Thomas Cook Insolvenz
Alle Infos für deutsche Reisende

Der Tourismuskonzern Thomas Cook ist insolvent.
Wie es für Reisende jetzt weitergeht und wie sie ihr
Geld zurückbekommen, erklären wir hier exklusiv für
Rechtsschutz-Versicherungsnehmer. Mit jeder neuen
Entwicklung wird dieser Info-Dienst aktualisiert.

06.05.2020, 13:45 Uhr

Ausgleichszahlung der Bundesregierung kann jetzt beantragt werden

Seite heute, 6. Mai 2020, können Urlauber, die von der Thomas-Cook-Pleite im vergangenen Jahr betroffen waren, ihre Ansprüche auch bei der Bundesregierung geltend machen. Je nachdem, bei welchem Reiseanbieter die Betroffenen gebucht hatten, müssen sie für die Anmeldung der Ansprüche eines der folgenden drei Portale nutzen:

* Betroffene landen unter diesem Link auf dem Portal des Insolvenzverwalter und müssen sich da erneut mit ihrer PIN anmelden. Dann folgt laut Angaben anderer Betroffener eine Seite, auf der weit unten ein weiterer Button/Link zu finden ist, der zur Forderungsanmeldung bei der Bundesregierung führt. Erst nach einem Klick darauf kommt die Seite, auf der sie ihre Angaben machen können.

Wer bekommt Geld von der Bundesregierung?

Die Bundesregierung hatte angekündigt, Kunden, die weder über den Insolvenzversicherer noch über den Insolvenzverwalter den vollen Reisepreis erstattet bekommen, zu entschädigen. Dafür sind 225 Millionen Euro vorgesehen. Die Entschädigung ist allerdings an bestimmte Voraussetzungen geknüpft. Anspruch auf die Ausgleichszahlung der Bundesregierung haben Betroffene nur, wenn sie:

  • eine Pauschalreise bei einem deutschen Tochterunternehmen von Thomas Cook, der Thomas Cook International AG oder bei der Tour Vital Touristik GmbH gebucht haben und das mit dem „Sicherungsschein für Pauschalreisen gemäß § 651r des Bürgerlichen Gesetzbuchs“ belegen können (lag den Reiseunterlagen bei).
  • ihre Forderungen sowohl bei der Zurich als Insolvenzversicherer sowie dem Insolvenzverwalter der betroffenen Unternehmen (Eintragung in die Insolvenztabelle) geltend gemacht haben.
  • die Forderungen, die sie gegenüber der Zurich und dem Insolvenzverwalter geltend gemacht haben, an die Bundesregierung abtreten.

Wichtig: Forderungen abzutreten bedeutet nicht, dass Betroffene Geld, das sie von der Versicherung oder dem Insolvenzverwalter erhalten haben, zurückzahlen müssen. Vielmehr geht es um die Restsumme, die sie zwar eingefordert, aber wegen der zu geringen Versicherungssumme oder ähnlichem nicht erhalten haben. Diese Summe bekommen Betroffene von der Bundesregierung, die später aber versuchen wird, sich das Geld von den zuständigen Stellen zurückzuholen. Das kann sie allerdings nur, wenn die Betroffenen ihre Forderung an sie abgetreten haben.

Was brauche ich, um die Zahlung zu beantragen?

Betroffene müssen in den Portalen Angaben zur gebuchten Reise, zu geleisteten Zahlungen und zur Höhe bereits erhaltener Erstattungen durch die Zurich oder den Insolvenzverwalter machen. Es empfiehlt sich also, die Buchungsunterlagen und die Korrespondenz mit Insolvenzversicherer und -verwalter griffbereit zu haben, wenn Betroffene ihre Forderungen über eines der oben genannten Portale geltend machen wollen.

Gut zu wissen: Urlauber, die wegen der Insolvenz im Urlaubsland festsaßen und vor Ort Sonderzahlungen für Unterkunft, Transport und Verpflegung leisten mussten, können auch diese Kosten gegenüber der Bundesregierung geltend machen. Nicht erstattet werden dagegen Verwaltungskosten wie etwa Anwaltsgebühren.

Wann wird das Geld ausgezahlt?

Das ist derzeit noch völlig unklar. Die Tagesschau zitiert Bundesjustizministerin Christine Lambrecht, die erklärt, die Auszahlung könne noch Monate dauern, weil jeder Antrag einzeln geprüft werden müsse, um Missbrauch zu unterbinden. "Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und unsere Dienstleister arbeiten aber mit Hochdruck daran, dass ein großer Teil der Kundinnen und Kunden bei berechtigten Anmeldungen noch in diesem Jahr ihr Geld zurückerhalten", so Lambrecht.


20.04.2020, 12:20 Uhr

Die Bundesregierung hält weiter an ihrer Ankündigung fest, im Frühjahr mit der Auszahlung der Entschädigung für betroffene Thomas-Cook-Kunden zu beginnen. Allerdings verzögere sich der Start minimal wegen der Corona-Pandemie.

So heißt es in einer aktuellen Mitteilung: „Die Bundesregierung arbeitet auch weiterhin mit Hochdruck an der Abwicklung der Ausgleichszahlungen für die von der Thomas Cook Insolvenz betroffenen Pauschalreisenden. Dies geschieht ungeachtet der Einschränkungen durch die Pandemielage, die leider auch hier bewältigt werden müssen und die Vorbereitungsarbeiten in den letzten Wochen erschwert haben. Es ist daher zu geringfügigen Verzögerungen gekommen. Das Ziel besteht aber nach wie vor darin, den Betrieb im Frühjahr zu beginnen. Die Ausgleichszahlungen werden über ein kostenfreies, onlinebasiertes Verfahren erfolgen.“

Parallel dazu verkündet die Zurich, dass man der Bundesregierung angeboten habe, die Abwicklung der Zahlungen zu übernehmen. „Dies wäre für Thomas Cook Kunden die schnellste Lösung, da sie bis Weihnachten die komplette Erstattungssumme erhalten würden. Gleichzeitig wäre es für den Steuerzahler deutlich günstiger, denn die Bundesregierung hat allein für Abwicklung und Rechtskosten rund 38 Millionen Euroveranschlagt. Diese Summe könnte sich auf einen einstelligen Millionen-Euro-Betrag reduzieren, wenn unser Vorschlag für eine vernünftige Kooperation angenommen wird“, heißt es dazu von der Zurich. Von der Bundesregierung gibt es dazu keine Stellungnahme.

Die Zurich als Insolvenzversicherer der deutschen Thomas-Cook-Töchter will bis Juni alle betroffenen Kunden entschädigt haben. Weil die Versicherungssumme nicht ausreichend war, erhalten die Pauschalreisenden allerdings nur einen Teil des gezahlten Reisepreises von der Zurich zurück. Für die restliche Summe will die Bundesregierung einspringen.


07. Februar 2020, 14:30 Uhr

Im vergangenen Jahr hatte die Bundesregierung angekündigt, Reisende, die von der Thomas-Cook-Pleite betroffen sind, zu entschädigen. Dabei geht es um den Betrag, der nicht vom Insolvenzversicherer Zurich erstattet wird. Die Insolvenzversicherung war bei 110 Millionen Euro gedeckelt und schnell war klar, dass diese Summe bei weitem nicht ausreichen würde, um alle betroffenen Kunden in voller Höhe zu entschädigen. Weil auch aus der Insolvenzmasse keine große Erstattungen für Reisende zu erwarten waren, sprang die Bundesregierung ein. Doch seither gibt es kaum neue Informationen. Wie ist also der Stand der Dinge? Was müssen Betroffene beachten und was ist zu tun, um die Entschädigung durch die Bundesregierung zu erhalten? Hier kommen die wichtigsten Antworten:

Erstattung durch die Insolvenzversicherung Zurich

Die Zurich hat bereits im Dezember begonnen, Geld an betroffene Reisende auszuzahlen. Weil die Summe der Insolvenzversicherung nicht ausreichte, um alle Kunden zu 100 Prozent zu entschädigen, wurde eine Quote festgelegt. Danach bekommt jeder, der seinen Schaden bei der Zurich gemeldet hat, 17,5 Prozent seines Schadens erstattet. Aktuell haben knapp ein Drittel aller Betroffenen Geld von der Zurich bekommen.

Wer seine Ansprüche noch nicht angemeldet hat, sollte das unbedingt nachholen. Rein rechtlich können Betroffene ihre Forderungen drei Jahre lang geltend machen. Einen Anspruch haben alle Pauschalreisenden, die die Reise nicht antreten konnten, sie aber schon ganz oder teilweise bezahlt hatten. Auch Pauschalreisende, die zum Zeitpunkt der Insolvenz bereits mit einem der Thomas-Cook-Unternehmen im Urlaub waren und dort zum Beispiel vom Hotel zu zusätzlichen Zahlungen gezwungen wurden, können ihre Forderungen geltend machen.

Entschädigung durch die Bundesregierung

Der Betrag, der nicht von der Insolvenzversicherung gedeckt ist, soll durch die Bundesregierung erstattet werden. Dazu wolle man ein möglichst einfaches Online-Meldeverfahren entwickeln, hieß es Ende vergangenen Jahres. Konkrete Neuigkeiten gibt es dazu allerdings noch nicht.

Allerdings berichten Medien wie der Bonner Generalanzeiger, dass das Bundesjustizministerium für das Jahr 2020 im Bundestag die Freigabe von 198 Millionen Euro für die Entschädigung der Betroffenen beantragt habe. Für 2021 sind weitere 27 Millionen für denselben Zweck eingeplant.

Was müssen Betroffene tun, um auch von der Bundesregierung Geld zu bekommen?

Wann genau die Bundesregierung mit der Auszahlung der Entschädigungen beginnen wird, ist noch völlig unklar. Betroffene, die davon profitieren wollen, müssen nach aktuellem Infostand allerdings zwei Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie müssen nachweisen, dass sie ihren Schaden bei der Zurich angemeldet haben (über das Onlineformular der Kaera AG).
  • Sie müssen nachweisen, dass sie ihre Forderungen auch zur Insolvenztabelle angemeldet haben (siehe Update vom 17. Dezember 2019).

Wichtig: Die Anmeldung zur Insolvenztabelle (über den Insolvenzverwalter) und die Schadensmeldung bei der Zurich (über die Kaera AG) sind zwei unterschiedliche Vorgänge, die nichts miteinander zu tun haben. Betroffene müssen also unbedingt beide Vorgänge abschließen. Nur dann kommen sie auch für die zusätzliche Entschädigung durch die Bundesregierung in Betracht.

Bis Mitte Januar hatten nach Angaben der Insolvenzverwalter aber erst gut 90.000 Thomas-Cook-Kunden ihren Schaden zur Insolvenztabelle angemeldet (im Vergleich: bei der Zurich sind mehr als 200.000 Schadensfälle registriert).

Die Bundesregierung wolle noch in diesem Jahr mit der Auszahlung der Entschädigung beginnen, erklärte ein Sprecher des Bundesjustizministeriums. Wenn es soweit ist, werden Betroffene vom Ministerium direkt über das weitere Vorgehen informiert.


17. Dezember 2019, 14:07 Uhr

Am 27. November hat das Amtsgericht Bad Homburg das Insolvenzverfahren für sechs deutsche Thomas-Cook-Gesellschaften eröffnet. Was bedeutet das für betroffene Kunden? Hier kommen die wichtigsten Antworten:

Können auch Pauschalreisende Forderungen zur Insolvenztabelle anmelden?

Die kurze Antwort: Ja.

Die lange Antwort: Thomas-Cook-Kunden, die nur Einzelleistungen (etwa Nur-Flug oder Nur-Hotel) gebucht hatten, haben nur über die Insolvenztabelle überhaupt eine Chance, einen (kleinen) Teil ihres Geldes zurückzubekommen. Diese sollten ihre Forderungen also unbedingt zur Insolvenztabelle anmelden.

