×
Deutsche Anwaltshotline
kostenlose Rechtsberatung
Zur App
Der direkte Draht zum Anwalt:
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00 Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen.

Pflicht des Mieters zur Beseitigung von Witterungsschäden


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Uwe Peters
Stand: 08.08.2010

Frage:

Zu unserer Mietwohnung gehört ein größerer, nicht überdachter Balkon (ca. 9 qm) mit gemauerter Balkonbrüstung (also kein Geländer). Diese Brüstung wurde kurz nach unserem Einzug 2002 erhöht (da vorher zu niedrig) und ca. 2004 neu verputzt und gestrichen.
Der Balkon ist ziemlich pflegeaufwändig, da er nur einen kleinen Abfluss hat (10 x 10 cm) und das Regenwasser nicht komplett darüber abfließt, sondern sich (aufgrund falscher Konstruktion) teilweise drumherum ansammelt und erst nach Verdunstung verschwindet. Durch das stehende Wasser bilden sich Rückstände auf den Fliesen und in den Fugen. Außerdem hat sich im Lauf der Zeit innen auf dem Sockel der Brüstung rundherum ein schmutziger grünlicher Streifen (Algen oder Moos) gebildet, wahrscheinlich auch bedingt durch die Feuchtigkeit. Ich reinige den Balkon regelmäßig, insoweit es dem üblichen Maß entspricht, also Kehren und ab und zu die Fliesen abwischen. Nun meinte die Vermieterin, ich müsste auch mal den grünen Belag abschrubben. Bin ich dazu verpflichtet? Im Mietvertrag ist dazu nichts geregelt. Auch haben sich auf der Abdeckung der Brüstung Algenflecken gebildet. Müsste ich die auch abschrubben? (das hat die Vermieterin nicht explizit verlangt, wäre aber doch ein ähnlicher Fall wie der grüne Algenstreifen.)
Und wie müsste man den Balkon bei einem (jetzt allerdings nicht geplanten) Auszug hinterlassen. Gilt hier auch der Begriff „besenrein“? Dazu gehört doch eher nicht das Entfernen von Algenbelägen?

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-11
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

Antwort:

Sehr geehrte Mandantin,

Fragestellung:

Pflicht des Mieters zur Beseitigung von Witterungsschäden während des Mietverhältnisses und bei Rückgabe der Mietsache

Zu unterscheiden ist zunächst das Reinigen der Balkonfläche von der Durchführung von Schönheitsreparaturen an den Außenwänden, zu denen die Balkonflächen unzweifelhaft gehören. Zu Schönheitsreparaturen an den Außenflächen, seien es die Fenster, der Balkonfußboden oder die Balkonbrüstung sind Sie nicht verpflichtet, da diese Bereiche bereits vom Begriff der Schönheitsreparaturen i.S.v. § 28 Abs. 4 der II. Berechnungsverordnung nicht erfasst sind. Arbeiten im Außenbereich (wie dem Balkon) gehören nicht zu den Schönheitsreparaturen (= Maßnahmen zur Beseitigung von Mängeln, die durch vertragsgemäßen Gebrauch entstanden sind). Sie können per Formularmietvertrag daher nicht wirksam auf den Mieter abgewälzt werden, eine entsprechende Formulierung im Mietvertrag würde die betreffende Klausel unwirksam machen (BGH Urteil v. 18.02.2009 Az. VIII ZR 210/08). Für die rechtzeitige Beseitigung der Ursache der Algenbildung und des Moosbefalls, nämlich Schaffung eines Balkonbodens, der ausreichendes und gleichmäßiges Gefälle zum Abfluss bietet, wäre und ist die Vermieterin zuständig. Sie brauchen also weder den Balkonboden noch die Fugen zu erneuern oder ähnliche Arbeiten an den Außenflächen vorzunehmen.

