettoeinkommen vorher war. Mindestens erhalten Eltern je 300 Euro. Den Mindestbetrag erhalten auch Eltern, die vor der Geburt nicht gearbeitet haben.

Seit 2013 wird für die Berechnung aber nicht mehr der tatsächliche Nettoverdienst zugrunde gelegt, sondern ein gerundeter. Dafür wird das Bruttoeinkommen herangezogen und pauschal 21 Prozent für anfallende Sozialabgaben veranschlagt. Natürlich ziehen die Elterngeldstellen trotzdem auch noch Lohnsteuer und weitere Abgaben vom Bruttogehalt ab. Durch die pauschale Veranschlagung von 21 Prozent für Sozialabgaben vermindert sich das Elterngeld schätzungsweise um 5-8 Euro monatlich, da die tatsächlichen Sozialabgaben meist etwas geringer ausfallen.

Gut zu wissen: Dadurch dass die Elterngeldstellen seit 2013 das Bruttoeinkommen für ihre Berechnungen heranziehen, werden Lohnsteuerfreibeträge nicht mehr berücksichtigt. Zum Beispiel Werbungskosten, die für ein höheres Nettogehalt und damit ein höheres Elterngeld sorgten, finden bei dieser Art der Berechnung keine Beachtung mehr.

Einmalzahlungen, wie Provisionen, Weihnachtsgeld oder sonstige Sonderzahlungen werden nicht mit in die Berechnung der Elterngeldstellen aufgenommen. Das bedeutet, sie schlagen sich auch nicht auf die Höhe des Elterngeldes nieder. Das können Sie aber verhindern.

Tipp: Sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber, ob er eine Einmalzahlung nicht auf das Monatseinkommen umverteilen möchte. Dann steigt Ihr Nettoverdienst und Sie können sich eventuell über mehr Elterngeld freuen.

Elterngeldrechner: Wie kann ich mein Elterngeld berechnen?

Die Höhe des Elterngelds beträgt einen gewissen Prozentsatz Ihres Nettoeinkommens. Dieser Prozentsatz steigt, je weniger Sie vorher verdient haben. Lag ihr Nettoverdienst in der Zeit zwischen 1.000 Euro und 1.200 Euro beträgt das Elterngeld 67 Prozent des Nettoeinkommens der letzten zwölf Monate vor der Geburt. Dieser Prozentsatz variiert aber, je nachdem ob Sie mehr oder weniger verdienen.

Der geringste Prozentsatz ist 65 Prozent. Um auf diesen zu kommen, müssen Sie mehr als 1.200 Euro netto monatlich verdienent haben. Ist das der Fall, sinkt Ihr Prozentsatz für das Elterngeld um 0,1 Prozentpunkte je 2 Euro, die Sie mehr verdienen. Das klingt erstmal komplizierter als es ist. Wichtig ist für Sie: Erhalten Sie 1.240 Euro oder mehr netto pro Monat, erhalten Sie dann 65 Prozent Ihres Nettoeinkommens als Elterngeld. Allerdings rechnet die Elterngeldstelle nicht mit einem Nettoverdienst über 2.770 Euro. Aus diesem Grund beträgt das maximale Elterngeld auch 1.800 Euro – denn das entspricht 65 Prozent von 2.770 Euro.

Das Ganze funktioniert aber genauso in die andere Richtung. Das bedeutet, wenn Sie monatlich netto weniger als 1.000 Euro verdient haben, erhöht sich der Prozentsatz des Elterngelds. Und zwar auch um 0,1 Prozentpunkte je 2 Euro, die Sie weniger erhalten haben. Klingt auch hier wieder etwas kompliziert, ist aber anhand einer kleinen Beispielrechnung leicht zu veranschaulichen:



Sie erhalten zwölf Monate vor der Geburt Ihres Kindes durchschnittlich 800 Euro netto im Monat. Dadurch, dass Sie weniger als 1.000 Euro verdient haben, beträgt Ihr Prozentsatz für das Elterngeld nun mehr als 67 Prozent. Und zwar genau 77 Prozent. Die Formel dazu lautet nämlich:

So berechnen Sie Ihren Elterngeldanspruch


Ihnen stehen somit monatlich 616 Euro Elterngeld zu.



