Der direkte Draht zum Anwalt:
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00 Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen.

Pfändbarkeit von Weihnachtsgeld

Ein Beitrag von Rechtsanwalt Andreas Fischer
Stand: 10.12.2013

Welch ein Segen, der Arbeitgeber bezahlt Weihnachtsgeld, es kann nun wirklich Weihnachten werden. Kann es wirklich Weihnachten werden? Unsere Gläubiger erwarten natürlich auch, sich vom Weihnachtsgeld etwas abzuschneiden. Ganz besonders das Finanzamt, die Bank, die Krankenversicherung und der Zahnarzt stehen natürlich alle auch immer mit auf der Matte und halten die Hand weit auf, wenn es Weihnachtsgeld gibt.

Ganz besonders bei den schätzungsweise 130.000 Personen in Deutschland, die Privatinsolvenz angemeldet haben und sich in der Wohlverhaltensperiode befinden, und bei Lohn- und Kontenpfändungen stellt sich die bange Frage, wie viel die Gläubiger vom Weihnachtsgeld abschneiden dürfen. § 850a Zivilprozessordnung (ZPO) regelt diese Frage glücklicherweise ausdrücklich:

Weihnachtsvergütungen sind nach Ziffer 4 unpfändbar bis zum Betrag der Hälfte des monatlichen Arbeitseinkommens, höchstens aber bis zum Betrag von 500 Euro. Der pfändbare Anteil vom Weihnachtsgeld berechnet sich wie folgt: Das Bruttoeinkommen laut Lohnabrechnung einschließlich Weihnachtsgeld, abzüglich Lohnnebenkosten (Steuern und Sozialabgaben) ergibt das Nettoeinkommen. Davon ist nach § 850a ZPO vom Weihnachtsgeld unpfändbar die Hälfte, aber maximal 500 Euro.

Pfändbar ist das Weihnachtsgeld also, wenn und insoweit es mehr als die Hälfte des Nettolohns und nicht mehr als 500 Euro beträgt. Wenn man den unpfändbaren Teil des Weihnachtsgelds vom Nettoeinkommen vorab abzieht, dann stellt sich natürlich immer noch die weitere Frage, inwieweit das der Pfändung oder einer Abtretung im Rahmen einer Insolvenz unterworfene Einkommen unterhalb der Pfändungsfreigrenzen liegt.

Diese bekannten Pfändungsfreigrenzen ergeben sich aus einer Tabelle nach § 850c ZPO und werden regelmäßig zur Sicherung des Existenzminimums an die allgemeinen Lebenshaltungskosten angepasst. Die aktuellen Beträge ergeben sich aus der Pfändungsfreigrenzenbekanntmachung (PfändFGBek) vom 26.03.2013 Bundesgesetzblatt (BGBl) Jahrgang 2013 Teil I Nr. 16, vom 8. April 2013, S. 710). Als Faustregel kann man sich merken, dass 2013 ein Arbeitseinkommen unter netto 1.050,00 Euro unpfändbar ist. Bei gesetzlichen Unterhaltspflichten erhöht sich der Pfändungsfreibetrag. Wer unterhaltsberechtigt ist, bestimmt § 850c Abs. 1 Satz 2 ZPO.

Bei insgesamt fünf unterhaltsberechtigten Personen wäre dann erst ein Mehrbetrag über 3.203,67 Euro zuzüglich des unpfändbaren Teils des Weihnachtsgelds voll pfändbar. Das, wonach bisher niemand gefragt hat, ist die Frage, wo eigentlich bei Selbständigen das unpfändbare Weihnachtsgeld bleibt?

Telefonberatung:
Jetzt anrufen unter0900-1 875 000-22
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen
E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Kontakt zum Autor des Beitrages:
Rechtsanwalt Andreas Fischer   |Hier klicken





Interessante Fälle aus der E-Mail-Rechtsberatung zu Sozialrecht

Wer übernimmt die Kosten für einen Pflegeheimplatz? | Stand: 21.12.2016

FRAGE: Ich suche Rechtsberatung zum Thema Pflegeheim Kosten. Folgender Fall: Meine Schwiegermutter ist seit ca. 50 Jahren geschieden und wohnte seitdem ganz alleine ohne jemals wieder einen Partner gehabt z...

