Der direkte Draht zum Anwalt:
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00 Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen.

Wer bezahlt die Ausweichwohnung des Mieters beim Wasserschaden?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Marc N. Wandt
Stand: 28.10.2010

Frage:

Am vergangenen Wochenende ist in meiner vermieteten Eigentumswohnung der Flexschlauch der Küchenarmatur geplatzt und hat die Wohnung derartig unter Wasser gesetzt, daß die Mieter für einige Wochen in eine Ausweichwohnung ziehen müssen. Die Küche samt Spüle und Armatur gehören mir, ein schuldhaftes Verhalten wurde von den Versicherungen nicht erkannt: "so etwas passiert".
Bislang waren wir davon ausgegangen, daß die Kosten für die Ausweichwohnung von der Hausratversicherung der Mieter getragen wird, diese würde nun jedoch nur einen Bruchteil der Kosten übernehmen. Die Mieter erwarten nun von mir als Vermieter, daß ich diese Kosten übernehmen müsse. Der zufällig anwesende Schadensregulierer der Gebäudeversicherung meinte, daß diese Kosten ausschließlich Sache des Mieters bzw. seiner Versicherung seien.
Wie ist da die Rechtslage? Während der Zeit der Unbewohnbarkeit meiner Wohnung zahlen die Mieter natürlich keine Miete an mich.

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-12
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

Antwort:

Sehr geehrte Mandantin,

ich bedanke mich für die Annahme meines Angebotes und führe auf Ihre Frage, unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes, gerne wie folgt aus.

Gem. § 535 Abs. 1 Satz 2 BGB hat der Vermieter die Mietsache während der Mietzeit in ordnungsgemäßem Zustand zu halten und entsprechend erforderliche Arbeiten aufgrund von Beschädigungen auf seine Kosten durchzuführen. Dies gilt, bei mitvermieteten Einrichtungsgegenständen, auch für diese.

Insoweit ist der geplatzte Schlauch zunächst Ihrer Risikosphäre zuzuordnen. Zwar ist die aussage des Regulierers richtig, dass so etwas "passieren kann". Allerdings ist für die Haftung des Vermieters ein Verschulden nicht erforderlich. Im Gegenteil. Will der Vermieter die Haftung von sich weisen, müsste er ein Verschulden des Mieters darlegen und beweisen. Ein solches wäre z.B. gegeben, wenn der Schlauch bereits längere Zeit geleckt hat, der Mieter hiervon Kenntnis hatte und den Vermieter nicht unterrichtet hätte. In diesem Fall hätte der Mieter seine Informationspflicht aus § 536c BGB verletzt und wäre dem Vermieter gem. § 536c Abs. 2 BGB zum Schadensersatz verpflichtet. Auch hier liegt die Beweislast bzgl. der Kenntnis allerdings beim Vermieter.

Ist indes die Mietsache mangelhaft, ein geplatzter Schlauch ist unstreitig als Mangel zu bezeichnen, so muss der Vermieter bzw. seine Versicherung für die Schadensregulierung einstehen. Dies impliziert, so die Wohnung tatsächlich für den Sanierungszeitraum unbewohnbar ist, auch die Gestellung einer Ersatzwohnung.

Dies alles bedeutet jedoch nicht, dass Sie als Vermieter doppelt belastet werden dürfen. Die Mieter haben sich nämlich die ersparten Aufwendungen entgegenhalten zu lassen. Insoweit bestehen zwei mögliche Fallkonstellationen:

1. Die Mieter machen von Ihrem Recht auf Mietminderung i.H.v. 100% Gebrauch. Dann müssen die kosten für eine Ersatzunterkunft, zumindest bis zur Höhe des Mietzinses für die beschädigte Wohnung, auch durch die Mieter getragen werden. Nur ein darüber hinaus gehender Betrag könnte Ihnen berechnet werden. Hier ist auf die Angemessenheit der Ersatzwohnung zu achten (eine Suite im Hilton wäre da eher unangemessen). Vergleichbarkeit muss bestehen.