Pauschalreisende haben über den Sicherungsschein eigentlich einen (vorrangigen) Anspruch gegenüber der Zurich als Insolvenzversicherer des Thomas-Cook-Konzerns. Die meisten von ihnen haben die Forderung auch bereits gegenüber der Kaera AG als Dienstleister für die Zurich geltend gemacht. Allerdings ist klar, dass die Versicherungssumme von 110 Millionen Euro nicht ausreichen wird, um alle Kunden in voller Höhe zu entschädigen. Pauschalreisende können deshalb die Anmeldung zur Insolvenztabelle zusätzlich nutzen, um (ein bisschen) mehr Geld zurückzubekommen.

Auch Pauschalreisende sollten also ihre Forderungen zur Insolvenztabelle anmelden und zwar zunächst in voller Höhe, weil nicht abzusehen ist, wie hoch letztlich die Entschädigung durch die Zurich ausfallen wird.

 

Wie läuft die Anmeldung zur Insolvenztabelle für Privatpersonen ab?

Betroffene können die Anmeldung zur Insolvenztabelle selbst vornehmen. Die Insolvenzverwalter haben dafür ein Online-Meldeportal zur Verfügung gestellt.

Die Fristen für die Anmeldung hat das Insolvenzgericht vergleichsweise lang angesetzt. Je nach Gesellschaft haben Gläubiger bis Ende April oder sogar bis Mai 2020 Zeit, um ihre Forderungen anzumelden. Es empfiehlt sich aber, die Anmeldung möglichst zeitnah vorzunehmen. Wer seine Forderungen erst nach Ablauf der Frist anmeldet, wird zwar trotzdem berücksichtigt, muss aber Gebühren zahlen.

Wichtig: Die Insolvenzverwalter haben angekündigt, alle bekannten Gläubiger anzuschreiben und mit diesem Anschreiben eine persönliche PIN zu verschicken. Damit sollen sich die Betroffenen im Gläubigerportal anmelden. Deshalb bitten die Insolvenzverwalter darum, mindestens dieses Schreiben abzuwarten, das bis 20. Dezember 2019 bei jedem Gläubiger eintreffen soll.

Neu ist die Bitte der Insolvenzverwalter, mit der Anmeldung sogar bis Anfang 2020 zu warten: „Die Insolvenzverwalter stellen aktuell den Gläubigern den Eröffnungsbeschluss sowie eine personalisierte PIN per Brief zu. Diese Pin vereinfacht die Forderungsanmeldung, da sie mit den Werten der Buchführung verknüpft ist. Die Buchhaltung von Thomas Cook wird derzeit noch aufgearbeitet. Ab Anfang des kommenden Jahres wird der aus der Buchhaltung ermittelte Wert zu Ihrer Orientierung aufgeführt werden. Idealerweise warten Sie mit Ihrer Forderungsanmeldung diesen Zeitpunkt ab“, heißt es in einer Mitteilung.

 

Was ist zu tun, wenn der Insolvenzverwalter die Forderungen bestreitet?

Pauschalreisende werden vorrangig von der Zurich entschädigt und rein theoretisch könnte es passieren, dass die Zurich den vollen Schaden erstattet. Das ist zwar extrem unwahrscheinlich, aber solange die theoretische Möglichkeit besteht, wird der Insolvenzverwalter Anmeldungen zur Insolvenztabelle durch Pauschalreisende vermutlich zunächst in voller Höhe bestreiten. Betroffene sollten sich davon nicht irritieren lassen. Sie müssen auf ein entsprechendes Schreiben auch nicht unmittelbar reagieren.

Stattdessen sollten Betroffene abwarten, bis die Entschädigung der Zurich eintrifft. Um diese Summe reduzieren sie dann die Forderung, die sie beim Insolvenzverwalter angemeldet haben.

Wichtig: Betroffene sollten NICHT die ursprüngliche Forderung zurückziehen und anschließend eine neue Forderung mit der korrigierten Summe anmelden. Erfolgt nämlich die Auszahlung der Zurich-Entschädigung und danach eine neue Anmeldung nach Ablauf der Anmeldefrist zur Insolvenztabelle, müssen Betroffene für die neue Anmeldung eine Gebühr zahlen. Stattdessen sollten sie die Ursprungsforderung aufrechterhalten und nur um die ausgezahlte Zurich-Entschädigung reduzieren.

 

Hat die Zahlung der Bundesregierung Einfluss auf die Anmeldung zur Insolvenztabelle?

Noch vollkommen unklar ist, an welcher Stelle die Bundesregierung einspringt. Das Kabinett hat beschlossen, für die Gelder einzustehen, die nicht durch die Insolvenzversicherung erstattet werden. Ob davor aber auch die mögliche Ausschüttung aus der Insolvenzmasse erfolgt oder nicht, ist noch nicht bekannt. In einer aktuellen Pressemitteilung bitten die Insolvenzverwalter, die Zurich und die Bundesregierung allerdings darum, dass auch Pauschalreisende ihre Forderungen zunächst ganz normal zur Insolvenztabelle anmelden, bis die Details des weiteren Vorgehens geklärt sind.


11. Dezember 2019, 11:30 Uhr

Bund hilft Thomas-Cook-Pauschalurlaubern

Die Bundesregierung hat heute im Kabinett beschlossen, Pauschalurlaubern von Thomas Cook mit Steuergeldern finanziell zu helfen. Dabei geht es um jenen Betrag, für den die Zurich Versicherung aller Voraussicht nach nicht aufkommen wird.

2015 hatte die Europäische Union eine neue Richtlinie zu Pauschalreisen beschlossen, mit der Kundengelder von Pauschalreisenden auch bei einer Insolvenz des Veranstalters voll abgesichert sein sollten. Diese Richtlinie wurde in Deutschland zwar 2018 umgesetzt, die Haftungsobergrenze allerdings gesetzlich auf 110 Millionen Euro begrenzt. Dementsprechend hatte Thomas Cook in Deutschland Kundengelder nur bis zu diesem Betrag abgesichert.

Die Zurich Versicherung hatte bis Anfang November bereits einen Schaden von 250 Millionen Euro registriert – zu diesem Zeitpunkt waren allerding nach Angaben des Unternehmens noch nicht alle Schadensmeldungen eingegangen. Die Summe dürfte nach Einschätzungen von Experten allerdings zwischen 300 bis 500 Millionen Euro liegen.

Kundenvertreter hatten bereits mit Klagen gegen die Bundesregierung gedroht. Ein durch die Zurich in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten kommt zu dem Schluss, dass eine Staatshaftung denkbar sei, weil die Bundesregierung die EU-Richtlinie unzureichend umgesetzt habe. Deshalb ist es laut Branchenkennern nun auch sehr wahrscheinlich, dass das deutsche Gesetz geändert wird. Für die Absicherung von Pauschalreisen könnten dann künftig andere finanzielle Regeln gelten.

Kunden müssen aktuell nicht selbst aktiv werden. Die Bundesregierung wird Sie Anfang 2020 über die weiteren Schritte zur Abwicklung informieren.


9. Dezember 2019, 16:30 Uhr

Höhe der Entschädigung durch die Zurich online prüfen

Wie weit die Zurich mit der Berechnung ihrer Entschädigung ist, können Betroffene jetzt auf einer neuen Online-Plattform zum Status ihrer Schadensmeldung kontrollieren.

Noch in der ersten Dezemberhälfte will die Zurich bekanntgeben, nach welcher Quote Reisende entschädigt werden, die wegen der Insolvenz von Thomas Cook ihre Reise nicht antreten oder früher beenden mussten. Damit steht dann auch fest, wie hoch die Entschädigung ausfällt, mit der jeder einzelne rechnen kann. Weil die Insolvenzversicherung mit 110 Millionen Euro gedeckelt ist, der Schaden aber sehr viel höher liegt, wird die Entschädigung quotiert. Die Betroffenen bekommen also nicht ihr gesamtes Geld wieder, sondern nur einen Teil davon.

Teile des Thomas-Cook-Konzerns sind verkauft

Einen Käufer für den gesamten deutschen Thomas-Cook-Konzern zu finden, ist den Insolvenzverwaltern nicht gelungen. Einzelne Teile des Konzerns haben aber einen neuen Eigentümer gefunden. Für Betroffene, die Reisen bei diesen Unternehmensteilen gebucht hatten, ist das aber keine Hilfe: Ihre Reisen bleiben aus rechtlichen Gründen abgesagt. Sie werden auch dann nicht durchgeführt, wenn das jeweilige Unternehmen seinen Geschäftsbetrieb bis zum geplanten Reiseantritt ganz regulär wieder aufgenommen hat.

Die verkauften Unternehmensteile sind:

  • Alpha Reisebüropartner GmbH gehört jetzt komplett zu Raiffeisen-Tours RT-Reisen GmbH (rtk). Alpha bündelte die rund 700 Reisebüros von Neckermann Reisen Partner und Neckermann Reisen Team.
  • Galeria Karstadt Kaufhof übernimmt 106 Thomas-Cook-Reisebüros und die E-Commerce-Plattform „Golden Gate“.
  • Die Bucher Reisen & Öger Tours GmbH geht an den türkischen Reiseveranstalter ANEX Tour. Der Reisebetrieb soll so schnell wie möglich wieder aufgenommen werden. Abgesagte Reisen werden aber nicht durchgeführt – auch nicht, wenn der Reiseantritt erst im kommenden Jahr wäre.
  • Raiffeisen-Tours RT-Reisen übernimmt Holiday-Land-Marken- und Systemrechte. Damit können die rund 360 Franchise-Reisebüros, die unter der Marke „Holiday Land“ arbeiten, ihren Betrieb fortführen.

27. November 2019, 15:30 Uhr

Insolvenzverfahren eröffnet

Das Amtsgericht Bad Homburg hat das Insolvenzverfahren für den Reiseveranstalter Thomas Cook eröffnet. Betroffen sind sechs Gesellschaften des Konzerns:

Individualreisende sowie Besitzer von noch nicht eingelösten Reisegutscheinen können Ihre Forderungen in Kürze zur Insolvenztabelle anmelden.

Die bislang vorläufigen Insolvenzverwalter rund um Ottmar Hermann wurden offiziell vom Amtsgericht als Insolvenzveranstalter bestellt.

  • Thomas Cook GmbH
  • Thomas Cook Touristik
  • Bucher Reisen & Öger Tours
  • NeckermannUrlaubswelt
  • Thomas Cook Vertriebs-GmbH
  • Thomas Cook Airport Service

21. November 2019, 14:45 Uhr

Aus für Thomas Cook besiegelt

Rund zwei Monate nach Bekanntwerden der Thomas Cook Insolvenz hat der Reiseveranstalter schließlich den Betrieb eingestellt. Kommende Woche sollen die Marken Neckermann Reisen, Air Marin und Thomas Cook Signature nachziehen. Ungefähr die Hälfte der 2.100 Mitarbeiter erhalten eine Kündigung. Etwa 1.000 Stellen konnten durch Verkäufe von Unternehmenssparten gesichert werden.

Eröffnung des Insolvenzverfahrens voraussichtlich nächste Woche

Julia Kappel-Gnirs, Teammitglied der vorläufigen Insolvenzverwalter, ließ verkünden, dass das Insolvenzverfahren voraussichtlich nächste Woche eröffnet werden soll.

Individualreisende sowie Besitzer von noch nicht eingelösten Reisegutscheinen können Ihre Forderungen dann zur Insolvenztabelle anmelden.


20. November 2019, 12:09 Uhr

Staatshaftung: Keine sichere Sache

Der Begriff „Staatshaftung“ grassiert gerade in allen Medien und vielerorts wird betroffenen Thomas-Cook-Kunden der Erfolg allzu voreilig in Aussicht gestellt.

Hintergrund: Gemäß europäischem Recht muss ein Reiseveranstalter gegen Insolvenz versichert sein. Das deutsche Recht sieht nach § 651r BGB eine Deckelung der Versicherungssumme auf maximal 110 Millionen Euro pro Geschäftsjahr vor. Einige Experten erklären nun, dass der Staat haften müsse, da die europäische Vorschrift nicht korrekt in nationales Recht umgesetzt worden sei. Der Maximalbetrag sei schlichtweg zu niedrig angesetzt worden.

