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Altersteilzeit: Die 7 wichtigsten Fragen zu Anspruch, Umsetzung und Vergütung

Die Altersteilzeit ist eine beliebte Alternative zum Vorruhestand. Lesen Sie hier, für wen die Altersteilzeit infrage kommt und was es als Arbeitnehmer zu beachten gilt.
Author Autor: Redaktion Deutsche Anwaltshotline AG / 20.06.2018
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Vielen Angestellten fällt die Arbeit im Alter zunehmend schwer. Da der Vorruhestand jedoch nicht für jeden infrage kommt, gibt es Alternativen, die Ihnen den Übergang in die Altersrente erleichtern sollen. Die Altersteilzeit ermöglicht, die Arbeitszeit zu reduzieren und so schrittweise aus dem Arbeitsleben auszusteigen – und das ohne horrende Rentenabschläge. Wann Sie Arbeitsteilzeit in Anspruch nehmen können, welche Vor- und Nachteile sie mit sich bringt und wie sie sich auf Ihr Gehalt und Ihre Rente auswirken kann: Wir klären die 7 wichtigsten Fragen.

Altersteilzeit: Das Wichtigste auf einen Blick

Bei der sogenannten Altersteilzeit reduziert der Arbeitnehmer seine Arbeitszeit um die Hälfte und geht so Schritt für Schritt vom Berufsleben in die Altersrente über.

Einen gesetzlichen Anspruch auf Altersteilzeit haben Arbeitnehmer nicht. Sie basiert stattdessen auf einer Einigung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, wird also vom Arbeitgeber freiwillig gewährt oder ist im Tarifvertrag oder der Betriebsvereinbarung festgelegt.

Für viele Arbeitnehmer erscheint die Altersteilzeit als finanziell attraktiv, da sie bei 50-prozentiger Arbeitsleistung durch eine Aufstockung des Arbeitgebers 70 Prozent ihres ursprünglichen Lohns erhalten. Zu beachten ist dabei jedoch, dass ein insgesamt verringertes Gehalt mitunter auch zu verringerten Rentenbeiträgen führt und sich so negativ auf die Höhe Ihrer Altersrente auswirken kann.

Was bedeutet Altersteilzeit?

Bei der Altersteilzeit einigen sich Arbeitgeber und –nehmer auf eine Reduzierung der Arbeitszeit zur Überbrückung der verbleibenden Zeit bis zum Renteneintritt, wenn der Arbeitnehmer aufgrund seines Alters nicht mehr seine volle Arbeitsleistung erbringen kann oder möchte. Gesetzlich ist dies durch das Altersteilzeitgesetz geregelt: „Durch Altersteilzeitarbeit soll älteren Arbeitnehmern ein gleitender Übergang vom Erwerbsleben in die Altersrente ermöglicht werden“ (§1 Abs. 1 AltTZG).

Für wen ist die Altersteilzeit möglich?

Grundsätzlich können Sie Altersteilzeit in Anspruch nehmen, wenn Sie 55 Jahre oder älter sind und innerhalb der letzten fünf Jahre vor Beginn der Altersteilzeitarbeit mindestens 1080 Kalendertage (also etwa drei Jahre) versicherungspflichtig beschäftigt waren. Dazu zählt beispielsweise auch der Bezug von Arbeitslosen- oder Krankengeld. Bei Beginn der Altersteilzeit sollten Ihnen außerdem noch mindestens drei Jahre bis zum Renteneintritt bleiben.

Voraussetzung ist allerdings auch die Vereinbarung mit Ihrem Arbeitgeber (§ 2 Abs. 1 AltTZG). Das heißt: Ob er Ihnen als älterer Arbeitnehmer die Altersteilzeit anbietet oder sie Ihnen auf Ihre Bitte hin gewährt, bleibt letztendlich ihm überlassen. Denn liegt weder ein Tarifvertrag noch eine Betriebsvereinbarung vor, in denen die Altersteilzeit für ältere Arbeitnehmer ausdrücklich vorgesehen ist, liegt diese Entscheidung allein in seinem Ermessen.

Wie viele Stunden darf und muss ich in der Altersteilzeit arbeiten?

Bei der Altersteilzeit wird Ihre Arbeitszeit auf die Hälfte Ihrer bisherigen wöchentlichen Arbeitszeit vermindert. Dabei gilt: „Als bisherige wöchentliche Arbeitszeit ist die wöchentliche Arbeitszeit zugrunde zu legen, die mit dem Arbeitnehmer vor dem Übergang in die Altersteilzeitarbeit vereinbart war. Zugrunde zu legen ist höchstens die Arbeitszeit, die im Durchschnitt der letzten 24 Monate vor dem Übergang in die Altersteilzeit vereinbart war. Die ermittelte durchschnittliche Arbeitszeit kann auf die nächste volle Stunde gerundet werden“ (§ 6 Abs. 2 AltTZ). Wenn Sie also im Jahr vor Antritt der Altersteilzeit durchschnittlich 38 Stunden in der Woche gearbeitet haben, wird Ihre Arbeitszeit während der Altersteilzeit nun auf durchschnittlich 19 Stunden pro Woche reduziert.