2. Der Mieter zahlt die Miete weiter. Dann ist der Vermieter allein für die Kosten der Ersatzunterkunft verantwortlich.

Keinesfalls kann die Miete vollständig zurückbehalten werden UND gleichzeitig die vollen Kosten der Ersatzwohnung gefordert werden. Hier würde der Mieter besser gestellt, als wenn ihm die Mietsache zur Verfügung stände. Dies ist im Sinne einer Schadenskompensation nicht zulässig. Der Mieter muss lediglich (kostentechnisch) so gestellt werden, als wenn ihm die Mietsache weiterhin zur Verfügung stünde.

Da hier Ihr Mieter offenkundig Variante 1 praktiziert, müssen Sie nur die Mehrkosten tragen, die eine angemessene Ersatzwohnung mit sich bringt. Die Betonung liegt hier auf Mehrkosten.

Die Versicherungen des Mieters sind hierfür nicht verantwortlich, da der Schaden in Ihrem Verantwortungsbereich liegt und mithin eine Einstandspflicht Ihrerseits vorliegt.



Interessante Fälle aus der E-Mail-Rechtsberatung zu Abmahnungsgründe

Arbeitsrecht - Ist eine Kündigung auch bei verspäteter Zustellung durch die Post wirksam? | Stand: 13.01.2016

FRAGE: Ist eine Arbeitnehmerkündigung wirksam, wenn die Kündigung auf dem Postweg erfolgte (Einschreiben m. Rückschein), die Postzustellung aber wegen Betriebsurlaub von der Firma auf "postlagernd...

ANTWORT: Zunächst ist festzustellen, dass die Kündigung spätestens mit der tatsächlichen Kenntnisnahme wirksam geworden ist. An der Wirksamkeit der Kündigung an sich bestehen damit kein ...weiter lesen

Kündigungsfrist eines Mietverhältnisses gem. § 573 a BGB | Stand: 15.11.2012

FRAGE: Mir wurde vom Rechtsanwalt meiner Vermieterin mit Verweis auf § 573a BGB gekündigt. In meinem Mietvertrag (abgeschlossen 1998) steht für eine Mietdauer über 10 Jahren eine Kündigungsfris...

ANTWORT: Zwar genügt der Eigentumserwerb auf Grund der notariellen Urkunde nicht, da es auf die Eintragung im Grundbuch ankommt. Diese erfolgte jedoch nach Ihrer Mitteilung einen Tag vor der Kündigungserklärung ...weiter lesen

Hilfsweise Fristgerechte Kündigung - Bedeutung | Stand: 20.03.2011

FRAGE: Ich habe per Einschreiben eine fristlose Kündigung bekommen mit dem Zusatz-hilfsweise fristgerecht zum 30.09.2011.Was bedeutet das? ...

ANTWORT: Sehr geehrter Mandant,Fragestellung: Ich habe per Einschreiben eine fristlose Kündigung bekommen mit dem Zusatz-hilfsweise fristgerecht zum 30.09.2011. Was bedeutet das?Bei Kündigungen lasse ...weiter lesen

Schutzrechte des Mieters gegen eine Eigenbedarfskündigung | Stand: 28.03.2010

FRAGE: Ich möchte heuer in meine eigene Wohnung einziehen, und meinen Mieterkündigen wegen Eigenbedarfs. Der Mieter ist im August 2006 eingezogen und hat einen Mietvertrag auf unbestimmte Zeit. Kündigungsfris...

ANTWORT: Sehr geehrter Mandant, Fragestellung: Eigenbedarfskündigung gem. § 573 Abs. 2 Nr. 2 BGB1. Möglichkeit der Eigenbedarfskündigung2. Kündigungsfristen der Eigenbedarfskündigung3 ...weiter lesen

Sonderkündigungsrecht bei Zwangsversteigerung | Stand: 15.03.2010

FRAGE: Wir beabsichtigen ein Einfamilienhaus bei einer Zwangsversteigerung zu erwerben. In dem Haus wohnen Mieter. Das Haus konnte vom Gutachter von innen nicht besichtigt werden. Der Mietvertrag kann nicht eingesehe...