Ganz so einfach wie in einigen Medien dargestellt ist die Sachlage jedoch nicht. Selbst wenn die Versicherungssumme zu niedrig ausfallen sollte, liegt nicht zwangsläufig ein Verstoß gegen die Vorgaben vor. Dies muss zunächst genauer untersucht werden. Außerdem ist weiterhin unklar, welche Schäden genau von der Versicherungssumme gedeckt sind. So argumentiert das Bundesjustizministerium beispielsweise, dass Kosten für die Hotelübernachtung und die Heimflüge der Urlauber, die zur Insolvenz bereits im Ausland waren, nicht unter die Regelungen fielen.

Wichtig: Ansprüche verjähren erst Ende 2022!

Da die gesetzlich vorgeschriebene dreijährige Verjährungsfrist erst Ende dieses Jahres beginnt, verjähren Ansprüche erst zum 31. Dezember 2022.

Galeria Karstadt Kaufhof will Großteil der Reisebüros übernehmen

Der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof kündige an, 106 der insgesamt 126 Thomas Cook Reisebüros übernehmen zu wollen. Laut Aussage von Ottmar Hermann, vorläufiger Insolvenzverwalter von Thomas Cook, wurde zunächst versucht, das Unternehmen als Ganzes zu veräußern. Dies scheiterte allerdings an den aktuellen Marktbedingungen.

Etwa 500 Arbeitsplätze könnten durch die Übernahme der Reisebüros gesichert werden. Zuvor müssen allerdings Kartellbehörde und Gläubigerausschuss von Thomas Cook zustimmen.


14. November 2019, 17:35 Uhr

Auch gebuchte Linienflüge werden abgesagt

Nach den Reisen sagt Thomas Cook aus insolvenzrechtlichen Gründen nun auch alle Linienflüge ab, die im neuen Jahr stattfinden sollten. Gäste, die einen Linienflüge mit Reisetermin bis 30. November 2019 gebucht haben, können den Flug noch antreten. Das gilt jedenfalls, wenn der Gast den Reisepreis bereits vollständig beglichen und Thomas Cook den Flug bei der Airline bezahlt hat. Nach Angaben des Unternehmens sei das bei allen Linienflüge der Fall, für die das Ticketing bis zum 31. August 2019 erfolgt war. Gäste, die Ihren Linienflug antreten können, wurden schriftlich informiert.

Wer seinen Flug erst für Dezember 2019 oder noch später gebucht hat, muss sich nun nach einer Alternative umsehen: Ab Reisetermin 01. Dezember 2019 werden alle Linienflüge im Rahmen von Nur-Flug Buchungen abgesagt.

Auch alle Kreuzfahrten abgesagt

Auch die Hochsee- und Flusskreuzfahrten, die über Thomas Cook gebucht wurden, sind storniert. Unabhängig vom konkreten Reisetermin können Gäste ihre Reise aus insolvenzrechtlichen Gründen nicht antreten. „Eine Information an die betroffenen Gäste erfolgt im Laufe der nächsten Tage“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Reisegutscheine können als Insolvenzforderung geltend gemacht werden

Gäste, die einen Reisegutschein von Thomas Cook besitzen, den sie noch nicht eingelöst haben, können den Gutscheinwert als Insolvenzforderung geltend machen. Dazu melden sie den Betrag zur Insolvenztabelle an. Das geht allerdings erst, wenn das offizielle Insolvenzverfahren eröffnet ist. Damit ist frühestens im Dezember 2019 oder Januar 2020 zu rechnen.

Zurich streitet weiter mit Bundesjustizministerium

Die Zurich als Insolvenzversicherer von Thomas Cook und das Bundesjustizministerium streiten weiter darüber, wofür die Versicherungssumme von 110 Millionen Euro eingesetzt werden muss. Das Ministerium argumentiert, dass die Kosten für Rückholung der Urlauber, die zum Zeitpunkt der Insolvenz im Ausland gestrandet waren, nicht aus dieser Summe beglichen werden müsse. Vielmehr dürfe die Zurich die 110 Millionen ausschließlich einsetzen, um Urlauber finanziell zu entschädigen, die ihre Reise nicht antreten oder vorzeitig abbrechen mussten, obwohl sie sie vollständig bezahlt hatten. Die Kosten für die Rückflüge müsse die Versicherung unabhängig davon separat tragen.

Die Zurich dagegen beruft sich darauf, dass die Versicherungssumme insgesamt die Forderungen der Reisenden aus der Insolvenz umfasst. Das bedeute, dass sowohl die Kosten für die Rückflüge als auch die für die finanzielle Entschädigung aus demselben Topf beglichen werden. Das wird nach aktuellem Stand dazu führen, dass Betroffene nur einen Bruchteil ihrer Kosten erstattet bekommen. Denn schon heute ist klar, dass die Versicherungssumme bei Weitem nicht ausreicht, um alle Ansprüche zu befriedigen.


12. November 2019, 12:30 Uhr

Thomas Cook sagt auch Reisen für 2020 endgültig ab

Aus insolvenzrechtlichen Gründen sagte der deutsche Touristikkonzern Thomas Cook heute alle Reisen ab, die bereits für 2020 gebucht worden sind. Das betrifft sowohl Pauschalreisen wie auch Einzelleistungen wie Nur-Flug- oder Nur-Hotel-Buchungen.

Bisher waren nur Reisen storniert worden, die bis zum 31. Dezember 2019 beginnen sollten. Alle späteren Buchungen wollte das Unternehmen durchführen. Nun sind die Versuche, den Konzern oder zumindest die einzelnen Veranstaltermarken fortzuführen, allerdings offenbar gescheitert. Es liege „kein belastbares Angebot für die Fortführung von Thomas Cook als Ganzes oder für das Veranstaltergeschäft der Thomas Cook Touristik GmbH vor“, heißt es in der Mitteilung des Konzerns. Deshalb müsse man nun die Einstellung des operativen Geschäftsbetriebs zum 1. Dezember 2019 vorbereiten. Gemeinsam mit den vorläufigen Insolvenzverwaltern werde man zwar auch in den verbleibenden Woche weiter versuchen, das Unternehmen zu retten. Doch selbst wenn das gelinge, könne man die Durchführung der gebuchten Reisen im kommenden Jahr nicht gewährleisten.

Deshalb werden mit sofortiger Wirkung alle Reisen storniert, die über die Marken Thomas Cook Signature, Thomas Cook Signature Finest Selection, Neckermann Reisen, ÖGER TOURS, Bucher Reisen, Air Marin oder Thomas Cook International (TCI) für 2020 gebucht worden waren. Urlauber, die von der Absage betroffen sind und eine Pauschalreise gebucht hatten, können den Reisepreis oder die Anzahlung als Schaden beim Insolvenzversicherer Zurich geltend machen. Dafür hat der Versicherer die Kaera AG als Schadenabwickler eingesetzt und stellt dort ein Onlinemeldeformular bereit.

Gäste, die auf neckermann-reisen.de oder in den Thomas-Cook-Reisebüros Reisen anderer Veranstalter gebucht haben, müssen sich aber keine Sorgen machen. Diese Reisen sind nicht betroffen und finden wie geplant statt.


4. November 2019, 14:10 Uhr

Auszahlung der Entschädigungen ab Dezember

Der Insolvenzversicherer Zurich rechnet damit, ab Dezember die ersten Entschädigungen an Gäste von Thomas Cook auszahlen zu können. Bisher hätten aber zu wenig Betroffene ihre Schadensmeldungen eingereicht. Deshalb könne die Quote, nach der die Entschädigungssumme berechnet werden, noch nicht festgelegt werden.

Zum 1. November 2019 seien rund 150.000 Schadensmeldungen mit einem Volumen von 250 Millionen Euro eingegangen. „Wir gehen davon aus, dass es sich dabei bereits um deutlich mehr als die Hälfte der geschädigten Pauschalreisenden handelt“, heißt es dazu in einer Erklärung der Zurich. Der Versicherer rechnet damit, dass die restlichen Meldungen in den nächsten Wochen eingehen, so dass bis spätestens Anfang Dezember die Auszahlung beginnen kann. Pauschalreisende, die mit Thomas Cook gebucht hatten und ihre Reisen nicht antreten konnten oder abbrechen mussten, sollten Ihre Forderungen deshalb schnellstmöglich bei der Kaera AG einreichen, die als Dienstleister für die Zurich auftritt und alle Forderungen sammelt.


23. Oktober 2019, 17:25 Uhr

Warum verkauft Neckermann noch Reisen?

Auf neckermann-reisen.de können Kunden nach wie vor Reisen buchen. Viele Betroffene hat das irritiert, hat der Anbieter ihre Reisen doch wegen der Insolvenz des Mutterunternehmens Thomas Cook storniert. Heute erklärte der Konzern dazu: „Auf www.neckermann-reisen.de agieren wir als Vermittler von Fremdleistungen wie z.B. Reisen von TUI, DERTOUR und FTI, und Dienstleistungen von ERGO und vielen anderen. Die Durchführung der Reisen und Dienstleistungen ist gewährleistet und fällt nicht unter die Insolvenz der Thomas Cook Touristik GmbH. Die Zahlung des Kunden erfolgt an den durchführenden Veranstalter des gebuchten Produktes. Produkte der Thomas Cook-eigenen Veranstaltermarken sind seit dem 23.09.2019 nach wie vor nicht im Verkauf.“

Können Reisen, die ab dem 1. Januar 2020 starten sollen, storniert oder umgebucht werden?

Nein. Zwar sind bisher nur Reisen offiziell abgesagt, die am 31.12.2019 oder früher beginnen sollten. Aus technischen Gründen sei eine Änderung oder Stornierung aber auch für spätere Reisen aktuell nicht möglich. Betroffene Gäste können also nur abwarten, ob ihre Reise doch wie geplant stattfindet – oder ebenfalls abgesagt wird. Tritt der letztgenannte Fall ein, können sie den bereits gezahlten Reisepreis beim Insolvenzversicherer Zurich geltend machen.


22. Oktober 2019, 14:30 Uhr

Auch Kreuzfahrten abgesagt

Auch Gäste, die über Thomas Cook eine Hochsee- oder Flusskreuzfahrt gebucht haben, können ihre Reise aus insolvenzrechtlichen Gründen nicht mehr antreten. Das gilt jedenfalls für alle Reisen, die zwischen dem 1. November und dem 31. Dezember 2019 beginnen sollten. Thomas Cook teilte heute mit, dass betroffene Gäste und die zuständigen Reisebüros direkt über die Absage der Reise informiert würden.

Gäste müssen Urlaub abbrechen

Die meisten Gäste, die zum Zeitpunkt der Insolvenz mit Thomas Cook im Urlaub waren, sind inzwischen wieder zurück in Deutschland. Einige hundert Gäste sind allerdings – etwa als Langzeiturlauber – noch im Ausland. Diese hat der Insolvenzversicherer Zurich nun aufgefordert, ihren Urlaub vorzeitig abzubrechen.

Wegen der Insolvenz könnten die geplanten Rückreisen unter Umständen nicht durchgeführt werden. Außerdem könnte es passieren, dass Hotels und Fluggesellschaften Leistungen verweigern oder zusätzliche Zahlungen von den Gästen verlangten, um die Zahlungsausstände seitens Thomas Cook auszugleichen.

Wer früher abreisen muss als geplant, kann die anteiligen Reisekosten anschließend als Anspruch bei der Kaera AG geltend machen. Aber Achtung: Das gilt nur bei Pauschalreisen! Pauschalreisende, die von Hotels oder Fluggesellschaften zu Zusatzzahlungen aufgefordert werden, rät der Versicherer, das zu verweigern. „Denn die Kosten der Unterbringung in Ihrem Hotel werden von Zurich bis zum genannten Rückreisezeitpunkt nach Maßgabe einer entsprechenden Kostenübernahmeerklärung direkt gegenüber den Hotels übernommen. Gleiches gilt für Transportunternehmen und Airlines in Bezug auf die Kosten des oben genannten Transports zum Flughafen und den oben genannten Rückflug“, heißt es in einer entsprechenden Meldung.

