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Läuft die Dauer des Krankengeldanspruchs weiter, obwohl zeitweise kein Krankengeld bezogen wurde?

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Dr. Dietmar Breer
Stand: 01.10.2017

Frage:

Ich bin seit dem 8.8.2016 bis jetzt krankgeschrieben und bekomme ab dem 17.9.2016 Krankengeld von der Krankenkasse. Diese behauptet, dass ich nur bis 1.1.2018 Krankengeld bekommen soll bzw. kann. Das sind aber keine 78 Wochen. Mein Rentenantrag läuft seit 15.8.2017. Außerdem will mir die Krankenkasse den Zeitraum Juni-Juli 2016 als Krankheit anrechnen, obwohl ich da von der Rentenversicherung wegen Umschulung bezahlt wurde. Danach war ich von Juli bis zum 8.8.2016 wieder auf Umschulung, also Unterbrechung der Krankschreibung. Wie gesagt kein Krankengeld, erst ab dem 17.9.2016. Bitte schreiben Sie mir wie sich das verhält, denn meiner Meinung nach zählen die 78 Wochen ab dem Zeitpunkt, ab welchem ich Krankengeld von meiner Krankenkasse beziehe.

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Antwort:

Die Berechnung Ihrer Krankenkasse ist zutreffend. Die Bezugsdauer des Krankengeldes beträgt 78 Wochen. Sie beginnt mit dem Tag der Krankschreibung (§ 48  Abs. 1 Satz 1 SGB V)

„(1) Versicherte erhalten Krankengeld ohne zeitliche Begrenzung, für den Fall der Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Krankheit jedoch für längstens achtundsiebzig Wochen innerhalb von je drei Jahren, gerechnet vom Tage des Beginns der Arbeitsunfähigkeit an.“

Praktisch wird das Krankengeld aber selten über die gesamte Dauer gezahlt, denn § 49 SGB V nennt Zeiten in denen zwar die Krankengeldzahlung ruht, die Berechnungszeit aber weiterläuft. Der bekannteste Fall ist die Lohnfortzahlung, die bei einem bestehenden Arbeitsverhältnis in den ersten 6 Wochen regelmäßig gezahlt wird und damit die Zahldauer des Krankengeldes faktisch auf 72 Wochen reduziert.

Das Gleiche gilt nach § 49 Abs.1 Ziff. 3 und 3a SGB V auch für Zeiten, in denen Übergangsgeld, Unterhaltsgeld oder andere vergleichbare Sozialleistungen gezahlt werden. Damit sind die Zeiten der Umschulung durch die Rentenversicherung erfasst. Die dort geleisteten Zahlungen führen damit ebenso wie die Lohnfortzahlung in den ersten 6 Wochen zu einer faktischen Verkürzung der Zeit der Krankengeldzahlungen.

Sollte über Ihren Rentenantrag bis Anfang Dez. 2018 noch nicht entschieden sein, steht Ihnen unabhängig davon, ob Ihr Arbeitsverhältnis noch besteht, Anspruch auf Arbeitslosengeld zu, wenn Sie vor Eintritt Ihrer Arbeitsunfähigkeit versicherungspflichtig beschäftigt waren. Versäumen Sie es daher nicht, rechtzeitig Arbeitslosengeld bei der Bundesagentur für Arbeit zu beantragen.



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