ANTWORT: Sehr geehrter Mandant, Fragestellung:I. Sonderkündigungsrecht bei ZwangsversteigerungII. Eigenbedarfskündigung gem. § 573 Abs. 2 Nr. 2 BGB1. Möglichkeit der Eigenbedarfskündigung2 ...weiter lesen

Kauf eines Hauses mit Mietern - Kann den Mietern gekündigt werden? | Stand: 31.01.2010

FRAGE: Wir haben ein Haus in Bonn gekauft, wo momentan noch 4 Parteien als Mieter wohnen. Sehen Sie Anlage I für eine Übersicht der Mietverhaltnisse. Wir wollen so schnell wie mit dem Umbau in ein Einfamilienhau...

ANTWORT: Sehr geehrter Mandant,Zunächst zu Ihren Fragen:Für die Kündigungsfristen von Seiten des Mieters gibt es keine Verlängerung der Kündigungsfristen mehr. Die Kündigungsfriste ...weiter lesen


Rechtsbeiträge über Arbeitsrecht
Interessante Beiträge zu Abmahnungsgründe

Mediation in innerbetrieblichen Konflikten
| Stand: 13.11.2013

In Betrieben treten häufig Konflikte unterschiedlichster Art auf. Diese Ursachen hierfür liegen auf verschiedenen Ebenen. Hierbei ist auch zu differenzieren, ob diese Problemstellungen auf gleicher Ebene oder in ...weiter lesen

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-12
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

SEHR GUT
4.5 Sternenbewertungen

19.828 Kundenbewertungen
Bewerten auch Sie den Anwalt
nach dem Gespräch !

   | Stand: 24.03.2017
kompetente Auskunft, alle Fragen wurden geklärt, sehr freundlich

   | Stand: 23.03.2017
Ruhige klare Antworten des RA Böckhaus, so wurde die erste Aufregung genommen. Vielen Dank

   | Stand: 22.03.2017
Beratung war kompetent und genau. Danke!

Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-12
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen



Wichtige Themen:

Rechtsanwalt für Arbeitsrecht | Arbeitsrecht | Mietrecht | Wettbewerbsrecht | Abmahnung | Abmahnung formulieren | Abmahnwelle | Arbeitgeber | Arbeitnehmer | Bildnachweis | Hausfrieden | Kundenschutz | Schutzgebühr | Schutzrecht | Schutzschrift | Vergleichende Werbung

Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:


ERFOLGSAUSSICHTEN CHECK

Lassen Sie 10 Anwälte urteilen

Lohnt sich ein Anwalt? Lassen Sie das Risiko Ihrer Rechtsangelegenheit von unabhängigen Rechtsanwälten bewerten. ...weiter lesen
Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:

HOMEPAGE TOOLS
NEU und exklusiv für Webmaster

Machen Sie Ihre Website rechtssicher! Mit unseren kostenlosen Homepage-Tools minimieren sie das Risiko einer Abmahnung. Egal ob Impressum, Disclaimer oder AGB. ...weiter lesen
Recht auf Ihrer Website

JURA TICKER

Die neuesten Meldungen auf Ihrer Website
Der Jura-Ticker bietet Ihren Besuchern aktuelle Gerichtsurteile, die stets interessant und leserfreundlich geschrieben sind. Dieser Content ist kostenlos in jede Website integrierbar und wird von uns regelmäßig mit einer neuen Meldung bestückt. Rechtsgebiete, Größe und Farben des Tickers können dabei an den eigenen Internetauftritt angepasst werden.

Deutsche Anwaltshotline
Anwaltshotline
Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-12
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen


E-Mail Beratung Online-Rechtsberatung per E-Mail. Antwort innerhalb weniger Stunden „schwarz auf weiß“. Jetzt Anfragen