Zeitpunkt der Schadenmeldung hat keinen Einfluss auf Entschädigungssumme

Noch haben nicht alle Betroffenen ihre Ansprüche bei der Kaera AG angemeldet. Deshalb ist es aktuell auch nicht möglich, abzuschätzen, wie viel Geld die Reisenden am Ende wirklich zurückbekommen. Wichtig ist aber: Wann Betroffene ihre Ansprüche anmelden, hat keinen Einfluss darauf, wie hoch letztlich ihre Entschädigung ausfällt. Klar ist: Das Geld aus der Insolvenzversicherung reicht nicht, um alle Gäste in voller Höhe zu entschädigen. Die Höhe der individuellen Entschädigung wird aber erst festgelegt, wenn alle Ansprüche vorliegen, und richtet sich dann nach einer Quote. Dennoch sollten Betroffene ihre Ansprüche zeitnah geltend machen, um den Prozess nicht unnötig zu verzögern.


15. Oktober 2019, 17:15 Uhr

Neckermann-Reisebüros mit neuem Eigentümer

Die knapp 700 Reisebüros von Neckermann Reisen Partner und Neckermann Reisen Team gehören jetzt komplett zur Raiffeisen-Tours RT-Reisen GmbH. Das Unternehmen hielt bisher 50 Prozent an der alpha Reisebüropartner GmbH, zu der die Neckermann-Reisebüros gehören. Die restlichen Anteile gehörten bisher der Thomas Cook Touristik GmbH.

Reisen mit Startdatum ab 1.1.2020 noch NICHT offiziell abgesagt

Einige Thomas-Cook-Kunden, deren gebuchte Reisen erst nach dem 31. Dezember 2019 beginnen sollten, bekommen derzeit von Fluggesellschaften und Hotels Absagen für ihre Reise. Die Begründung: Die Buchungen seien storniert worden. Dem widerspricht Thomas Cook. Vielmehr arbeite man derzeit mit Hochdruck daran, „wieder operativ tätig zu sein, um dann auch wieder Reisen ab dem 01.01.2020 anbieten zu können“, heißt es in einer Meldung von Thomas Cook. Man sei mit allen Leistungsträgern in stetigem Kontakt, um die gebuchten Reisen ab dem neuen Jahr durchführen zu können.

Ratenzahlungen werden für Reisen bis 31.12. erstattet

Wer seine Reise bei Thomas Cook oder den deutschen Töchtern in Raten bezahlt hat, bekommt sein Geld zurück. Der Zahlungsdienstleister Billpay hat die Erstattung aller Anzahlungen und Raten jetzt auch für Reisen zugesagt, die zwischen dem 1. November und dem 31. Dezember 2019 beginnen sollten. Betroffene Kunden würden darüber auch noch per E-Mail informiert.

Schadenmeldeformular für Tour-Vital-Kunden

Kunden, die eine Reise bei Tour Vital gebucht hatten und diese wegen der Insolvenz nicht antreten konnten, können ihre Ansprüche jetzt bei Travel Safe geltend machen. Die Schadenanzeige können Sie als PDF-Formular downloaden, ausdrucken und ausgefüllt an den Dienstleister, der für die Insolvenzversicherung arbeitet, zurückschicken.

Thomas Cook International: Kunden können Schaden jetzt online melden

Wer bei Thomas Cook International (TCI) eine Pauschalreise gebucht hat, kann den Reisesicherungsschein nutzen und seine Ansprüche wie die Kunden aller anderen Tochterunternehmen bei der Kaera AG geltend machen. Für alle Kunden, die Einzelleistungen gebucht haben und deshalb nicht unter den Schutz der Insolvenzversicherung fallen, ist jetzt die Anmeldung der Ansprüche beim Konkursverwalter in der Schweiz möglich.


9. Oktober 2019, 14:45 Uhr:

Reisen bis zum 31. Dezember 2019 abgesagt

Heute hat Thomas Cook auch die Reisen offiziell abgesagt, die zwischen dem 1. November und dem 31. Dezember 2019 beginnen sollten. Das betrifft Reisen der Marken Thomas Cook Signature, Thomas Cook Signature Finest Selection, Bucher Reisen, Neckermann Reisen, Öger Tours, Air Marin und Thomas Cook International.

Bisher war nur für Reisen mit Startdatum bis 31. Oktober 2019 sicher, dass sie nicht stattfinden. Betroffene Thomas-Cook-Kunden würden nun nach und nach per E-Mail informiert und könnten ihre Ansprüche für die abgesagte Reise bei der Kaera AG geltend machen.

Flugbuchungen: Wer kann fliegen und wer nicht?

Wer einen Flug gebucht hat – entweder im Rahmen einer Pauschalreise oder als Nur-Flug-Buchung – hat von der Fluggesellschaft teilweise die Info bekommen, dass der Flug bezahlt ist und stattfindet. Das ist aber nur teilweise richtig:

Linienflüge im Rahmen einer Pauschalreise mit Startdatum bis 31. Dezember 2019 können aus insolvenz- und haftungsrechtlichen Gründen nicht genutzt werden. Diese Reisen sind abgesagt. Auch wenn die Fluggesellschaft den Flug bereits bestätigt hat, können betroffene Pauschalreisende ihn nicht antreten.

Linienflüge, die als Nur-Flug-Option gebucht wurden, können Betroffene antreten. Voraussetzung ist, dass die Reisenden den Flug bereits voll bezahlt haben und Thomas Cook die Leistung der Fluggesellschaft ebenfalls bereits beglichen hat. Letzteres ist für alle Flüge mit Ticketing bis 31. August 2019 der Fall, heißt es von Thomas Cook. Allerdings gibt es hier eine Ausnahme: Linienflüge, die bei Thai Airways gebucht wurden, sind von dieser Regelung ausgenommen.

Wichtig: Wer seinen Linienflug (Nur-Flug-Buchung) noch nicht vollständig bezahlt hat, kann das aktuell nicht nachholen. Restzahlungen sind jetzt nicht mehr möglich. Betroffene können ihren Flug also höchstwahrscheinlich nicht antreten.

TCI: Ansprüche beim Insolvenzverwalter in der Schweiz geltend machen

Kunden, die bei Thomas Cook International (TCI) eine Reise gebucht haben, die nicht durch einen Sicherungsschein geschützt ist, können ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter in der Schweiz anmelden. Dafür wird in Kürze eine Website eingerichtet, deren Adresse aber noch nicht bekannt gegeben wurde.

Reisegutscheine sind nicht abgesichert

Reisegutscheine sind beliebte Geschenke. Doch aus der Freude kann jetzt schnell Ärger werden, denn Reisegutscheine für Thomas Cook und die zugehörigen Marken sind nicht über die Insolvenzversicherung abgesichert. Wer also einen Reisegutschein besitzt, kann dessen Wert nur über die Insolvenztabelle zurückfordern. Die Eintragung ist aber erst mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens möglich. Bisher ist nur ein sogenanntes vorläufiges Insolvenzverfahren anhängig, in dessen Rahmen eine Eintragung zur Insolvenztabelle noch nicht möglich ist.

Ratenzahlung: Geld wird erstattet

Gute Nachrichten gibt es dagegen für die Kunden, die ihre Reise über den Dienstleister BillPay in Raten bezahlt haben. Alle Gäste, deren Reise bis zum 31. Oktober 2019 starten sollte, wurden informiert, dass die Reisen abgesagt sind. Sie bekommen ihre bereits geleisteten Raten voll zurück. Wie es für Gäste weitergeht, deren Reisen später in diesem Jahr beginnen sollten und nun ebenfalls abgesagt sind, ist noch nicht bekannt.

 


9. Oktober 2019, 11:30 Uhr:

Kunden-Erfahrung: Thomas Cook lehnt Stornierung von Reisen ab

Reisen, die am 31. Oktober 2019 oder früher beginnen sollten, hat Thomas Cook offiziell abgesagt. Doch Urlauber, die ihre Reise für einen späteren Zeitpunkt gebucht hatten, hängen nach wie vor in der Luft. Ob ihre Reise vielleicht doch stattfindet, wann darüber entschieden wird und wie viel sie von ihrer Anzahlung zurückbekommen, wenn die Reise nicht stattfindet: All diese Fragen sind immer noch ungeklärt.

Viele Thomas-Cook-Kunden möchten deshalb ihre Reise lieber gleich stornieren. So hoffen sie, nur die Stornogebühr zu verlieren und den gesparten Reisepreis gleich in eine neue Reisebuchung bei einem anderen Anbieter investieren zu können. Doch viele Kunden berichten, dass die Reiseveranstalter des Thomas-Cook-Konzerns eine Stornierung der Reise ablehnen. Das ist rein rechtlich für Reisen, die noch nicht abgesagt wurden, aber nicht erlaubt.

„Sind die Pauschalreisen noch nicht offiziell abgesagt, ist eine Stornierung zwar theoretisch möglich, aber nicht immer sinnvoll“, erklären Reiserechtsexperten. Das müssen Betroffene bei Ihrer Entscheidung bedenken:

  1. Bei einer Insolvenz arbeitet nur noch eine Notbesatzung in den Unternehmen. Das kann dazu führen, dass Stornierungen nicht rechtzeitig bearbeitet werden und die entsprechenden Fristen verstreichen, womit die Stornierung immer teurer wird. Kunden sollten deshalb unbedingt darauf achten, dass sie die Stornierung so geltend machen, dass der fristgerechte Zugang nachweisbar ist. Das geht zum Beispiel mittels Einschreiben mit Rückschein.
  2. Wer seine Reise storniert, verliert die Absicherung über den Sicherungsschein, der Pauschalreisende vor den Folgen einer Insolvenz absichert. Der Schein wird bei einer Stornierung sofort unwirksam. Kunden können dann bereits gezahlte Gelder nicht mehr über den Insolvenzversicherer geltend machen. Wer seine Reise also bereits voll gezahlt hat und sie jetzt storniert, kann die Forderung nur noch zur Insolvenztabelle anmelden. Wie hoch dabei der tatsächliche Erstattungsbetrag ist, ist aber noch vollkommen offen. Sicher sind sich Reiserechtsexperten aber in einem Punkt: Bis die Erstattung aus der Insolvenztabelle ausgeschüttet wird, werden drei bis sechs Jahre vergehen.
  3. Die Stornogebühr übersteigt unter Umständen die Anzahlung, die die Kunden bereits geleistet haben. Ist das der Fall, kann der Insolvenzverwalter des Reiseveranstalters die restliche Stornogebühr verlangen. Wie hoch die Stornogebühren sind, können Betroffene in der Regel in den AGB des Veranstalters nachlesen.
  4. Auch wenn die Stornogebühr eigentlich geringer ausfällt als die bereits geleistete Anzahlung werden Betroffene zumindest im Moment kein Geld zurückbekommen. Die Konten des Unternehmens werden im Fall einer Insolvenz nämlich vorerst gesperrt.

Für Urlauber, deren Reise bereits offiziell von Thomas Cook abgesagt wurde, gibt es übrigens keine Storno-Möglichkeit mehr. In der Regel ist eine Stornierung hier aber auch nicht sinnvoll, weil die Reisen bereits voll bezahlt sind. In diesen Fällen sollten Betroffene ihre Forderungen schnellst möglich über die Kaera AG beim Insolvenzversicherer geltend machen.

Haftet der Staat für Kundengelder, die nicht erstattet werden?

Thomas Cook ist wie jeder andere Reiseveranstalter gegen Insolvenz versichert. Aus der Versicherungssumme sollen Kunden bereits gezahltes Geld für die Reisen zurückbekommen. Das ist in § 651r Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) geregelt, womit der Gesetzgeber eine europäische Vorschrift in deutsches Recht umsetzt.

Doch das deutsche Recht sieht auch eine Deckelung der Versicherungssumme vor. So muss ein Insolvenzversicherer maximal 110 Millionen Euro pro Geschäftsjahr aufbringen, um Pauschalreisende zu entschädigen, die von einer Insolvenz betroffen sind. Dass diese Summe nicht reicht, um allen Thomas-Cook-Kunden die volle Summe zu erstatten, ist bereits jetzt klar. Nun fordern Experten, dass der Staat für die Differenz einspringen müsse.

