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Wie berechnet sich der Unterhalt bei volljährigem Sohn in Ausbildung?

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Dr. Dietmar Breer
Stand: 29.01.2017

Frage:

Ich habe eine Frage  zu der Höhe des von mir zu leistenden Unterhaltes.

Mein Sohn wird im Februar 18 Jahre und befindet sich in seiner Berufsausbildung im 3. Lehrjahr. Die Ausbildungsvergütung beträgt 475€ monatlich. Er wohnt im Haushalt seiner Mutter.

Bisher habe ich monatlich 350€ Unterhalt gezahlt, obwohl ich weiß, dass eigentlich seine Ausbildungsvergütung angerechnet werden könnte.

Seine Mutter sagte mir am Anfang seiner Berufsausbildung, dass sie ein Konto angelegt hat, um Geld für seinen Führerschein zu sparen, deswegen habe ich seit nunmehr zweieinhalb Jahren wissentlich mehr gezahlt. Nun ist es aber so, dass es, entgegen ihrer Aussage, kein Konto für den Führerschein gibt.

Da ich gerne möchte, dass mein Sohn seinen Führerschein macht, ich mir aber auch nicht leisten kann, die Kosten allein zu tragen, wenn ich weiterhin die 350 Euro im Monat bezahle, möchte ich Sie fragen, ob sie mir einen groben Richtwert für meine künftigen Unterhaltszahlungen geben können.

Ich liege in der Einkommensstufe bis 1900 Euro netto. Das Einkommen der Mutter kann ich leider nicht in Erfahrung bringen, aber vermutlich etwa so hoch wie ihr Selbstbehalt von 1080 Euro.

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Antwort:

Mit der Volljährigkeit Ihres Sohnes ändert sich unterhaltsrechtlich Entscheidendes: Unterhaltsgläubiger ist jetzt nicht mehr die Mutter sondern der volljährige Sohn. Alle Unterhaltsleistungen sind daher unmittelbar an ihn direkt zu zahlen.

Weiter fällt mit dem Erreichen der Volljährigkeit der Betreuungsbedarf für den Jungen weg mit der Folge, dass auch kein Betreuungsunterhalt zu zahlen ist. Vielmehr haben sich ab dem Zeitpunkt der Volljährigkeit beide Eltern im Verhältnis ihres unterhaltspflichtigen Einkommens an den Unterhaltskosten zu beteiligen, wobei der Unterhalt natürlich in Natura, z.B. durch die Gewährung von Wohnung oder Versorgung geleistet werden kann.

Der Unterhaltsbedarf des noch im Elternhaus lebenden volljährigen Jugendlichen bei einem Gesamteinkommen der Eltern von 2900 € bemisst sich derzeit auf 633 €. Von diesem Bedarf ist das unterhaltsrechtliche Einkommen des Sohnes abzuziehen. Dazu ist das Nettoeinkommen zu ermitteln, das um den pauschalen Ausbildungsbedarf von 90 €/Monat zu reduzieren ist.

Die von Ihnen angegebene Ausbildungsvergütung erscheint für das 3. Lehrjahr recht gering. Hier sollten Sie sich (schon zur Ermittlung des Nettoeinkommens) einmal eine Monatsabrechnung zeigen lassen.

Es gilt dann die Rechnung 633 € minus (Nettoeinkommen minus 90 €). Der so ermittelte Restbedarf ist zwischen den Eltern im Verhältnis ihrer Leistungsfähigkeit zu teilen, wobei von dem Bedarf des Sohnes noch das Kindergeld in Höhe von 192 € /Monat abzuziehen ist. Wenn die Mutter nur ein Einkommen in Höhe des Selbstbehaltes erzielt, werden Sie wohl die Differenz alleine übernehmen müssen.

Oder anders ausgedrückt: Ausbildungsvergütung und Kindergeld sollten weitgehend ausreichen um den Unterhalt zu decken.



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