Das gilt für Sie als Einzelperson, wenn Sie gerade Ihr erstes Kind erwarten und es sich dabei auch nicht um eine Mehrlingsgeburt handelt. Haben Sie bereits Kinder und/oder erwarten Mehrlinge, können Sie mit mehr Elterngeld rechnen.

Sonderfall 1: Was gilt, wenn ich schon Kinder habe?

Sollte es sich bei dem Nachwuchs, für den Sie Elterngeld beantragt haben, nicht um Ihr erstes Kind handeln, steht Ihnen der sogenannte Geschwisterbonus zu. Das bedeutet, dass Ihr Elterngeld um zehn Prozent – mindestens aber um 75 Euro – erhöht wird. Dazu ist es allerdings wichtig, wie viele Kinder Sie bereits haben und wie alt diese sind. Folgende Möglichkeiten bestehen, um den Geschwisterbonus zu erhalten:

Für den Fall, dass Sie mit einem behinderten Kind in einem Haushalt leben, erhöhen sich diese Grenzen bis zum 14. Lebensjahr. Für adoptierte Kinder gilt als Altersgrundlage der Zeitraum, wie lange es schon bei Ihnen im Haushalt lebt. Allerdings kann hier nur bis zum 14. Lebensjahr ein Geschwisterbonus beansprucht werden.

Sonderfall 2: Was gilt bei Mehrlingsgeburten?

Bei Mehrlingsgeburten gibt es keine prozentuale Erhöhung des Elterngelds. Sie können Ihren Anspruch auf Elterngeld nämlich nur für ein Kind geltend machen. Das bedeutet aber nicht, dass Sie bei Mehrlingsgeburten mit dem Elterngeld für nur ein Kind auskommen müssen. Für jedes weitere Kind erhalten Sie pauschal 300 Euro mehr zum Elterngeld.



Ein kleines Beispiel:

Sie erwarten Drillinge. Für die Berechnung Ihres Elterngelds legt die Elterngeldstelle 1.100 Euro netto zugrunde. Das bedeutet, dass Sie 737 Euro Elterngeld erhalten. Da Sie aber Drillinge erwarten erhalten Sie für jedes weitere Kind 300 Euro. Sie erhalten also im Monat 1.337 Euro.


Elterngeld Plus

Für Kinder, die nach dem 1. Juli 2015 geboren worden sind, können Eltern das ElterngeldPlus in Anspruch nehmen. Das ist vor allem für diejenigen interessant, die während ihres Elterngeldbezugs in Elternzeit sind und in Teilzeit arbeiten möchten, die sich also in Elternteilzeit befinden. Denn hier haben Familien mit dem ElterngeldPlus am Ende des Monats zumeist mehr Geld in der Tasche.

Grundsätzliches zum ElterngeldPlus

Das ElterngeldPlus ist besonders für Mütter und Väter interessant, die gerne bald nach der Geburt wieder in Teilzeit in ihren Job zurückkehren möchten. Denn mit dem ElterngeldPlus können Sie dann Ihren kompletten Bezugszeitraum von zwölf bis 14 Monaten auf bis zu 28 Monate ausdehnen.

Als Faustregel gilt: Ein Elterngeldmonat entspricht zwei ElterngeldPlus-Monaten.

An der Gesamtsumme Ihres Elterngelds ändert sich dabei allerdings nichts. Sie sind lediglich in der Auswahl der Bezugszeiträume freier und können ElterngeldPlus auch noch bis zum achten Geburtstages Ihres Kindes beanspruchen. Vorausgesetzt natürlich, Sie haben nicht vorher schon den kompletten Bezugszeitraum ausgeschöpft. Für das ElterngeldPlus gilt zudem eine Mindestbezugsdauer von zwei Monaten am Stück.