ANTWORT: Bei der Frage, ob Elternunterhalt zu leisten ist, wird zwischen dem Einkommen (1) und dem Vermögen (2) unterschieden. (1) Zu Ihrem Einkommen liegen nur sehr grobe Angaben vor, so dass eine Beantwortun ...weiter lesen

Anspruch auf Sozialleistungen innerhalb der EU | Stand: 06.12.2016

FRAGE: Ich habe in Spanien ein Jahr lang gearbeitet und bin jetzt im zweiten Monat schwanger. Ich habe einen deutschen Pass. Der Entbindungstermin ist der 21. Juli 2017. Im Januar 2017 möchte ich das spanisch...

ANTWORT: Aufgrund der EU-Verordnung 883/2004 ist es grundsätzlich möglich, spanisches Arbeitslosengeld für eine befristete Zeit ins europäische Ausland mitzunehmen. Bitte gehen Sie dazu zu de ...weiter lesen

Ab welcher Höhe der Einkünfte kann die Pfändungsfreigrenze gesenkt werden? | Stand: 19.10.2016

FRAGE: Ich bin Rentner und erhalte eine monatliche Rente von 1.122,74 Euro plus einem Zuschuss zur freiwilligen Krankenversicherung in Höhe von 81,96 Euro - somit Gesamt 1.204,70 Euro. Frage: Kann ich meine...

ANTWORT: Grundsätzlich besteht ein Interesse an einer Erhöhung des Pfändungsfreibetrages, denn in dieser Höhe ist das Einkommen vor dem Zugriff von Gläubigern geschützt. Die Pfändungsgrenze ...weiter lesen

Muss man dem Sozialamt Konten offenlegen wenn man in ein Pflegeheim zieht? | Stand: 24.10.2016

FRAGE: Meine Mutter kommt in ein Pflegeheim. Sie ist durch Vermögen und Rentenzahlung in der Lage, die überhängenden Kosten zu tragen. Hat das Sozialamt bereits zum Zeitpunkt des Einzuges eine...

ANTWORT: Solange Ihre Mutter in der Lage ist, die Kosten des Pflegeheimes aus eigenem Einkommen und Vermögen zu tragen, hat das Sozialamt mit der ganzen Sache nichts zu tun. Das Sozialamt kommt erst dann in ...weiter lesen

Finanzierung des Aufenthalts in einem Wohnstift | Stand: 16.06.2016

FRAGE: Meine Stiefgroßmutter (95 Jahre, Pflegestufe 1) lebt seit 11 Jahren in einem Wohnstift. Sie bezahlte die Unterbringung über die Rente und Erspartes (insgesamt ca 1900€ mtl.). Das Erspart...

ANTWORT: Es ist offensichtlich, dass das Wohnstift fürchtet auf ungedeckten Kosten für Ihre Stiefgroßmutter sitzen zu bleiben. Die Rechtslage dazu ist folgende:Soweit die Eigenmittel eines Heimbewohner ...weiter lesen

Anrechnung einer Erbschaft auf Hartz IV Bezug | Stand: 12.02.2016

FRAGE: Die Eltern einer Bekannten von mir möchten das Vermögen an ihre drei Kinder übertragen. Die Bekannte erhält von ihren beiden Geschwistern eine Ausgleichszahlung in Höhe von insgesam...

ANTWORT: Eine rückwirkende Rückzahlung von bereits als Sozialhilfeempfänger bezogenen und verbrauchten Leistungen nach Hartz IV ist nicht vorgesehen, selbst wenn diese plötzlich sehr reich werden ...weiter lesen

Arbeitslosengeld II - Welche Chancen hat eine Klage bei verspätet eingereichtem Weiterbewilligungsantrag | Stand: 13.01.2016

FRAGE: Mein zweiter Weiterbewilligungsantrag vom Dezember 2015 wird vom Jobcenter nicht rückwirkend ab November anerkannt, obwohl ich den ersten bereits im September gestellt habe, seitdem ständig Unterlage...

ANTWORT: Nach dem mir mitgeteilten Sachverhalt halte ich die Erfolgsaussichten vorbehaltlich genauer Aktenkenntnis für gering.Maßgeblich für Ihren beim Jobcenter beantragten und nach Ablehnung un ...weiter lesen


Rechtsbeiträge über Sozialrecht / Hartz IV
Interessante Beiträge zu Sozialrecht

Verfahrenskostenhilfe
| Stand: 26.01.2015

Kommt es in einer Ehe oder einer Beziehung zur Krise, kommen Betroffenen sehr schnell zu dem Punkt, wo aus verschiedensten Gründen die Einleitung eines familiengerichtlichen Verfahrens notwendig wird. Solche Verfahren ...weiter lesen