Diese sogenannte Staatshaftung sei notwendig, weil der Staat die europäische Vorschrift nicht korrekt in nationales Recht umgesetzt habe. In Artikel 17, Absatz 1 der EU-Richtlinie 2015/2302 heißt es: „Die Mitgliedsstaaten stellen sicher, dass in ihrem Hoheitsgebiet niedergelassene Reiseveranstalter Sicherheit für die Erstattung aller von Reisenden oder in deren Namen geleisteten Zahlungen leisten, sofern die betreffenden Leistungen infolge der Insolvenz des Reiserveranstalters nicht erbracht werden.“ Experten argumentieren nun, dass die Obergrenze von 110 Millionen Euro, die das deutsche Recht erlaubt, dieser Regelung widerspricht, denn hier sei ausdrücklich von der Erstattung aller geleisteten Zahlungen die Rede. Folglich müsse der Staat für die Summe haften, die der Insolvenzversicherer wegen der zu geringen Versicherungssumme nicht erstattet.

Ob sich diese Rechtsauffassung durchsetzt, ist derzeit allerdings noch nicht klar. Aktuell streiten Medienberichten zufolge auch die Zurich als Insolvenzversicherer und das Bundesjustizministerium über die Auslegung des § 651r BGB. So argumentiere das Ministerium, dass die 110 Millionen Euro als Deckelung nur für die Erstattung von Anzahlungen und Zahlungen des Reisepreises gelten, schreibt der Bonner General-Anzeiger. Die Kosten für die Hotelübernachtung und die Heimflüge der Urlauber, die zur Insolvenz bereits im Ausland waren, fielen dagegen nicht unter die Regelungen. Das sieht die Zurich aber offenbar anders. Nach Rechtsauffassung des Versicherers, so schreibt die Zeitung, seien in den 110 Millionen alle Zahlungen enthalten.


4. Oktober 2019, 13:45 Uhr:

Flughafentransfer für Gäste in Bulgarien geklärt

Nach der Dominikanischen Republik, den Kanaren, Balearen, Madeira, Faro, Jerez de la Frontera und Malaga hat der Insolvenzversicherer Zurich nun auch den Flughafentransfer für Gäste in Bulgarien neu organisiert. Für Thomas-Cook-Kunden, die aktuell dort im Urlaub sind, gilt:

Burgas: Gäste, die in Burgas den Heimflug nehmen, werden bis zum 6. Oktober vom bestehenden Dienstleister vom Hotel zum Flughafen gebracht. Wer danach den Heimflug gebucht hat, kann ab dem 7. Oktober Taxikosten bis zu 50 Euro für den Flughafentransfer bei der Zurich geltend machen.

Varna: Wer den Flug ab Varna gebucht hat, kann ab sofort ein Taxi zum Flughafen nehmen und die Kosten dafür bei der Zurich einreichen. Auch hier gilt das Limit von 50 Euro pro Fahrt.

Banken lehnen Chargeback ab. Was tun?

Thomas-Cook-Kunden, die ihre Reise mit Kreditkarten oder Lastschrift beziehungsweise angezahlt haben, können das sogenannte Chargeback-Verfahren nutzen, um ihr Geld schnell und vollständig zurückzubekommen. Dabei ist die Bank beziehungsweise das Kreditkarteninstitut in der Pflicht, Geld zurückzuerstatten, wenn die Gegenleistung dafür nicht erbracht wurde. Nun berichten aber viele Kunden, dass die Bank die Rückzahlung verweigert.

Betroffene sollten sich davon nicht abschrecken lassen und trotzdem das Chargeback-Verfahren beantragen. Wichtig: Antrag und Ablehnung müssen belegbar sein. Betroffene sollten den Antrag also schriftlich und am besten als Einschreiben mit Rückschein stellen. Lehnt die Bank den Antrag nun ab, können Kunden nachweisen, dass sie eine Forderung gegen die Bank geltend gemacht haben. Diese verjährt erst nach drei Jahren.

Kunden gewinnen mit dem Chargeback-Antrag vor allem Zeit. Die Banken berufen sich bei ihren Ablehnungen aktuell darauf, dass das Geld des Kunden über den Insolvenzversicherer abgesichert ist, der die Kosten also erstatten muss. Es ist aber bereits jetzt abzusehen, dass die Zurich nicht alle Kunden in voller Höhe entschädigen wird, weil die Versicherungssumme dafür nicht ausreicht. Durch den Antrag auf Chargeback sichern sich Betroffene die Chance, den Restbetrag, den die Zurich nicht erstattet, anschließend erneut bei ihrer Bank einzufordern.

Dafür ist es aber wichtig, das Chargeback so schnell wie möglich zu beantragen, denn das ist nur innerhalb einer kurzen Frist von wenigen Wochen nach der Zahlung möglich.

Versicherungssumme zu niedrig

Die Zurich hat sich zur Versicherungssumme geäußert und erklärt, dass Thomas-Cook-Kunden nicht damit rechnen könnten, in voller Höhe entschädigt zu werden.

Konkret heißt es in der Mitteilung des Versicherers: „Der Gesetzgeber sieht vor (§651r BGB), die Haftung für den Kundengeldabsicherer (Versicherer) auf maximal 110 Millionen Euro zu begrenzen, gleichzeitig hat Thomas Cook Deutschland die Reisen nur bei einem Versicherer mit bis 110 Millionen Euro abgesichert, was dazu führt, dass die Schadensumme nun den von Thomas Cook eingekauften Versicherungsschutz bei weitem übersteigt. Da die von Thomas Cook eingekaufte Deckung nicht ausreicht, um den Schaden zu decken, sieht der Gesetzgeber vor, dass der Erstattungsbetrag quotiert wird. Die Quote kann derzeit noch nicht ermittelt werden, da der Großteil der Ansprüche noch nicht bei www.KAERA-AG.de angemeldet wurde.“


2. Oktober 2019, 14:15 Uhr:

Thomas Cook International meldet ebenfalls Insolvenz an

Die Thomas Cook International AG (TCI) mit Sitz in der Schweiz hat gestern ebenfalls Insolvenz angemeldet. Auch einige deutsche Gäste hatten Reisen über TCI gebucht. Alle Reisen, die am 31. Oktober 2019 oder früher beginnen sollten, wurden abgesagt. Die Gäste seien bereits informiert worden, heißt es von Thomas Cook. Wie es für Reisende weitergeht, die mit TCI später in den Urlaub fliegen wollten, ist aktuell noch nicht klar.

Alle Kunden mit Reiseantritt bis 31.10. informiert

Je nach geplantem Reiseantritt informierte Thomas Cook seine Gäste per Mail darüber, was mit ihren Reisen geschieht. Alle Gäste, deren Reise am 31. Oktober 2019 oder früher beginnen sollte, seien nun angeschrieben und informiert worden, dass ihre Reise abgesagt sei, erklärt das Unternehmen heute. Ausgenommen davon seien lediglich einige Nur-Flug-Buchungen und österreichische Buchungen. Für diese müsse das konkrete Vorgehen noch abgestimmt werden.

Aldiana löst sich von Thomas Cook

Die Aldiana GmbH übernimmt Organisation und Durchführung ihrer Reisen ab sofort eigenständig. Damit hat sich das Unternehmen vom Thomas-Cook-Konzern gelöst, der Minderheitsgesellschafter von Aldiana war. „Die Flüge werden jetzt direkt von Aldiana eingebucht und mit den Fluggesellschaften abgerechnet. Die Betreuung der Reisebüros erfolgt ausschließlich über das Aldiana-Vertriebsteam“, heißt es in einer Mitteilung von Thomas Cook. Damit scheinen Aldiana-Reisen also auch für die Zukunft zunächst gesichert zu sein.


2. Oktober 2019, 10:15 Uhr:

Wer mit Thomas Cook eine Pauschalreise gebucht hat und den Urlaub wegen der Insolvenz vorzeitig abbrechen musste, kann eine Reisepreisrückzahlung über den Insolvenzversicherer Zurich beantragen. Dasselbe gilt für Reisende, die eine Reise aufgrund der Insolvenz nicht antreten konnten. Am schnellsten geht die Schadensmeldung über das Webformular der Kaera AG. Das ist ein Dienstleister, den die Zurich mit der Abwicklung betraut hat. Doch da tauchten in den vergangenen Tagen einige Probleme auf. Die Antworten auf die häufigsten Fragen:

Muss ich meine Reise antreten, um die Entschädigung beantragen zu können? Muss ich also zum Flughafen fahren, obwohl Thomas Cook alle Reisen bis zum 31. Oktober abgesagt hat?

Thomas Cook hat alle Reisen bis zum 31. Oktober 2019 abgesagt und teilt das den Pauschalreisenden derzeit auch per Mail mit. Wer diese schriftliche Bestätigung vorweisen kann, muss nicht zum Flughafen fahren, um einen Anspruch auf Entschädigung zu erwerben, erklären Reiserechtsexperten.

Diese Regelung galt nur, solange unklar war, ob Thomas Cook die Reisen durchführen wird oder nicht. Vorsicht: Diese Hinweise gelten immer nur für Pauschalreisende. Wer Einzelleistungen gebucht hat (nur Hotel oder nur Flug etc.), hat keinen Sicherungsschein und ist nicht durch den Insolvenzversicherer abgesichert.

Wir sind mit mehr als 6 Personen gereist. Wie kann ich im Schadenmeldeformular alle Personen angeben?

Das Schadenmeldeformular der Kaera AG sieht nur Felder für maximal 6 Mitreisende vor. Wer also als Gruppe gebucht hat, muss das Formular mehrfach ausfüllen. Betroffene bekommen eine Auftragsnummer beziehungsweise eine Bestätigungsübersicht, sobald die erste Schadenmeldung bei der Kaera eingegangen ist. Diese sollten sie als Datei abspeichern. Dann muss das Formular für die übrigen Mitreisenden erneut komplett ausgefüllt werden – die Datei mit der ersten Auftragsnummer fügen Betroffene dann als Anhang dieser neuen Meldung hinzu.

Brauche ich die Originaldokumente noch, wenn ich das Schadenmeldeformular ausgefüllt habe?

Betroffene sollten die Original-Reiseunterlagen gut aufheben. Die Kaera AG behält sich im Einzelfall nämlich vor, diese anzufordern, um Schadensmeldungen zu überprüfen, die online eingegangen sind.

Wann bekomme ich mein Geld zurück?

Das ist noch vollkommen unklar. Die Kaera AG bittet auf ihrer Website um Geduld: Wegen der vielen Fälle sei momentan nicht abzusehen, wann die Prüfung der Ansprüche abgeschlossen sei.

Wie bekomme ich mein Geld zurück?

Die Kaera AG fragt im Schadenmeldeformular auch nach einer Bankverbindung. Dorthin wird der Betrag, der Betroffenen erstattet wird, überwiesen.

Ich bekomme eine Fehlermeldung, wenn ich das Schadenmeldeformular ausfüllen und abschicken will. Was kann ich tun?

Zeitweise hatte die Kaera AG durch den großen Andrang mit Problemen mit dem Online-Formular zur Schadenmeldung zu kämpfen. Wichtig ist: Wenn Betroffene ihre Ansprüche über das Formular geltend gemacht haben, bekommen sie eine Eingangsbestätigung per E-Mail. Wer diese nicht bekommt, sollte sich mit der Kaera AG in Verbindung setzen, um zu klären, ob die Schadenmeldung erfolgreich war oder nicht.

Außerdem bekamen Kunden immer wieder einen „Fehler 500“ beim Versuch, das Formular abzuschicken. Dazu schreibt die Kaera AG: „Bei dem Fehler 500 handelt es sich um Fehler bei der Eingabe, bitte überprüfen Sie daher die Eingaben in Ihrer Schadenmaske. Zu den häufigsten Fehlern gehören: Tippfehler bei einem Datumsformat, falsche Informationen im Feld Postleitzahl, Tippfehler bei der Eingabe von Beträgen.“

Ich habe nur einen Flug oder nur ein Hotel über Thomas Cook gebucht. Welche Möglichkeiten habe ich, mein Geld zurückzubekommen?