Dürfen nur Vollzeit-Arbeitnehmer Altersteilzeit in Anspruch nehmen?

Nein, die Altersteilzeit wird nicht ausschließlich Vollzeit-Arbeitnehmern gewährt: Auch wenn Sie bisher nur in Teilzeit gearbeitet haben, können Sie Altersteilzeit in Anspruch nehmen und Ihre bisherige Arbeitszeit um die Hälfte reduzieren. Tatsächlich ist die einzige diesbezügliche Voraussetzung, dass der reine Teilzeitverdienst während der Altersteilzeit mehr als 450 Euro im Monat betragen muss.

Welche Altersteilzeitmodelle gibt es?

Altersteilzeit ist nicht gleich Altersteilzeit. Es gibt verschiedene Modelle, die zeigen, wie die verminderte Arbeitszeit aufgeteilt werden kann. Zum einen gibt es das Teilzeitmodell, bei dem die Arbeitszeit über die gesamte Dauer der Altersteilzeit hinweg gleichmäßig verringert wird. Das heißt also zum Beispiel: Wenn Herr Müller vorher für 40 Stunden beschäftigt war, arbeitet er jetzt nur noch 20 Wochenstunden. Wie diese verringerte Arbeitszeit im Einzelfall aufgeteilt wird, bleibt jedoch Ihnen und Ihrem Arbeitgeber überlassen und sollte in einer individuellen Absprache festgelegt werden. So kann Herr Müller seine verbleibenden 20 Stunden zum Beispiel gleichmäßig auf die einzelnen Wochentage verteilen und an fünf Tagen je vier Stunden arbeiten – möglich ist aber auch ein Wechsel zwischen Arbeits- und freien Tagen.

Im Gegensatz zum Teilzeitmodell wird beim Blockmodell, wie der Name bereits verrät, die Arbeitszeit in Blöcke aufgeteilt. Dies kann zum Beispiel so aussehen, dass Sie die gesamte erste Hälfte der bewilligten Altersteilzeit weiterhin wie bisher arbeiten und dann die zweite Hälfte freigestellt sind. Hat Frau Schmidt sich beispielsweise mit ihrem Arbeitgeber auf eine Altersteilzeit von vier Jahren geeinigt, kann sie die ersten zwei Jahre wie gewohnt in Vollzeit „vorarbeiten“ und die letzten zwei Jahre zuhause bleiben, während sie weiterhin Lohn erhält.

Wie Sie in Ihrem persönlichen Fall die Arbeitsteilzeit gestalten, müssen Sie mit Ihrem Arbeitgeber vereinbaren. Fest steht jedoch für jedes der Modelle: Auf die gesamte Dauer der Altersteilzeit gerechnet halbiert sich Ihre Arbeitszeit.

Wie wird die Altersteilzeit vergütet?

Unabhängig vom gewählten Arbeitsteilzeitmodell wird mit der Arbeitszeit grundsätzlich auch Ihr Lohn um 50 Prozent reduziert. Allerdings erhalten Sie zusätzlich eine Aufstockung von mindestens 20 Prozent Ihres Gehalts vom Arbeitgeber, die diesem nach § 4 AltTZG von der Bundesagentur für Arbeit erstattet wird. Ihr Regelentgelt wird also aufgestockt – und Sie erhalten bei 50 Prozent Arbeitsleistung 70 Prozent Ihres ursprünglichen Gehalts. Doch Achtung: Die 20-prozentige Zulage ist zwar sozialversicherungs- und steuerfrei, wird aber bei der Steuererklärung einbezogen – was zu einer Erhöhung des Steuersatzes führen kann. Darüber hinaus werden während der Altersteilzeit auch Ihre Rentenversicherungsbeiträge (in der Regel in Höhe von 80 Prozent des Regelarbeitsentgelts) weiterhin vom Arbeitgeber geleistet.

Wie wirkt sich die Altersteilzeit auf meinen Rentenanspruch aus?

Die gesamte Dauer der Altersteilzeit wird bei der Berechnung der 45 Versicherungsjahre für den Renteneintritt mit 63 berücksichtigt.

Allerdings sollten Sie unbedingt bedenken, dass Sie während der Altersteilzeit insgesamt weniger verdienen und sich somit auch Ihre Einzahlungen in die Rentenkasse reduzieren – was wiederum zu einer reduzierten Altersrente führen kann.

Altersteilzeit: Beratung durch einen Anwalt

Der Schritt, Altersrente in Anspruch zu nehmen, will gut überlegt sein. Um nachher keine Rentenminderung in Kauf nehmen zu müssen oder wegen fehlerhaften Handelns gar die eigene Kündigung zu riskieren, empfiehlt es sich, im Zweifelsfall die Meinung eines Anwalts einzuholen. Haben Sie offene Fragen zum Thema Altersteilzeit? Oder benötigen Sie konkrete Rechtshilfe? Im Gespräch am Telefon kann einer unserer selbstständigen Kooperationsanwälte Ihnen Ihre rechtliche Lage und Möglichkeiten aufzeigen und Sie hinsichtlich Ihres weiteren Vorgehens rechtssicher beraten, sodass Sie Ihrem Chef gut informiert gegenübertreten können.

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