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Untermieter ruft Schlüsseldienst: Wer muss zahlen?

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Dr. Dietmar Breer
Stand: 03.05.2017

Frage:

Betrifft Türschloss an der Wohnungstüre:

Die Mieter meiner Wohnung gingen für ein Jahr ins Ausland. Mit meinem Einverständnis wurde die Wohnung an eine dritte Person untervermietet.

Die neue Mieterin konnte angeblich durch einen Defekt am Türschloss nicht mehr in die Wohnung.

Ein beauftragter Schlüsseldienst behob dieses Malheur.

Die Rechnung belief sich auf 560 Euro !!

Wer muss die Rechnung bezahlen?

Mieter? Untermieter? Vermieter?

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Antwort:

Die (überhöhte) Rechnung des Schlüsseldienstes muss zunächst der Untermieter bezahlen, denn er hat den Auftrag an den Schlüsseldienst erteilt. Ansprüche des Schlüsseldienstes sollten Sie aus diesem Grunde ablehnen.

Wenn der eingetretene Schaden darauf zurückzuführen ist, dass das Schloss tatsächlich defekt war, ist Ansprechpartner für den Untermieter der Hauptmieter. Nur mit diesem ist er vertraglich  verbunden. Ansprüche des Untermieters sollten Sie daher kategorisch ablehnen und ihn an den Hauptmieter verweisen.

Sollte der Hauptmieter Ansprüche Ihnen gegenüber geltend machen, würde ich zunächst einen Defekt des Schlosses bestreiten; möglicherweise hat der Untermieter ja auch nur den Schlüssel in der Wohnung vergessen.  Des Weiteren trifft den Mieter eine Pflicht, den Vermieter auf einen auftretenden Schaden hinzuweisen. Diese Pflicht hätte z.B. dann bestanden, wenn das Schloss bereits vorher hakte. Letztlich hat der Mieter vor eigenen Aktionen dem Vermieter die Möglichkeit der Nachbesserung – also der Beseitigung des Mangels – einzuräumen. Hierzu hätte es z.B. eines Telefonanrufes beim Vermieter bedurft, der entweder noch über einen Ersatzschlüssel verfügt oder in der Lage ist durch eigene Beauftragung eines Schlossers eine kostengünstigere Lösung zu finden.

Nur wenn der Vermieter sich überhaupt nicht gerührt hat oder nicht erreichbar war, darf der Mieter auf eigene Rechnung tätig werden. Er hat dann allerdings den Grundsatz der Schadensminderung zu beachten, was vorliegend angesichts des überhöhten Preises auch nicht geschehen ist. Er hat dann allenfalls Anspruch auf die Erstattung einer angemessenen Summe.

Vor diesem Hintergrund würde ich auch gegenüber dem Hauptmieter Zahlungsansprüche zunächst zurückweisen.



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