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Krankheitsbedingte Kündigung: Wann sie gerechtfertigt ist und welche Möglichkeiten Sie jetzt haben

Unter welchen Voraussetzungen darf man mir krankheitsbedingt kündigen? Und kann ich dagegen vorgehen? Wir klären die wichtigsten Fragen zur krankheitsbedingten Kündigung.
Author Autor: Redaktion Deutsche Anwaltshotline AG / 18.06.2018
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Der krankheitsbedingte Ausfall von Mitarbeitern kostet deutsche Arbeitgeber im Jahr Milliardenbeträge. Für viele Unternehmen stellen häufige oder lange Erkrankungen eines Arbeitnehmers daher eine enorme Belastung dar. Die krankheitsbedingte Kündigung scheint in einem solchen Fall oft eine einfache Lösung zu sein. Doch ist eine solche Kündigung überhaupt zulässig? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit diese sozial gerechtfertigt und rechtskräftig ist? Und wie können Sie als Arbeitnehmer dagegen vorgehen? Wir klären die wichtigsten Fragen zur krankheitsbedingten Kündigung.

Krankheitsbedingte Kündigung: Das Wichtigste vorab

Eine krankheitsbedingte Kündigung ist grundsätzlich zulässig, unterliegt aber strengen Voraussetzungen. Ihr Arbeitgeber muss nachweisen können, dass Ihre Krankheit und die daraus resultierenden Fehlzeiten unzumutbar für das Unternehmen sind. Eine krankheitsbedingte Kündigung ist außerdem nur dann sozial gerechtfertigt, wenn alle Möglichkeiten einer Weiterbeschäftigung hinreichend geprüft und ausgeschlossen wurden.

Was ist eine krankheitsbedingte Kündigung?

Eine krankheitsbedingte Kündigung liegt vor, wenn Ihr Arbeitgeber das Beschäftigungsverhältnis auflöst, weil Sie die vertraglich zugesicherten Leistungen aufgrund krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit nicht mehr erfüllen können. Mit anderen Worten: Ihr Arbeitgeber kündigt Ihnen, weil Sie aus seiner Sicht zu lange oder zu oft aufgrund einer Krankheit gefehlt haben.

Darf mein Arbeitgeber mir überhaupt wegen Krankheit kündigen?

Das Kündigungsschutzgesetz (KSchG) erklärt in § 1 Abs. 2 eine Kündigung nur aus berechtigten personen-, verhaltens- oder betriebsbedingten Gründen als sozial gerechtfertigt.

Eine krankheitsbedingte Kündigung kann demnach aufgrund von personenbedingten Kündigungsgründen durchaus wirksam sein – jedoch nur in Ausnahmefällen und unter bestimmten Voraussetzungen.

Denn grundsätzlich gilt: Der Arbeitgeber muss die Erkrankung eines Mitarbeiters und die daraus resultierenden Fehlzeiten akzeptieren. Eine krankheitsbedingte Kündigung ist nicht gerechtfertigt, wenn diese nur aufgrund einer derzeitigen Krankheit ausgesprochen wird. Weiterhin gelten Fehlzeiten, die insgesamt weniger als sechs Wochen im Kalenderjahr ausmachen, in der Regel nicht als Kündigungsgrund. Häufen sich allerdings diese Fehlzeiten, sodass die sechs-Wochen-Grenze überschritten wird, ist der Arbeitgeber unter bestimmten Bedingungen und strengen Auflagen zur Kündigung berechtigt.

Welche Voraussetzungen müssen für eine rechtmäßige krankheitsbedingte Kündigung erfüllt sein?

Stellt Ihre Arbeitsunfähigkeit und die daraus resultierenden Fehlzeiten eine unzumutbare Beeinträchtigung für Ihren Arbeitgeber dar, kann Ihre Erkrankung unter bestimmten Voraussetzungen als Kündigungsgrund gelten.

Diese Voraussetzungen sind erfüllt, wenn

Damit eine krankheitsbedingte Kündigung gerechtfertigt ist, muss Ihr Arbeitgeber sorgfältig prüfen, ob die genannten Voraussetzungen vorliegen. Dabei hat er nachweislich die folgenden Prüfschritte zu durchlaufen:

Im Rahmen jeder dieser Prüfschritte muss bewiesen werden, dass die krankheitsbedingte Kündigung der letzte verbleibende Ausweg ist. Fällt einer dieser Punkte zugunsten einer Weiterbeschäftigung aus, ist die krankheitsbedingte Kündigung nicht rechtskräftig!

Ein Beispiel aus der Praxis: Einer Arbeitnehmerin, die innerhalb von 8 Jahren an insgesamt 358 Arbeitstagen gefehlt hatte, kündigte der Arbeitgeber krankheitsbedingt. Da die Arbeitnehmerin allerdings geltend machte, zukünftig wieder voll arbeitsfähig zu sein, und der Arbeitgeber nicht nachweisen konnte, dass von ihr weiterhin Fehlzeiten von mehr als sechs Wochen im Jahr zu erwarten seien, ist die Voraussetzung einer Negativprognose nicht erfüllt. Somit sei die Kündigung unwirksam, entschied das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz am 05.09.2011 (Az.: 5 Sa 152/11).

In welchen Fällen ist eine krankheitsbedingte Kündigung gerechtfertigt?

Ich habe eine krankheitsbedingte Kündigung erhalten – welche Möglichkeiten habe ich?

Nach Ablauf von drei Wochen nach Kündigungszugang ist diese rechtswirksam. Wenn Sie der Meinung sind, dass Ihre Kündigung ungerechtfertigt ist, können Sie innerhalb dieses dreiwöchigen Zeitraums Kündigungsschutzklage einlegen.

Das gilt auch, wenn Sie eine Abfindung erstreiten möchten. Eine Kündigungsschutzklage ist zwar in erster Linie darauf ausgerichtet, das Arbeitsverhältnis fortzuführen; im Falle einer erfolgreichen Klage können Sie sich mit Ihrem Arbeitgeber aber stattdessen auf einen Vergleich einigen. Dies kommt in der Regel auch Ihrem Arbeitgeber entgegen, da sie ihm die Möglichkeit bietet, sich einen aufwändigen Rechtsstreit zu ersparen und Sie nicht weiterhin beschäftigen zu müssen.

Krankheitsbedingte Kündigung: Beratung durch einen Anwalt

Haben Sie als Arbeitnehmer eine krankheitsbedingte Kündigung erhalten und überlegen sich, dagegen vorzugehen? Oder fragen Sie sich, ob diese überhaupt gerechtfertigt ist? In einem Gespräch mit einem unserer selbstständigen Kooperationsanwälte kann er Sie hinsichtlich Ihrer Möglichkeiten und weiteren Vorgehensweise beraten, Ihnen Handlungsempfehlungen geben oder Ihre Erfolgsaussichten im Falle einer Klage prognostizieren.

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