Wer nur eine Einzelleistung beauftragt hat, hat eine Individualreise gebucht. Diese sind nicht gegen Insolvenz abgesichert. Es existiert kein Sicherungsschein und der Insolvenzversicherer muss folglich auch nicht für die Erstattung der Kosten sorgen. Betroffene können im Moment nicht viel tun: Wer per Lastschrift oder Kreditkarte bezahlt hat, kann versuchen, sich das Geld über das Chargebackverfahren zurückzuholen.

Aber Achtung: Zum einen müssen dafür Fristen eingehalten werden, zum anderen weigern sich aktuell viele Banken und Kreditkarteninstitute, das Chargeback-Verfahren für die Thomas-Cook-Insolvenz durchzuführen.

Darüber hinaus können Individualreisende nur auf die Eröffnung des Insolvenzverfahrens warten und ihre Forderungen dann zur Insolvenztabelle anmelden. Es ist allerdings nicht zu erwarten, dass in diesem Rahmen alle Kosten erstattet werden.


1. Oktober 2019, 15:30 Uhr:

Zurich: Versicherungssumme reicht bei weitem nicht aus

Der Unternehmenssprecher der Zurich, Bernd Engelien, äußerte sich heute zur Insolvenzversicherung von Thomas Cook. Die Kundengelder sind mit 110 Millionen Euro gegen die Insolvenz abgesichert. Der Nachrichtenagentur dpa sagte Engelien: „Sie können davon ausgehen, dass dies bei weitem nicht reicht.“

Zunächst würden von dem Geld die Kosten für Hotel und Rückflüge der Reisenden bezahlt, die zum Zeitpunkt der Insolvenz bereits im Urlaub waren. Erst aus der Restsumme könnten diejenigen entschädigt werden, die ihre Reise nicht antreten konnten. Wieviel am Ende jeder Kunde bekommt, ist aber noch nicht klar, denn noch ist nicht abzusehen, wie hoch die Schadenssumme insgesamt sein wird.

Die Ersatzansprüche würden am Ende mit der Versicherungssumme abgeglichen und quotiert. Als Rechenbeispiel heißt es: „Wenn die Schadenssumme doppelt so hoch ist wie die versicherte Summe, würden die Ansprüche zur Hälfte gedeckt.“

 

DER Touristik organisiert Flughafen-Transfer auch in Malaga

Gäste, die in Spanien im Urlaub sind und vom Flughafen in Malaga zurück nach Hause fliegen sollen, bekommen Informationen zum Flughafen-Transfer von der DER Touristik. Dieser Reiseveranstalter übernimmt im Auftrag der Zurich Versicherung ab morgen, 2. Oktober 2019, den Transfer der Thomas-Cook-Gäste zum Flughafen Malaga. DER Touristik organisiert den Flughafen-Transfer auch bereits in der Dominikanischen Republik, auf den Balearen, Madeira und den Kanaren, in Faro und Jerez de la Frontera.

 

Rückholaktion für deutsche Urlauber soll Anfang nächster Woche abgeschlossen sein

Nach Angaben der Zurich sind derzeit noch ca. 17.000 deutsche Gäste mit Thomas Cook im Ausland und werden derzeit nach und nach zurückgebracht. Bis Anfang kommender Woche soll die Rückholaktion weitgehend abgeschlossen sein. Dann seien nur noch 3.000 Personen im Ausland, die zum Teil Langzeiturlauber sind.


30. September 2019, 16:15 Uhr:

Wie geht es mit Thomas Cook weiter?

Thomas Cook in Deutschland veröffentlichte heute ein Statement zur Zukunft des Unternehmens. Demnach hätten sich die vorläufigen Insolvenzverwalter vor Ort ein Bild über die aktuelle Lage verschafft und man sehe „durchaus Perspektiven und Chancen für die Zukunft.“ Die Insolvenzverwalter und die Geschäftsführung suchen nun nach geeigneten Maßnahmen, um die einzelnen Unternehmensteile fortzuführen.

Transport zum Flughafen Jerez über DER Touristik

Nach den Balearen, Kanaren, der Dominikanischen Republik, Madeira und Faro übernimmt die DER Touristik ab morgen, 1. Oktober 2019, auch den Transfer der deutschen Thomas-Cook-Gäste zum Flughafen Jerez.

Tour Vital meldet ebenfalls Insolvenz an

Der Reiseanbieter Tour Vital hat ebenfalls Insolvenz angemeldet und begründet das mit den „derzeitigen Rahmenbedingungen im Reisemarkt“. Tour Vital war auf Reisen mit ärztlicher Begleitung spezialisiert und gehörte bis vergangenes Jahr ebenfalls zu Thomas Cook. Nun hat der Anbieter alle Reisen bis zum 31. Dezember 2019 abgesagt. Wie bei Thomas Cook hat auch Tour Vital die Kundengelder über die Zurich gegen Insolvenz abgesichert. Die Schadensabwicklung erfolgt aber über Travelsafe.

Kreuzfahrten mit TOC Ship finden statt

Fluss- und Hochseekreuzfahrten, die über TOC Ship gebucht wurden, sind vorläufig von der Insolvenz nicht betroffen. Reisen mit Abreisedatum bis zum 20. Oktober 2019 finden sicher statt. Ob Reisen, die für einen späteren Zeitraum gebucht wurden, ebenfalls durchgeführt werden, ist allerdings noch offen.

Thomas Cook richtet Info-Hotline ein

Gäste, die Fragen zu ihrer gebuchten Reise haben, können sich ab sofort an eine Service-Hotline von Thomas Cook wenden. Unter 06171 - 65 65 190 erfahren sie zum Beispiel, ob ihre Reise abgesagt wurde oder nicht.

Wichtig: Die Mitarbeiter an dieser Hotline können zum Stand des Insolvenzverfahrens keine Auskunft geben und haben auch keinen Einblick in die Schadenabwicklung. Wer also wissen will, ob seine Schadenmeldung bereits bearbeitet ist und wie es damit weitergeht, bekommt hier keine Auskunft. Für diese Fragen ist die Kaera AG zuständig, doch auch hier werden Betroffene wegen des hohen Aufkommens an Schadensmeldungen aktuell keine Auskünfte zu Einzelfällen bekommen.

Chargeback bei Kreditkartenzahlung und Lastschrift

Kunden, die ihre Reise per Kreditkarte oder Lastschrift bezahlt haben, können sich ihr Geld unter Umständen ohne eine Schadenmeldung bei der Kaera AG zurückholen. Dafür können sie das sogenannte Chargeback-Verfahren nutzen, mit dem Verbrauchern bereits gezahlte Kosten von der Bank oder dem Kreditkarteninstitut erstattet werden, wenn sie die Leistung nicht erhalten haben. Dieser Fall liegt mit der Insolvenz von Thomas Cook vor.

Allerdings verweigern offenbar zahlreiche Kreditinstitute das Chargeback-Verfahren, weil Pauschalreisen durch den Sicherungsschein abgesichert sind. Die Institute berufen sich darauf, dass Kunden darüber ihr Geld zurückbekämen. Kunden sollten dennoch auf jeden Fall zumindest den Versuch starten, ihr Geld auf diesem Weg schnell und in voller Höhe zurückbekommen. Verzichten sie nämlich darauf und warten ab, bis klar ist, ob und welcher Höhe der Insolvenzversicherer ihre Kosten ersetzt, ist die Frist für das Chargeback-Verfahren unter Umständen abgelaufen.


29. September 2019, 14:30 Uhr:

Rückreise auch für Gäste in Faro und auf Madeira über DER Touristik organisiert

Ab morgen, 30. September 2019, springt der Reiseveranstalter DER Touristik auch in Faro und auf Madeira ein, um die Rückreise der Thomas-Cook-Gäste zu organisieren. Seit gestern sorgt das Unternehmen bereits auf den Kanaren und Balearen sowie in der Dominikanischen Republik für den Transfer der Gäste zum Flughafen.

Reisende, die heute, 29. September 2019, auf Madeira oder in Faro den Rückflug nach Hause antreten sollen, können die Taxifahrt zum Flughafen bis zu 50 Euro über die Kaera AG beim Insolvenzversicherer Zurich geltend machen. Betroffene brauchen dafür eine Rechnung oder Quittung vom Taxifahrer.

Neue Hinweise für Nur-Flug-Gäste

Reisende, die über Thomas Cook nur einen Flug gebucht haben, müssen unter Umständen selbst für einen Ersatzflug aufkommen. Einzelleistungen sind in der Regel nicht über den Sicherungsschein abgesichert, der nur Pauschalreisende vor den Folgen einer Insolvenz schützt.

Thomas Cook schreibt dazu: „Alle Nur-Flug Gäste der Marken TIP, OGE Flug, NEC ONE können nicht mehr regulär rückbefördert werden, da in diesen Fällen kein Sicherungsschein existiert. Nur-Flug Gäste der Marken TOC NET und TOC Flug sind im Besitz eines Linienflugtickets und können ihren Rückflug antreten.“

Mails von Thomas Cook

Große Verunsicherung herrscht gerade bezüglich der E-Mails, die Thomas Cook an seine Kunden verschickt. Auch Betrüger sind nämlich inzwischen auf diesen Zug aufgesprungen und versuchen, sensible, persönliche Daten abzufangen. Dazu behaupten sie in gefälschten E-Mails, eine schnellere Rückzahlung veranlassen zu können, wenn Kunden diese Daten preisgäben.

Wichtig: Die Schadenabwicklung erfolgt ausschließlich über die Kaera AG und dort über das Webformular. Kunden, die keinen Internetzugang haben, können telefonisch ein Schadenmeldeformular beantragen. Aber weder die Kaera AG noch Thomas Cook selbst schickt auf eigene Initiative E-Mails, um diese Vorgänge abzuwickeln. Kunden sollten sensible Daten auf keinen Fall per E-Mail herausgeben.

Mails vom Reiseveranstalter bekommen Kunden allerdings sehr wohl – wenn es um ihre Reise geht zum Beispiel. So informiert das Unternehmen alle Betroffenen, die in der Zukunft eine Reise antreten sollten. Dabei gehen die Mails nach geplantem Reiseantritt raus. Alle Gäste, deren Reise am 5. Oktober oder früher beginnen sollte, wurden bereits angeschrieben. Alle, deren Buchungen weiter in der Zukunft liegen, bekommen demnächst eine Mail mit Informationen darüber, ob die Reise abgesagt wurde und wie sie weiter vorgehen sollen.

Probleme beim Ausfüllen des Schadenmeldeformulars bei der Kaera AG

Zeitweise hatte die Kaera AG durch den großen Andrang mit Problemen mit dem Online-Formular zur Schadenmeldung zu kämpfen. Wichtig ist: Wenn Betroffene ihre Ansprüche über das Formular geltend gemacht haben, bekommen sie eine Eingangsbestätigung per E-Mail. Wer diese nicht bekommt, sollte sich mit der Kaera AG in Verbindung setzen, um zu klären, ob die Schadenmeldung erfolgreich war oder nicht.

Außerdem bekamen Kunden immer wieder einen „Fehler 500“ beim Versuch, das Formular abzuschicken. Dazu schreibt die Kaera AG: „Bei dem Fehler 500 handelt es sich um Fehler bei der Eingabe, bitte überprüfen Sie daher die Eingaben in Ihrer Schadenmaske. Zu den häufigsten Fehlern gehören: Tippfehler bei einem Datumsformat, falsche Informationen im Feld Postleitzahl, Tippfehler bei der Eingabe von Beträgen.“

Aldiana ist nicht von der Insolvenz betroffen

Zwar gehört Aldiana teilweise Thomas Cook. Der Konzern besitzt aber nur eine Minderheit an diesem Reiseveranstalter. Die Mehrheit gehört nach Angaben von Thomas Cook einer Schweizer Immobiliengesellschaft, die auch die Finanzierung von Aldiana sicherstelle. Deshalb sei Aldiana nicht direkt von der Insolvenz betroffen.