Die Kombination von Basiselterngeld und ElterngeldPlus ist kein Problem. Jedoch kann nach dem 14. Lebensmonat des Kindes nur noch ElterngeldPlus bezogen werden – also ein halbes Einkommen bei doppelter Laufzeit. Bei der Kombination sind zwei ElterngeldPlus-Monate einfach so zu behandeln, wie ein Basiselterngeld-Monat. Maximal stehen Eltern 14 Basiselterngeldmonate zur Verfügung. So lassen sich zum Beispiel nach zehn Monaten Basiselterngeld noch acht Monate ElterngeldPlus beantragen, da diese ja wie gesagt vier Monaten Basiselterngeld entsprechen.

Wie kann ich ElterngeldPlus beantragen?

ElterngeldPlus können Sie in Ihrem Antrag auf Elterngeld beantragen. Dort können Sie nämlich entscheiden, für welche Zeiträume Sie Basiselterngeld und für welche Zeiträume Sie ElterngeldPlus beziehen wollen. Das erfordert eine gewisse Planung der näheren Zukunft. Aber keine Sorge – dieser Antrag lässt sich auch nachträglich noch ändern.

Der Bezug von ElterngeldPlus ist allerdings für die Monate, in denen die Mutter Mutterschaftsgeld bezieht – also acht bis zwölf Wochen nach der Geburt – nicht möglich.

Was ist der Partnerschaftsbonus?

Mit dem Partnerschaftsbonus soll es Familien ermöglicht werden, sich abwechselnd um das Kind zu kümmern, während beide Eltern in Teilzeit arbeiten. Also zum Beispiel, wenn sich die Mutter montags und dienstags um das Kind kümmert, der Vater mittwochs und donnerstags und sich beide den Freitag je nach Arbeitszeit aufteilen.

Um das zu unterstützen, können sich Elternpaare vier zusätzliche Monatsbeiträge ElterngeldPlus sichern. Dafür ist es Voraussetzung, dass beide zwischen 25 und 30 Stunden pro Woche arbeiten.

ElterngeldPlus berechnen: Worauf muss ich achten?

Für die Berechnung von ElterngeldPlus ist vor allem ein Grundprinzip entscheidend: Sie erhalten monatlich die Hälfte des Basiselterngelds – dafür aber doppelt so lange. Nach dem Ablauf des Bezugszeitraums haben Sie also nicht mehr Geld vom Staat erhalten, egal ob Sie sich für ElterngeldPlus oder Basiselterngeld entscheiden. Zumindest theoretisch. Denn verdienen Sie zusätzlich noch Geld durch eine Teilzeitbeschäftigung haben Sie mit ElterngeldPlus in der Regel am Ende tatsächlich mehr Geld in der Tasche.

Das liegt daran, dass das ElterngeldPlus nicht auf das Teilzeiteinkommen angerechnet wird – anders als das Basiselterngeld. Genauer gesagt ergibt sich letzteres aus einem Prozentsatz, der mit der Differenz aus Ihrem Vollzeitnettoeinkommen (VE) und Ihrem Teilzeitnettoeinkommen (TE) verrechnet wird. Dieser Prozentsatz beträgt 67 Prozent.

Die Rechnung lautet also: (VE– TE) x 0,67 = Basiselterngeld während der Teilzeit



Manchmal sagen Zahlen mehr als Worte – darum drei kurze Beispiele:

Nettoverdienst vor der Geburt Nettoverdienst in Teilzeit (15 – 30 Stunden) Basiselterngeld
1.000 Euro 500 Euro 335 Euro
1.500 Euro 800 Euro 469 Euro
2.500 Euro 1.500 Euro 670 Euro


ElterngeldPlus hingegen ist exakt die Hälfte des Basiselterngeldes während Sie nicht in Teilzeit arbeiten. Erhalten Sie also 800 Euro Elterngeld, stehen Ihnen 400 Euro ElterngeldPlus zu. Und zwar für den doppelt so langen Bezugsraum – auch wenn Sie nebenbei Teilzeit arbeiten. Zwar ist es monatlich weniger Geld, weil es aber mit dem Bezug von Basiselterngeld kombiniert werden kann und länger ausbezahlt wird, ergeben sich für Sie durchaus finanzielle Vorteile.

