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Berechnung des Pflichtteilsanspruches des einzigen Sohnes bei einem Berliner Testament

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Bernd Beder
Stand: 13.02.2017

Frage:

Ich bin verheiratet, habe einen Sohn und bin Eigentümer eines Hauses und alleine im Grundbuch eingetragen. Das Haus ist 100.000 Euro wert. Wir haben ein notarielles Berliner Testament.

Wenn ich sterbe, wie viel muss meine Ehefrau an meinen Sohn als Pflichtteil bezahlen? Wenn ich meine Ehefrau in das Grundbuch eintragen lasse, ändert sich dann der Pflichtteil für meinen Sohn?

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Antwort:

Ich schicke voraus, dass die Höhe von Pflichtteils- und Pflichtteilsergänzungsansprüche auf der Grundlage des gesamten Nachlasses und damit nicht nur im Hinblick auf ein zum Nachlass gehörendes Hausgrundstück errechnet werden. Die Berechnungsgrundlage wird daher nicht genau 100.000 € betragen; ich lege jedoch diesen von Ihnen vorgegebenen Wert als Nachlasswert zugrunde.

1. Der Pflichtteilsanspruch beträgt die Hälfte dessen, was Ihrem Sohn im Falle Ihres Todes als gesetzlicher Erbe zustehen würde. Nach der gesetzlichen Erbfolge wäre dies die Hälfte des Nachlasses, der Pflichtteilsanspruch beträgt mithin ein Viertel und damit 25.000 €.

2. Dies ändert sich durch die Schenkung des Hausgrundstücks an Ihre Ehefrau nicht. Zu berücksichtigen ist nämlich der Pflichtteilergänzungsanspruch, der sich auf Schenkungen bezieht (§ 2325 BGB). Zur Berechnung dieses Anspruches wird die vollzogene Schenkung dem Nachlasswert hinzugerechnet, so dass sich wirtschaftlich kein anderes Ergebnis ergibt. Nach § 2325 (3) Satz 3 BGB reduziert sich der ergänzungspflichtige Betrag bei Schenkungen an Ehegatten während der Ehe nicht – anders als bei Schenkungen an andere Personen.



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