Quarantäne, Corona-Test und Meldepflicht: Was Betroffene jetzt wissen müssen

Wer muss sich auf eine Corona-Infektion testen lassen? Welche Rechte haben Betroffene, die unter Quarantäne gestellt sin und muss eine Neuinfektion gemeldet werden? Die häufigsten rechtlichen Fragen rund um Quarantäne, Meldepflicht und Corona-Test beantworten wir hier.

Autor:  Redaktion Deutsche Anwaltshotline AG.

Wer muss, wer darf sich auf Corona testen lassen?

Das Wichtigste vorab: Es gibt kein Anrecht auf einen Corona-Test. Im Zweifel entscheiden Ärzte und Gesundheitsämter, wer per Rachenabstrich getestet wird. Um die Gesundheitssysteme nicht zu überlasten, sollen nur Menschen mit einem objektiven Risiko getestet werden. Gestest wird, wer:

  • respiratorische Symptome zeigte (Husten, Schnupfen, Halsschmerzen, Fieber usw.) und in den vergangenen 14 Tagen Kontakt zu Personen hatte, die nachweislich mit Corona infiziert sind.
  • respiratorische Symptome zeigte (Husten, Schnupfen, Halsschmerzen, Fieber usw.) und sich in den vergangenen 14 Tagen in einem Risikogebiet aufgehalten hat

Betroffene, die unter eine dieser beiden Voraussetzungen fallen, wenden sich bitte zunächst telefonisch an ihren Hausarzt. Der wird das weitere Vorgehen besprechen und den Patienten Ansprechpartner für den Test nennen.

Wer bezahlt den Corona-Test?

Wird ein Test vom Arzt oder den Gesundheitsbehörden angeordnet, übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Privatpatienten erhalten eine Rechnung, die sie zunächst begleichen und dann zur Erstattung einreichen müssen. Gesetzlich Versicherte müssen sich um die Finanzierung gar nicht kümmern. Hier rechnen das Testinstitut und die Krankenversicherung direkt ab.

Wichtig: Die Krankenkassen übernehmen die Kosten nur, wenn der Test angeordnet wurde. Wer auf eigene Faust einen Test durchführen lässt, muss die Kosten selbst tragen.

Das gilt übrigens auch für Hartz-IV-Empfänger. Diese können auch nicht das Jobcenter für die Kosten eines Tests in die Pflicht nehmen, urteilte schon im März 2020 das Sozialgericht Frankfurt am Main ( Az. S 16 AS 373/20 ER ). Im selben Urteil lehnte es auch einen Mehrbedarf für Lebensmittel ab. Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarf könnten und müssten auch in Krisenzeiten vom normalen Hartz-IV-Satz bezahlt werden, heißt es. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.


Müssen Betroffene Corona-Verdacht bzw. Diagnose melden?

Am 1. Februar 2020 ist die CoronaVMeldeV in Kraft getreten. Dieser Verordnung zufällt fällt der Corona-Virus unter die Meldepflicht gemäß §§ 6 und 7 Infektionsschutzgesetz. Besteht ein berechtigter Verdacht auf eine Infektion mit Covid-19 oder wurde die Infektion bereits bestätigt, müssen Betroffene dies dem zuständigen Gesundheitsamt melden. Auch wenn der Verdacht wiederlegt wurde, ist dies unverzüglich dem Gesundheitsamt mitzuteilen.


Wer kann Quarantäne anordnen?

Gemäß Infektionsschutzgesetz sind die örtlich zuständigen Landesgesundheitsbehörden dafür zuständig, Quarantäne anzuordnen und zu organisieren. Die Behörden können Personen verbieten, den aktuellen Aufenthaltsort zu verlassen und bestimmte Orte zu betreten. Diese Quarantäne gilt in der Regel so lange, bis notwendige Schutzmaßnahmen durchgeführt wurden.

Für die Durchsetzung der behördlich angeordneten Quarantäne ist die Polizei zuständigen. Betroffene, die sich den Anordnungen widersetzen, müssen mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren rechnen.

Grundsätzlich sind die Landesgesundheitsbehörden auch dazu berechtigt, ganze Städte, Stadtteile oder Gemeinden abzuriegeln. 


Zwangsquarantäne: Was gilt für Betroffene?

Bei Verdacht auf Corona ist die zuständige Landesgesundheitsbehörde dazu berechtigt, Quarantäne anzuordnen. Grundsätzlich wird Quarantäne aktuell aus drei Gründen verhängt:

  • Der Betroffene hatte Kontakt mit einem Covid-19-Erkrankten.
  • Der Betroffene wurde positiv auf den Coronavirus getestet.
  • Der Betroffene hat sich in den vergangenen zwei Wochen in einem Risikogebiet aufgehalten.

In der Regel wird hier eine Ausgangssperre verhängt. Möglich ist jedoch auch die Unterbringung im isolierten Bereich eines Krankenhauses oder einer anderen geeigneten Einrichtung. In der Regel ist die Stärke der Symptome ausschlaggebend.

Mitglieder desselben Haushalts werden üblicherweise ebenfalls vorerst unter Quarantäne gestellt. Grundsätzlich wird empfohlen, dass Freunde oder Bekannte die Versorgung mit Lebensmitteln übernehmen. Hierbei ist jedoch in besonderem Maße auf geltende Hygienerichtlinien zu achten. Am besten ist es, wenn die Einkäufe einfach vor der Tür abgestellt werden.

Gut zu wissen: Selbst der Gang zur Mülltonne ist untersagt. Müll sollte am besten auf der Terrasse oder im Notfall in der Wohnung deponiert werden. Betroffene können Freunde allerdings darum bitten, den Müll abzuholen. Auch hier ist es besser, direkten Kontakt zu vermeiden.

Wer unter Quarantäne gestellt wurde, muss sich strengstens daran halten. Es drohen empfindliche Strafen und sogar Freiheitsstrafen. Ist eine Person im Haushalt erkrankt, sollten Mitbewohner den Kontakt meiden. Vor allem ist darauf zu achten, nach Möglichkeit nicht im selben Bett zu schlafen und nicht dasselbe Badezimmer zu benutzen.

Gut zu wissen: Die Quarantäne ist in der Regel dann beendet, wenn der Coronatest negativ zurückkommt. Teils sind zwei negative Ergebnisse an zwei aufeinanderfolgenden Tagen nötig.

Online-Rechtsberatung vom Anwalt

Kostenlos anfragen

Ablauf und Preise

Verwandte Themen


Rechtsfragen zu Corona?

Persönliche Beratung vom Anwalt

  • Einfach und verständlich
  • Ohne Termin
  • Rechtssicher
*1,99€/Min inkl. USt. aus dem Festnetz. Höhere Kosten aus dem Mobilfunk.

Homeoffice für Anwälte

Werden Sie Kooperationsanwalt der Deutschen Anwaltshotline AG:

  • Krisensicherer Umsatz
  • Rechtsberatung per Telefon
  • Homeoffice