Allerdings schreibt Thomas Cook weiter: „Was mit den Thomas-Cook-Anteilen an Aldiana passiert, entscheidet der Insolvenzverwalter. Es laufen bereits Gespräche mit mehreren potenziellen Investoren über die Übernahme der Thomas Cook Anteile. Den Ergebnissen dieser Gespräche können wir nicht vorgreifen.“

 


28. September 2019, 16:30 Uhr:

Betrüger verschicken E-Mails an Thomas-Cook-Kunden

Betrüger versuchen derzeit, aus der Insolvenz des Touristik-Konzerns Profit zu schlagen: Offenbar erhalten Thomas-Cook-Kunden derzeit vermehrt E-Mails, in denen sensible persönliche Daten wie Passdaten abgefragt werden. Die E-Mail erweckt den Eindruck, als käme sie direkt vom Reiseveranstalter. Das ist aber nicht der Fall! Thomas Cook schreibt dazu heute Abend: "Thomas Cook hat zu keiner Zeit Emails dieser Art an Kunden verschickt. Bitte ignorieren Sie diese Mails und löschen Sie diese."

Diese Betrugsmasche ist vor allem deshalb gefährlich, weil der Konzern seine Kunden derzeit tatsächlich auch selbst anschreibt – zum Beispiel, um darüber zu informieren, ob Reisen, die für die Zukunft gebucht sind, abgesagt werden. In diesen echten E-Mails werden allerdings keine persönlichen Daten abgefragt.


28. September 2019, 11:45 Uhr:

DER Touristik bringt Thomas-Cook-Reisende aus der Dominikanischen Republik, von den Kanaren und Balearen nach Hause

Die Zurich hat den Reiseveranstalter DER Touristik mit dem Rücktransport der Thomas-Cook-Gäste aus der Dominikanischen Republik, von den Balearen und den Kanaren beauftragt. Urlauber in diesen Destinationen werden von Vertretern der DER Touristik vor Ort darüber informiert, wann ihr Flug geht und wie sie vom Hotel zum Flughafen kommen. Zur DER-Touristik-Gruppe zählen Reiseanbieter wie "DERTOUR", Jahn Reisen" oder "ITS". Diese Rückholaktion soll heute, 28. September 2019, beginnen.

Zurich überweist Geld an Hotels

Die Zurich will die Lage für Gäste, die bereits mit einer der deutschen Thomas-Cook-Gesellschaften im Ausland sind, weiter entspannen. Immer wieder berichteten Reisende in der vergangenen Woche, dass sie von den Hotelmanagern gezwungen worden seien, selbst noch einmal für ihre Hotelzimmer zu bezahlen. Andernfalls durften sie das Hotel nicht mehr verlassen. Bereits vorgestern hatte der Insolvenzversicherer Hotels, Transfer- und Fluggesellschaften die Übernahme der Kosten für diese Reisenden zugesichert.

Jetzt kündigt die Zurich eine weitere Maßnahme an. Konkret heißt es in einer Stellungnahme des Unternehmens: "Insbesondere wird Zurich, auf Basis der Buchungsinformationen und ohne Vorlage von gesonderten Rechnungen, im Rahmen der ausgesprochenen Kostenübernahmegarantien bereits jetzt einen Abschlag von 50 Prozent der ausstehenden Zahlungen für im Hotel derzeit anwesende Gäste an die Hotels anweisen. Dies gilt sofort und unter der Voraussetzung, dass Thomas Cook-Reisende von diesen Hotels ab sofort weder zur individuellen Zahlung von Hotelrechnungen aufgefordert oder anderweitig genötigt werden."

 


27. September 2019, 10:45 Uhr:

Es gibt neue Informationen für Reisende, die über Thomas Cook, Neckermann Reisen, Bucher Reisen, Öger Tours und Air Marin eine Reise gebucht haben: "Alle abreisenden Gäste bis einschließlich Abreise 31.10.2019 können ihre Reise aus insolvenzrechtlichen Gründen nicht antreten", heißt es dazu in einer aktuellen Meldung von Thomas Cook. Wer eine Reise gebucht hat, die am 1. November 2019 oder später beginnen sollte, muss sich weiter in Geduld üben. Zwar arbeite man daran, die Marken des deutschen Thomas-Cook-Konzerns wieder an den Markt zu bringen. Dann könnten Neckermann Reisen, Bucher Reisen, Öger Tours und Air Marin unter Umständen wieder Reisen verkaufen und durchführen. Ob das aber gelingt und bis wann, ist derzeit völlig offen.

Wie gestern bereits mitgeteilt, gilt dafür weiterhin Entwarnung für Reisende, die bereits mit einem dieser Anbieter im Ausland sind: Der Insolvenzversicherer Zürich hat allen Hotels, Transfergesellschaften und Fluglinien eine Kostenübernahme für diese Urlauber zugesichert. Sie können ihren Urlaub also beenden, wie es ursprünglich geplant war. Gäste können diese Hotelgarantie und Fluggarantie online aufrufen und ausdrucken, um sie gegebenenfalls im Hotel oder am Flughafen vorzulegen, wenn man sie dort zu weiteren Zahlungen zwingen will. Aber Vorsicht: Das gilt nur für Pauschalreisende, denn nur diese sind über den Reisesicherungsschein in den Buchungsunterlagen gegen die Insolvenz von Thomas Cook abgesichert.

Können Betroffene Zahlungen, die per Kreditkarte oder Lastschrift geleistet wurden, zurückbuchen?

Ja, allerdings muss das schnell geschehen. Eine Lastschrift können Betroffene nur in den ersten acht Wochen nach der Zahlung zurückfordern. Sie müssen sich dafür an ihre Bank wenden. Wer mit Kreditkarte bezahlt hat, kann das Chargeback-Verfahren nutzen. Dabei kann man eine Zahlung zurückholen, wenn die entsprechende Gegenleistung - hier also die Reise - nicht erbracht wurde. Betroffene wenden sich dafür bitte an ihr Kreditkarteninstitut. Das Besondere: Kunden, die ihr Geld auf diese Weise zurückfordern, erhalten den vollen Betrag zurück - auch, wenn die Versicherungssumme vielleicht am Ende nicht ausreicht und der Insolvenzversicherer die Kunden nur anteilig entschädigen kann.

Reicht die Versicherungssumme für alle Kunden?

Thomas Cook war wie jeder andere Reiseveranstalter verpflichtet, sich für den Fall einer Insolvenz zu versichern, damit Kunden dann ihr Geld zurückbekommen. Das Unternehmen hat dafür eine Versicherung bei der Zürich abgeschlossen. Die Absicherung gilt aber nur bis zu einer gesetzlich vorgeschriebenen Summe von 110 Millionen Euro. Alle Kunden von Thomas Cook, Neckermann Reisen, Bucher Reisen, Öger Tours und Air Marin werden aus dieser Summe entschädigt. Nun schreibt aber die Kaera AG, der Dienstleister, der die Entschädigungen für die Zürich abwickelt: "Wir gehen zur Zeit davon aus, dass die versicherte Haftungssumme von 110.000.000 € möglicherweise nicht ausreichen wird, um alle Ansprüche zu befriedigen." Sollte der Fall tatsächlich eintreten, bekommen Kunden ihr Geld nur anteilig zurück. Um auch die restliche Summe geltend zu machen, können sich Betroffene zusätzlich in die Insolvenztabelle eintragen. Das ist aktuell aber noch nicht möglich. Kunden können derzeit nur abwarten, bis der Bescheid der Kaera AG zur Höhe der Erstattung da ist. Anschließend bieten wir ihnen an dieser Stelle zeitnah und aktiv Unterstützung bei der Eintragung.

Wann, wo und wie machen Betroffene ihre Forderungen geltend?

Reisende, die ihre Reise wegen der Insolvenz von Thomas Cook nicht antreten konnten oder früher abbrechen mussten, können ihre Forderungen ab sofort bei der Kaera AG geltend machen. Kunden nutzen dazu das Online-Schadenmeldeformular. Ausführliche Informationen zum Ausfüllen haben wir weiter unten auf dieser Seite im Beitrag vom 25. September 2019, 10:30 Uhr zur Verfügung gestellt. Wichtig: Im Formular müssen Betroffene ihren Reiseveranstalter auswählen. Wer mit Bucher Reisen oder Öger Tours gebucht hat, wählt bitte "Bucher Reisen § Öger Tours GmbH" aus. Wer bei Thomas Cook Signature, Thomas Cook Signature Finest Selection, Neckermann Reisen und Air Marin gebucht hat, wählt bitte "Thomas Cook Touristik GmbH".

Kreuzfahrten von Thomas Cook sind nicht von der Insolvenz betroffen

Hochsee- und Flusskreuzfahrten, die über TOC Ship gebucht wurden, finden wie geplant statt. Das gilt zumindest für alle Reisen, die bis zum 7. Oktober beginnen sollen. Für Reisen, die danach starten sollen, gibt es noch keine gesicherten Informationen. Achtung:Gäste, die eine entsprechende Flusskreuzfahrt gebucht haben, wurden in den vergangenen Tagen teilweise irrtümlich informiert, dass auch ihre Reisen ausfallen. Das ist eine Fehlinformation, wie Thomas Cook jetzt mitteilte. Sowohl die Schifffahrten, als auch die Flüge zum Schiff seien bereits vollständig bezahlt worden und die Reiseunterlagen der Gäste behielten ihre Gültigkeit


26. September 2019, 10:30 Uhr

Thomas Cook hat neue Informationen für betroffene Reisende veröffentlicht:

Gäste, die schon im Urlaub sind, können die Reise wie geplant beenden

Gäste, die aktuell mit einer der Thomas-Cook-Marken (Thomas Cook, Neckermann Reisen, Bucher Reisen, Öger Tours, Air Marin) im Ausland sind, können demnach ihren Urlaub wie geplant beenden. Alle Hoteliers, Fluggesellschaften und Transportagenturen in den Ländern hätten eine Kostenübernahmeerklärung der Insolvenzversicherung erhalten. Für Reisende bedeutet das: Ihr Hotelzimmer, ihr Transfer zum Flughafen und ihr geplanter Rückflug sind bezahlt und werden wie in den Buchungsunterlagen geplant, durchgeführt.

Geplante Reisen bis einschließlich 13.10. storniert

Gäste, die bis einschließlich 13. Oktober 2019 eine Reise mit einem Thomas-Cook-Unternehmen antreten sollten, können nicht reisen. Alle Buchungen für diesen Zeitraum sind storniert - das gilt nicht nur für Pauschalreisen, sondern auch für Einzelbuchungen von zum Beispiel Flügen und Hotelübernachtungen.

Unklarheit bei gebuchten Reisen, die nach dem 13.10. beginnen sollen

Wer eine Reise gebucht hat, die erst am 14. Oktober 2019 oder später beginnen soll, muss sich weiter in Geduld üben.Thomas Cook prüfe in Abstimmung mit der Insolvenzversicherung, wie es für diese Kunden weitergehen kann. Bis zu einer Entscheidung können entsprechende Buchung weder geändert noch storniert werden. Kunden bleibt lediglich, vorsorglich schon jetzt ihre Forderungen geltend zu machen. Dazu wenden sie sich am besten direkt an die Kaera AG, die mit der Schadensabwicklung betraut wurde.


25. September 2019, 10:30 Uhr:

Heute hat auch Thomas Cook Deutschland Insolvenz angemeldet. Der Geschäftsbetrieb ist eingestellt. Wie geht es jetzt für Reisende weiter, die über eine der Thomas-Cook-Marken gebucht haben?

Insolvenz ist über die Zürich versichert

Thomas Cook Deutschland ist mit seinen Marken Thomas Cook, Neckermann Reisen, Bucher Reisen, Öger Tours und Air Marin bei dem Versicherungskonzern Zürich für den Insolvenzfall versichert. Die Zürich hat den Dienstleister Kaera AG mit der Schadensabwicklung beauftragt.

Wie machen Kunden ihre Ansprüche geltend?