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Wann lohnt sich ElterngeldPlus für mich?

ElterngeldPlus hat für Eltern, die während ihrer Elternzeit nicht arbeiten und daher für zwölf bzw. 14 Monate volles Elterngeld erhalten, keinen Effekt. Am Gesamtbetrag, den Sie dann erhalten, ändert sich gar nichts, außer dass Sie für den doppelten Zeitraum die Hälfte des Elterngeldes bekommen.

Arbeiten Sie allerdings währen der Elternzeit in Teilzeit, dann kann sich Elterngeldplus sehr wohl für Sie lohnen. Denn das Einkommen, das Sie aus der Teilzeitarbeit erzielen, wird auf das ElterngeldPlus nicht angerechnet. Voraussetzung dafür ist, dass Sie sich an die Bestimmungen der Elternteilzeit halten. Erfahren Sie mehr dazu in unserem weiterführenden Artikel Elternteilzeit.

Der größte Vorteil ist, dass das ElterngeldPlus nicht auf das Einkommen aus einer Teilzeitbeschäftigung angerechnet wird – Basiselterngeld dagegen schon. Am besten lässt sich das anhand eines kurzen Rechenbeispiels verdeutlichen.



Beispiel:

Sie haben am 1. Oktober 2017 ein Kind bekommen. Sie planen, die ersten sechs Monate nicht zu arbeiten und für den Nachwuchs da zu sein. Danach möchten Sie gerne bei Ihrem alten Arbeitgeber in Elternteilzeit wieder anfangen zu arbeiten. Dabei sind 20 Wochenstunden veranschlagt, für die Sie 700 Euro netto erhalten. Vor der Geburt Ihres Kindes haben Sie 1.500 Euro netto erhalten. Das bedeutet für die weitere Berechnung:

Lohnt sich nun ElterngeldPlus oder doch das Basiselterngeld für Sie? Entscheiden Sie sich für das Basiselterngeld während der Teilzeit sähen Ihre Finanzen wie folgt aus:

Beantragen Sie Basiselterngeld für die ersten sechs Monate und dann für die Monate, in denen Sie arbeiten möchten ElterngeldPlus, sähen ihre Finanzen folgendermaßen aus:

Sie sehen also: ElterngeldPlus lohnt sich vor allem in Verbindung mit einer Teilzeitbeschäftigung, da es nicht auf Ihren Verdienst aus der Elternteilzeit angerechnet wird.



Der Nutzen von ElterngeldPlus hängt erheblich davon ab, wie viel Sie bei Ihrer Teilzeitbeschäftigung netto verdienen. Erhalten Sie nämlich weniger ElterngeldPlus als 50 Prozent des Basiselterngelds während dieser Zeit, verringert sich der Vorteil durch dieses Modell. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass Sie am Ende weniger Geld in der Tasche haben – schließlich verdienen Sie ja dann in der Teilzeit mehr. Allerdings erhalten Sie dadurch nicht die höchstmögliche Summe vom Staat. Denn für die Berechnung wird dann der geringere Wert zugrunde gelegt.

Dieses Rechenbeispiel ist natürlich nur eine von vielen Möglichkeiten, wie Sie ihre Elternzeit und die Elternteilzeit verbringen können. Welche Bezugszeiträume für Ihre persönlichen Planungen am besten geeignet sind und wie Ihnen kein Geld durch die Finger rutscht, klärt ein selbstständiger Kooperationsanwalt der Deutschen Anwaltshotline gern mit Ihnen am Telefon ab.

Rechtsbeiträge über Sozialrecht:

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