Witterungseinflüsse, die die Substanz der Außenflächen angreifen und beeinträchtigen, fallen nicht mehr unter die Pflicht des Mieters, die Mietsache schonend und pfleglich zu behandeln. Soweit Sie eine sich im üblichen Rahmen bewegende Reinigung der Flächen vornehmen um die Außenflächen nicht verkommen zu lassen, kommen Sie Ihren mietvertraglichen Verpflichtungen vollumfänglich nach. Im Übrigen wird die Algen- und Moosbildung nicht durch Sie verursacht, sondern durch äußere Witterungseinflüsse, die von Ihnen nicht zu beeinflussen sind. Der BGH formuliert es deutlich: Macht der Mieter von der Mietsache einen Gebrauch, der im Sinne des Gesetzes als vertragsgemäß anzusehen ist, hat er das Risiko einer Verschlechterung oder einer Veränderung der Mietsache gem. § 538 BGB nicht zu tragen, und zwar weder durch Instandhaltung noch durch Ausbesserung oder Schadensersatz, da der Mieter hierfür einen Ausgleich in Form der vereinbarten Miete entrichtet, vgl. BGH NJW 2002, 3234.



Rechtsbeiträge über Miet-/ Immobilienrecht
Interessante Fälle aus der E-Mail-Rechtsberatung zu Instandhaltung

Mängel bei Auszug - welche Kosten müssen übernommen werden? | Stand: 26.09.2012

FRAGE: Bei Auszug meines Sohnes und seiner 2 Mitbewohner aus der gemeinsamen WG wurde im Übergabeprotokoll erhebliche Mängel protokolliert, u.a. Schäden am Laminat und nicht ordnungsgemäß...

ANTWORT: Frage 1.: Wie ist die beste Vorgehensweise, können wir dem Vermieter die preiswerteren Angebote übermitteln?Der Vermieter könnte im Normalfall, zumindest derzeit noch nicht die Beträg ...weiter lesen

Mietvertrag - Schönheitsreparaturen? | Stand: 21.10.2011

FRAGE: Die Wohnung wurde von uns 11 Jahre und 7 Monate bewohnt.Folgende Fragen:Müssen Wände (teilweise farbig), Heizkörper und Fenster innen gestrichen werden? Im Mietvertrag (Mai 2000) wurde di...

ANTWORT: Der Gesetzgeber hat die grundsätzlichen mietrechtlichen Regelungen als Teil des BGB bereits vor über 100 Jahren geschaffen. Nach der gesetzlichen Konstruktion erhält der Vermieter vom Miete ...weiter lesen

Besteht eine Pflicht zur Durchführung der Schönheitsreparaturen? | Stand: 26.08.2010

FRAGE: Wir wohnen seit 3 Jahren und 11 Monaten in einer Mietwohnung und ziehen jetzt aus. In dem Einheitsmietvertrag steht, dass Wand- und Deckenanstriche in Küchen, Bädern und Duschen alle drei Jahre...

ANTWORT: Sehr geehrte Mandantin,Ihre einzelnen Fragen sind meinen Antworten vorangestellt:Frage 1.: Sind wir rechtlich verpflichtet zu streichen bzw. die Malerkosten zu zahlen? Antwort: Die Durchführung de ...weiter lesen

Pflicht zur Übernahme der Instandsetzungskosten des Kachelofens | Stand: 01.06.2010

FRAGE: Haben eine Wohnung gemietet mit Zentralheizung und Kachelofen, den wir auch genutzt haben! Vom Schornsteinfeger liegt nun eine Mängelanzeige vor "Ofenrohr zu nah an Holzdecke verlegt und Obertei...

ANTWORT: Sehr geehrter Mandant,Fragestellung: Pflicht zur Übernahme der Instandsetzungskosten des KachelofensEin Anspruch Ihres Vermieters kann sich nur aus § 13 Abs. 2 des Mietvertrages (MV) ergeben ...weiter lesen

Darf der Vermieter Wartungskosten auf den Mieter umlegen? | Stand: 11.05.2010

FRAGE: Kann der Vermieter die Wartung von Fenstern, in diesem Fall € 120,14 in der Nebenkostenabrechnung für das Jahr 2009 als zu zahlende Kosten abrechnen?Im Mietvertrag ist in den 16 verschiedene...