Fast kostenloser Rechtsrat mit Beratungshilfe
| Stand: 26.01.2015

Für den Rechtssuchenden stellt sich immer wieder die Frage, wie er die Kosten einer notwendigen rechtlichen Beratung oder der außergerichtlichen Vertretung tragen soll. Insbesondere, wenn das Geld knapp ist. Aus ...weiter lesen

Wann muss man eine Einkommensteuererklärung abgeben?
| Stand: 26.03.2014

Zur Abgabe einer Steuererklärung ist verpflichtet, wer hierzu von der Finanzbehörde aufgefordert wird oder einen Schätzungsbescheid bekommen hat. Im Übrigen bestimmen das die Steuergesetze vgl. § ...weiter lesen

Wohngeld beantragen: wie es geht und wer es bekommt
| Stand: 18.02.2014

FRAGE: Wer kann Wohngeld beantragen?ANTWORT: Seit über 40 Jahren hilft der Staat einkommensschwachen Bürgern mit dem sogenannten Wohngeld. Dieses wird Mietern als monatlicher Mietzuschuss und Menschen, die im eigenen ...weiter lesen

Zuflussprinzip bei Hartz IV
| Stand: 06.02.2014

Das Zuflussprinzip bzw. die Zuflusstheorie ist im Sozialgesetzbuch (SGB) II nicht ausdrücklich geregelt, wird aber von den Jobcentern strikt angewendet. Nach diesem Prinzip gilt, dass immer das aktuell Zugeflossene sich ...weiter lesen

Getrübte Freude an spanischen Ferienimmobilien
| Stand: 14.10.2013

Die Freude am hohen Erholungswert einer Ferienimmobilie an der sonnigen Mittelmeerküste Spaniens kann für ihre deutschen Besitzer und Nutzer sehr schnell getrübt werden. Haben die arglosen Ankäufer aus ...weiter lesen

Telefonberatung:
Jetzt anrufen unter0900-1 875 000-22
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen
E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Kontakt zum Autor des Beitrages:
Rechtsanwalt Andreas Fischer   |Hier klicken

SEHR GUT
4.5 Sternenbewertungen

19.609 Kundenbewertungen
Bewerten auch Sie den Anwalt
nach dem Gespräch !

   | Stand: 16.01.2017
Vielen Dank für die sehr gute Beratung

   | Stand: 13.01.2017
Ein sehr freundlicher, kompetenter Anwalt, der in wenigen Minuten einen komplizierten Sachverhalt lösen konnte.

   | Stand: 09.01.2017
Bei dem Gespräch mit dem Anwalt kam auch die Deutsche Anwaltshotline ins Gespräch. Neugierig geworden habe ich nach Beendigung des Telefongespräches gesucht und auch gefunden und meine Meinung kundgetan. Ich wünschte mir in unserer Nähe auch so kompotente Beratung, da ging es mir oft besser. Danke für die Beratung.

Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-22
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen



Wichtige Themen:

Rechtsanwalt für Sozialrecht | Steuerrecht | Sozialrecht - Hartz IV | Familienrecht | ALG I | Arbeitslosenversicherung | Betreuungsrecht | Grundsicherung | Kinder- und Jugendhilfe | Kindergeld | Krankengeld | Krankenversicherung | Pflegeversicherung | Rechtsprechung | Scheinselbstständigkeit | Jugendamt

Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:


ERFOLGSAUSSICHTEN CHECK

Lassen Sie 10 Anwälte urteilen

Lohnt sich ein Anwalt? Lassen Sie das Risiko Ihrer Rechtsangelegenheit von unabhängigen Rechtsanwälten bewerten. ...weiter lesen
Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:

HOMEPAGE TOOLS
NEU und exklusiv für Webmaster

Machen Sie Ihre Website rechtssicher! Mit unseren kostenlosen Homepage-Tools minimieren sie das Risiko einer Abmahnung. Egal ob Impressum, Disclaimer oder AGB. ...weiter lesen
Recht auf Ihrer Website

JURA TICKER

Die neuesten Meldungen auf Ihrer Website
Der Jura-Ticker bietet Ihren Besuchern aktuelle Gerichtsurteile, die stets interessant und leserfreundlich geschrieben sind. Dieser Content ist kostenlos in jede Website integrierbar und wird von uns täglich mit einer neuen Meldung bestückt. Rechtsgebiete, Größe und Farben des Tickers können dabei an den eigenen Internetauftritt angepasst werden.

Deutsche Anwaltshotline
Anwaltshotline
Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-22
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen


E-Mail Beratung Online-Rechtsberatung per E-Mail. Antwort innerhalb weniger Stunden „schwarz auf weiß“. Jetzt Anfragen