Die Kaera AG hat ein Online-Schadenmeldeformular aufgesetzt. Damit sollen Kunden Ihre Ansprüche geltend machen. Zwar ist eine telefonische Schadensmeldung theoretisch auch möglich, allerdings verzögert sich die Bearbeitung damit wohl erheblich.
Kunden, die eine Reise bei einem der Thomas-Cook-Veranstalter in Deutschland gebucht haben, müssen auf der Website zum Schadenmeldeformular zunächst eine Zustimmungserklärung herunterladen, ausdrucken und unterschreiben, mit der sie versichern, bei der Schadensmeldung wahrheitsgemäße Angaben zu machen. Im Schadenmeldeformular müssen Kunden dann folgende Dokumente einreichen, damit ihre Schadensmeldung bearbeitet werden kann:

  • Buchungsbestätigung
  • Zahlungsnachweis Reisepreis (Kontoauszug oder Kreditkartenabrechnung)
  • Zustimmungserklärung aller Reisenden
  • Reisesicherungsschein
  • Optional: Zahlungsnachweis für weitere Kosten bei der Buchung und vor Ort

 

Praxistipp: Die Dokumente können als .jpg oder .pdf hochgeladen werden. Reisende können die Unterlagen also auch vor Ort einfach mit dem Smartphone fotografieren und verwenden.

Außerdem müssen Betroffene im Formular auch Angaben machen zu:

  • Buchungsdatum und –dauer
  • Gesamtpreis und bereits gezahltem Anteil
  • Verwendetem Zahlungsmittel
  • Bankverbindung für die Erstattung

 

Wichtig: Die Kaera AG weist ausdrücklich darauf hin, dass nur vollständige Schadensmeldungen umgehend bearbeitet werden können. Kunden, die keinen Internetzugang haben, können den Schaden vorläufig telefonisch melden unter +49 (0)6172 – 99 76 11 23. Hier müssen die Unterlagen nachgereicht werden. Entsprechend verzögert sich die Bearbeitung.

Praxistipp:Kunden, die Ihre Reise mit Kreditkarte gebucht haben, können den Weg unter Umständen abkürzen, indem sie einen sogenannten Chargeback veranlassen. Sie fordern also ihr Kreditkartenunternehmen auf, das an Thomas Cook gezahlte Geld zurückzuholen. Weil derartige Rückzahlungen nicht aus der Insolvenzmasse bedient werden, sondern die Bank des Händlers dafür haftet, bekommen Kunden ihr Geld so unter Umständen schneller zurück und müssen später wahrscheinlich auch keine Rückforderungen durch einen Insolvenzverwalter fürchten.

Wer kann Ansprüche geltend machen?

Über den Sicherungsschein können alle Urlauber Ansprüche geltend machen, die eine Pauschalreise bei einem der deutschen Thomas-Cook-Unternehmen gebucht haben. Das bedeutet also, dass sie mindestens zwei Reiseleistungen (etwa Hotel und Flug) beim Veranstalter gebucht haben. Pauschalreisebuchungen über Onlineportale sind davon umfasst, Individualreisen allerdings nicht. Unerheblich ist, ob die Kunden die Reise bereits angetreten haben oder nicht.

Tipps für Urlauber, die aus dem Ausland anrufen

Reisende, die aktuell mit Thomas Cook im Ausland sind, sollten sich zunächst an den Reiseleiter vor Ort wenden. Ist das nicht möglich, geben auch die deutschen Konsulate und Botschaften in den jeweiligen Ländern Auskunft zum weiteren Vorgehen. Alternativ können sich Reisende auch hier an die Versicherung wenden, die auf ihrem Sicherungsschein mit den Kontaktdaten angegeben ist.

Wichtig: Reisende im Ausland sind abgesichert! Es kann durchaus einige Tagen dauern, bis klar ist, wie und wann die Urlauber nach Hause zurückkommen, aber auch für die (zusätzlichen) Übernachtungen im Hotel und den Rückflug tritt der Insolvenzversicherer ein. Die Versicherung kommt dann auch für Zusatzkosten auf, die Reisende möglicherweise direkt vor Ort übernehmen müssen – zum Beispiel, weil das Hotel vom Reisenden eine Zahlung für die zusätzlichen Übernachtungen fordert. Dafür ist aber ein Nachweis (Rechnung, Zahlungsbeleg) notwendig.

Auch Reisende, die bereits im Ausland sind, machen Ihre Ansprüche wie oben beschrieben über das Onlineformular bei der Kaera AG geltend.

Aber Achtung: Reisende sollten auf keinen Fall ohne vorherige Kostenübernahmezusage auf eigene Faust einen Rückflug buchen! Sonst kann es sein, dass sie auf diesen Kosten sitzen bleiben.

Bis wann muss die Schadenmeldung erfolgen?

Reisende sind verpflichtet, die Schadenmeldung „unverzüglich“ vorzunehmen. Doch die Kaera AG schreibt dazu: „Sie müssen Ihre Schadenanzeige nicht sofort einreichen. Sie haben zwar die Pflicht dies unverzüglich zu tun. Es kommt hier allerdings nicht auf einen Tag an. Gründlichkeit geht hier vor Schnelligkeit.“

Bekommen Kunden alle Kosten erstattet?

Das ist noch unklar. Wenn die Versicherungssumme von 110 Millionen Euro nicht ausreicht, um alle Ansprüche abzugelten, kann es sein, dass Reisende nur anteilig entschädigt werden. Wie hoch der Anteil dann ausfällt und wann es dazu eine Information gibt, ist gegenwärtig aber noch offen.
Nicht versichert sind allerdings folgende Leistungen, die rein rechtlich keine Leistungen der Pauschalreise sind:

  • Versicherungsprämien von Reiseschutz
  • Rechtsanwaltskosten
  • Kreditkartengebühren
  • Portokosten und sonstige Auslagen

 

 


25. September, 8 Uhr:

Die Bundesregierung hat einen sogenannten Massekredit über 380 Millionen Euro für die Fluggesellschaft Condor bewilligt. Damit kann das Unternehmen, das zur insolventen Thomas-Cook-Gruppe gehört, den Betrieb weiterführen. Geldgeber sind der Bund und das Land Hessen. Der Kredit muss noch von der EU-Kommission bestätigt werden.


24. September 2019, 10 Uhr:

Die Thomas Cook plc hat Insolvenz angemeldet und den Betrieb mit sofortiger Wirkung eingestellt. Aber: Das gilt bisher nur für den britischen Teil des Konzerns. Die deutschen Ableger des Thomas-Cook-Konzerns sind (noch) nicht insolvent. Zwar haben die deutschen Anbieter wie Thomas Cook, Thomas Cook Signature, Bucher Last Minute, Öger Tours, Air Marin oder Neckermann Reisen den Verkauf von Reisen vorerst ein- und auf Notgeschäftsführung umgestellt. Deutsche, die gerade mit einem der deutschen Thomas-Cook-Veranstalter im Urlaub sind, müssen sich nach aktuellem Stand aber keine Sorgen machen: Die Fluggesellschaft Condor gehört zwar auch zum Thomas-Cook-Konzern, hat aber erklärt, dass der Flugbetrieb ganz normal weiterlaufe. Urlauber können also wie geplant ihren Rückflug nach Hause nehmen.

Reisende, deren Urlaub am 23. September oder in den Tagen danach beginnen sollte, trifft die Entwicklung allerdings durchaus – auch wenn Sie bei einem deutschen Thomas-Cook-Unternehmen gebucht haben. Ihre Reisen wurden abgesagt. Thomas Cook hat angekündigt, sich mit den Betroffenen direkt in Verbindung zu setzen, um zu klären, wie es für sie weitergeht. Bisher gibt es noch keine Informationen, ob die Reisen zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden oder wann der Reisepreis erstattet wird.

 

Was tun, wenn auch die deutschen Thomas-Cook-Firmen Insolvenz anmelden?

Wie es für die deutschen Teile des Thomas-Cook-Konzerns weitergeht, ist noch völlig unklar. Unter Umständen droht auch den deutschen Firmen die Insolvenz.

Betroffene Urlauber sollten in diesem Fall den Sicherungsschein heraussuchen. In Deutschland sind Reiseveranstalter verpflichtet, diesen mit den Reiseunterlagen auszuhändigen. Darauf finden Urlauber die Kontaktdaten des Versicherers, der für den Fall einer Insolvenz einspringt. Bei Thomas Cook Deutschland ist das in der Regel der Zürich-Versicherungskonzern. Eine solche Versicherung müssen alle Reiseveranstalter haben. Sie zahlt im Fall der Fälle die Unterkunft im Hotel, bis die Rückreise möglich ist, und den Rückflug. Oder sie erstattet die Kosten, wenn eine Reise nicht stattfinden konnte.

Wichtig: Der Sicherungsschein ist erst dann hilfreich, wenn der Veranstalter Insolvenz angemeldet hat. Reisende, die derzeit nicht in den Urlaub starten, können ihn (noch) nicht nutzen.

Deutsche Urlauber sind damit also theoretisch abgesichert. Es gibt allerdings zwei mögliche Stolpersteine:

  1. Reiseveranstalter sind in der Regel mit einer Summe von 110 Millionen Euro pro Geschäftsjahr abgesichert. Das wird vermutlich nicht reichen, um wirklich alle Kunden im Fall einer Insolvenz abzusichern. Kunden könnten dann auf einem Teil ihrer Kosten sitzenbleiben.
  2. Der Sicherungsschein existiert nur für Pauschalreisen. Von einer solchen spricht man, wenn der Urlauber mindestens zwei Reiseleistungen für dieselbe Reise bei einem Anbieter gebucht hat. Wer also zum Beispiel Flug und Hotel oder Hotel und Transfer bei einem deutschen Thomas-Cook-Anbieter gebucht hat, ist Pauschalreisender und abgesichert. Wer aber nur den Flug oder nur das Hotel gebucht hat, weil er die anderen Komponenten bei anderen Anbietern günstiger bekommen hat, fällt nicht unter diese Regelung. In diesen Fällen spricht man von einer Individualreise und für die muss der Versicherer im Insolvenzfall nicht eintreten.

 

Ob der Versicherer zahlt, in welcher Höhe und wie die Schadensabwicklung abläuft, müssen Reisende direkt mit dem Versicherer klären, der auf dem Sicherungsschein angegeben ist. Wer sich schon im Urlaub befindet, kann sich in erster Instanz außerdem an den Reiseleiter vor Ort wenden, um Informationen zu erhalten.

Wichtig: Eine Reisrücktritts- oder –abbruchversicherung haftet in der Regel nicht bei Insolvenz! Auch ist die möglicherweise drohende Insolvenz kein anerkannter Grund, um eine Reisebuchung zu widerrufen oder eine kostenfreie Stornierung zu erhalten.

Das Wichtigste in Kürze: Was sollten deutsche Reisenden jetzt tun?

  1. Warten Sie ab! Solange unklar ist, ob die deutschen Teile des Thomas-Cook-Konzerns ebenfalls Insolvenz anmelden müssen oder nicht, bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als die Ruhe zu bewahren. Die Hotline des Unternehmens anzurufen, ist momentan wenig erfolgsversprechend, weil die Leitungen fast ständig belegt sind und die Mitarbeiter in den Call Centern ebenfalls (noch) nicht mehr wissen.
  2. Im Fall einer Insolvenz Ihres Reiseveranstalters (Thomas Cook Signature, Neckermann Reisen, Bucher Last Minute, Öger Tours oder Air Marin): Wenden Sie sich an den Versicherer, der auf Ihrem Reisesicherungsschein angegeben ist. Mit ihm klären Sie, wie die Kosten für Ihre Reise erstattet werden beziehungsweise – wenn Sie bereits im Urlaub sind – wie es weitergeht.

Bitte beachten Sie, dass dieser News-Ticker lediglich einen allgemeinen Überblick bieten kann. Für eine individuelle Rechtsberatung nutzen Sie bitte die Anwaltshotline Ihrer Rechtsschutzversicherung. Dort bieten erfahrene Rechtsanwälte Hilfe im konkreten Einzelfall.