ANTWORT: Sehr geehrter Mandant,ich bedanke mich für die Annahme meines Angebotes und beantworte Ihre Frage, unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes, gerne wie folgt.Ihr Gefühl trüg ...weiter lesen

Rechnungsausstellung trotz nie ergangenem Auftrag | Stand: 23.03.2010

FRAGE: Ein Elektriker macht mir ein Angebot um mehr als 3.000 Euro, um in die von mir zum 1.3.10 angemietete und vom Eigentümer total neu renovierte Wohnung viele Steckdosen zu installieren. Diese Angebo...

ANTWORT: Sehr geehrte Mandantin,Ihre Anfrage verstehe ich aus Mietersicht, was etwas verwirrend ist.Grundsätzlich hat der Vermieter nach § 535 BGB die Pflicht, die Wohnung in einem vertragsmäßige ...weiter lesen


E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-11
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

SEHR GUT
4.5 Sternenbewertungen

19.943 Kundenbewertungen
Bewerten auch Sie den Anwalt
nach dem Gespräch !

   | Stand: 21.07.2017
sehr freundlicher Rechtsanwalt, der mir durch klare Formulierungen eine große Klarheit gegeben hat und auch durch meine Bitte, mir diese nochmal zu wiederholen nicht genervt reagiert hat. Vielen Dank!

   | Stand: 19.07.2017
Vielen Dank an Herrn Rauhut für die äußerst aufschlußreiche Auskunft! Es ist grundsätzliche Klarheit im Vorgehen für uns bei dem sehr sachlichen und freudlichen Gespräch entstanden!

   | Stand: 19.07.2017
TOLL ERKÄRT SO DAS MAN ES VERSTANDEN HAT. SEHR HIFREICH. WÜRDE MICH ZU JEDER ZEIT WIEDER AN SIE WENDEN.

Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-11
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen



Wichtige Themen:

Rechtsanwalt für Mietrecht | Baurecht (öffentliches) | Baurecht | Mietrecht | Dübellöcher | Einzugsrenovierung | Endrenovierung | Instandhaltungskosten | Malerarbeiten | Renovierung | Renovierung bei Auszug | Renovierungsarbeiten | Renovierungskosten | Renovierungspflicht | Wohnungsrenovierung | Bohren

Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:


ERFOLGSAUSSICHTEN CHECK

Lassen Sie 10 Anwälte urteilen

Lohnt sich ein Anwalt? Lassen Sie das Risiko Ihrer Rechtsangelegenheit von unabhängigen Rechtsanwälten bewerten. ...weiter lesen
Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:

HOMEPAGE TOOLS
NEU und exklusiv für Webmaster

Machen Sie Ihre Website rechtssicher! Mit unseren kostenlosen Homepage-Tools minimieren sie das Risiko einer Abmahnung. Egal ob Impressum, Disclaimer oder AGB. ...weiter lesen
Recht auf Ihrer Website

JURA TICKER

Die neuesten Meldungen auf Ihrer Website
Der Jura-Ticker bietet Ihren Besuchern aktuelle Gerichtsurteile, die stets interessant und leserfreundlich geschrieben sind. Dieser Content ist kostenlos in jede Website integrierbar und wird von uns regelmäßig mit einer neuen Meldung bestückt. Rechtsgebiete, Größe und Farben des Tickers können dabei an den eigenen Internetauftritt angepasst werden.

Deutsche Anwaltshotline
Anwaltshotline
Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-11
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen


E-Mail Beratung Online-Rechtsberatung per E-Mail. Antwort innerhalb weniger Stunden „schwarz auf weiß“. Jetzt Anfragen