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Scheidung: Eigentumsansprüche an einer gemeinsamen Immobilie

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Jürgen Strick
Stand: 12.05.2017

Frage:

Mein Mann und ich sind seit 2013 verheiratet, nun steht die Scheidung an. Wir haben keinen Ehevertrag, mein Mann und ich kauften 2013 zusammen ein Haus. Sämtliche finanzielle Mittel kamen von ihm. Wir stehen 50/50 im Grundbuch und auch im Kreditvertrag. Unser Sohn kam 2012 zur Welt, so dass ich mich in Elternzeit befand. Während der Elternzeit und nach Ende der Elternzeit arbeitete ich in Teilzeit.

2015 folgte die erste Trennung, 2016 die zweite und endgültige Trennung. Unterhaltszahlung für meinen Sohn und für mich habe ich durch eine Anwältin seinerzeit berechnen lassen. Nun soll die Sache mit dem Haus endgültig geklärt werden: mein Mann möchte das Haus behalten, ich soll komplett übertragen und auf alles verzichten, da ich in seinen Augen keinen einzigen Cent beigesteuert habe. Kreditraten gehen von seinem Konto ab, Eigenanteil und Renovierung etc. sind aus seinen finanziellen Mitteln getragen worden. Unsere Einkünfte: ich verdiene ca. 1200 Euro monatlich, er ca. 3500 Euro monatlich. Ich möchte sogar verzichten, aber ich möchte ihm irgendwie gerne vorlegen, was mir laut Gesetz zustehen würde. Ich denke, bei Verkauf des Hauses würde man schon 200.000 Euro ansetzen können. Eine Kreditsumme in Höhe von 125.000 Euro ist noch offen. 

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Antwort:

In dem von Ihnen dargestellten Sachverhalt muss man grundsätzlich zwischen dem Zugewinnausgleich bei einer möglichen Scheidung sowie den Ansprüchen aus Eigentum unterscheiden.

  1. Bei dem Zugewinnausgleich wird für jeden Ehegatten zunächst der Vermögenswert zu Beginn der Ehe ermittelt und dieser dann ins Verhältnis zum aktuellen Vermögenswert gesetzt. Hatte Ihr Ehemann bei Eheschließung z.B. ein Vermögen von 20.000,00 Euro und aktuell ein Vermögen von 100.000,00 Euro, so würde der Zugewinn 80.000,00 Euro betragen. Lag Ihr Vermögen zu Beginn bei 5.000,00 Euro und aktuell bei 20.000,00 Euro, so würde Ihr Zugewinn 15.000,00 Euro betragen. Im Rahmen des Zugewinnausgleichs würde Ihnen nun die Hälfte der Differenz (80.000,00 Euro – 15.000,00 Euro durch 2), also 32.500,00 Euro zustehen. Das gemeinsame Haus gehört jedem nach Ihrer Darstellung zur Hälfte. Wenn der momentane Wert der Immobilie 200.000,00 Euro und die Kreditbelastung 125.000,00 Euro beträgt, so wären 75.000,00 Euro als Wert anzusetzen. Somit hätte jeder von Ihnen einen Zugewinn in Höhe von 37.500,00 Euro durch das Haus erzielt.

 

  1. Eigentumsrechtlich gehört Ihnen das Haus jeweils zur Hälfte. Der BGH hat schon früh entschieden, dass es keine Rolle spielt, ob lediglich ein Ehepartner alle Belastungen des Eigentums getragen hat. Bei den von Ihnen genannten Zahlen würde dies bedeuten, dass Ihnen die Hälfte des Verkaufserlöses (abzüglich der zu tilgenden Kredite) zustehen würde. Dass Ihr Mann sämtliche Kosten des Hauses getragen hat, ändert daran nichts.

Sollte Ihr Ehemann den Wunsch haben, alleiniger Eigentümer des Hauses zu werden, so können Sie Ihm vorhalten, dass Ihnen bei einem freihändigen Verkauf, unter Berücksichtigung der von Ihnen genannten Zahlen, 37.500,00 Euro zustehen würden. Ob und inwiefern Sie sich auf eine andere Zahlung einigen, bleibt selbstverständlich Ihnen selbst überlassen. Denken Sie aber bitte daran, dass Sie einer Überschreibung auf Ihren Ehemann nur bei gleichzeitiger Entlassung aus dem Kreditvertrag zustimmen sollten, da Sie ansonsten immer der Bank gegenüber haften.



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sehr nette gespräch !!!Danke, sehr unkompliziert und Geld gespart!

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Bitte dem RA Herr Grau, diese Bewertung zukommen lassen. Ich finden ihn nicht in der Liste. Uhrzeit ca. 12.05 bis 12.20 Uhr.

   | Stand: 09.10.2017
Sehr guter Hinweis von Frau Kress. Vielen DanK!

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