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Forderung eines Inkassobüros nach abgeschlossener Mitgliedschaft bei einem Online-Flirtportal

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Jürgen Strick
Stand: 07.04.2017

Frage:

Habe eine Premium-Mitgliedschaft bei einem Online-Flirtportal abgeschlossen. Ich dachte allerdings, dass es sich um einen einmaligen Kostenbetrag handelt und nicht um einen monatlichen. Nun fordert ein Inkassobüro über 400 Euro von mir.

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Antwort:

Leider kann ich Ihnen in Ihrem Fall keine großen Hoffnungen machen. Prinzipiell gäbe es mehrere Möglichkeiten gegen den geschlossenen Vertrag.

1. Widerruf gem. § 355 BGB.

Dabei ist entscheidend, ob Sie ordnungsgemäß über Ihr Widerrufsrecht informiert worden sind. Liegt eine ordnungsgemäße Widerrufsbelehrung vor, hätten Sie den Vertrag innerhalb von zwei Wochen nach dieser Widerrufsbelehrung widerrufen können. Liegt diese nicht vor, so würde die Widerrufsfrist ein Jahr beantragen. Sollte der Anbieter keine ordnungsgemäße Belehrung über den Widerruf dokumentieren können, so würde das Widerrufsrecht erst ein Jahr und zwei Wochen nach Vertragsschluss erlöschen.

2. Anfechtung wegen Irrtums gem. § 119 BGB.

Da Sie sich Ihrem Sachverhalt nach zu urteilen über die Kosten des Vertrags geirrt haben, käme eine Anfechtung wegen Irrtums in Betracht. Problematisch daran erscheint in Ihrem Fall jedoch die Anfechtungsfrist gem. § 121 BGB. Demnach hätten Sie Ihre Vertragserklärung unverzüglich, nachdem Sie den Irrtum über die Kosten entdeckt hatten, anfechten müssen. Da mittlerweile bereits ein Inkasso Unternehmen eingeschaltet wurde, dürfte diese Frist allem Anschein nach verstrichen sein.

Aus den vorher genannten Gründen sehe ich aufgrund Ihrer Angaben leider geringe Erfolgsaussichten gegen die allem Anschein nach rechtmäßige Forderung des Portals.



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