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Wohngemeinschaft mit Ex-Frau: Darf meine neue Familie nach meinem Tod weiterhin im Haus wohnen?

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwältin Silke Acker
Stand: 26.09.2017

Frage:

Ich bin seit 1997 geschieden. Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor. Meine Exe-Frau und ich haben während unserer Ehe ein gemeinsames Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung errichtet. Seit 2004 bin ich wieder verheiratet und meine jetzige Ehefrau brachte eine Tochter mit in die neue Ehe. Wir wohnen alle in unserem Haus, meine Ex-Frau in der Hauptwohnung und ich mit meiner jetzigen Frau und ihrer Tochter in der Einliegerwohnung. Das Haus gehört laut Grundbucheintragung jeweils zur Hälfte meiner Ex-Frau und mir. Meine Frage: Wer erbt in meinem Todesfall meine Hälfte des Hauses und kann meine jetzige Familie in unserer Einliegerwohung weiter wohnen bleiben?

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Antwort:

Wenn Sie sterben und kein Testament erstellt haben, erben Ihre Hälfte des Hauses Ihre heutige Ehefrau und Ihre beiden Söhne aus erster Ehe (§§ 1931, 1371 BGB). Leben Sie im Güterstand der Zugewinngemeinschaft (= gesetzlicher Güterstand) erben Ihre Ehefrau die Hälfte, Ihre Söhne je ein Viertel Ihres Nachlasses.

Wenn Sie für sich und Ihre Ehefrau kein lebenslanges Wohnrecht in Bezug auf die Einliegerwohnung haben eintragen lassen, kann es Probleme nach der Auseinandersetzung Ihres Nachlasses geben: Werden in dem Fall nämlich Ihre Ehefrau als Viertel-Eigentümerin des Wohnhauses und Ihre Söhne je als Achtel-Eigentümer im Grundbuch eingetragen, halten Ihre Ex-Ehefrau und Ihre Söhne die Mehrheit in der Bruchteilsgemeinschaft in Bezug auf das Wohnhaus. Jeder Bruchteilseigentümer kann eine Änderung der Nutzung der Einliegerwohnung verlangen. Über eine solche Änderung der Nutzung entscheiden die Miteigentümer durch Mehrheitsbeschluss (§ 745 Abs. 1 BGB). Je nachdem, wie dieser Beschluss lautet, kann es sein, dass Ihre Ehefrau dann die Wohnung verlassen muss. Dies geht allerdings nicht so ohne weiteres, wenn zwischen Ihnen und der jetzigen Bruchteilseigentümergemeinschaft ein konkludentes Mietverhältnis besteht: das kann z. B. dann der Fall sein, wenn Sie für die Nutzung der Wohnung einen Teil der Hauskosten tragen, der den Anteil geringfügig übersteigt, den Sie als Bruchteilseigentümer zurzeit sowieso zu tragen haben (mehr als 50%). In dem Fall hat Ihre jetzige Ehefrau bei Ihrem Tode ein Eintrittsrecht in den Mietvertrag (§ 563 Abs. 1 BGB), welchen die künftige Bruchteilseigentümergemeinschaft dann nur aus wichtigem Grund kündigen darf.



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