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Bestimmung von Nacherben im Testament

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Bernd Beder
Stand: 28.06.2017

Frage:

Für ein handschriftliches Testament, in dem wir uns als kinderloses Ehepaar (beide  Elternpaare bereits verstorben) gegenseitig als alleinige (also keine Geschwister/Cousins/Neffen...) Erben bestimmen wollen, aber danach (nach dem Tod des Überlebenden, der alles Geerbte verbrauchen darf) - Erben benennen wollen, ist da folgende Formulierung korrekt, sprich wird dadurch das Gewünschte erreicht (also dass Verwandte zweiten oder höheren Grades nicht noch einen Pflichtteil einfordern können)?

"Wir bestimmen uns als Ehepartner im gegenseitigen Einvernehmen zu unserem Alleinerben. Der überlebende Partner soll Vorerbe sein.

Nacherben sind:

Frau A, geb. am ...

Herr B, geb. am ...

je zur ideellen Hälfte.

Der Vorerbe ist von allen Beschränkungen und Verpflichtungen befreit, von denen er nach dem Gesetz befreit werden kann. Ihm stehen alle Rechte zu, die ihm nach dem Gesetz zustehen können, einschließlich des Rechts auf Verzehr des Nachlasses."

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Antwort:

Ich schicke voraus, dass Pflichtteils- und Pflichtteilsergänzungsansprüche nur Ehegatten/eingetragenen Lebenspartnern, Abkömmlingen und Eltern zustehen, sofern diese als gesetzliche Erben berufen wären, gäbe es das sie enterbende Testament nicht. Bei Ihrer familiären Konstellation sind daher keinerlei Pflichtteils- und Pflichtteilsergänzungsansprüche zu befürchten.

Grundsätzlich können Sie daher das von Ihnen gewünschte Ergebnis mit der in Aussicht genommenen Formulierung erreichen. Dennoch möchte ich davon abraten. Die Nacherben haben nämlich eine gesicherte Erbenposition, die – falls Grundbesitz vorhanden ist – bei Eintritt des ersten Erbfalls ins Grundbuch eingetragen wird. Sollte der Grundbesitz – aus welchen Gründen auch immer – veräußert werden, ist dafür die Zustimmung der Nacherben erforderlich.

Ich empfehle Ihnen daher, sich gegenseitig zu Alleinerben zu bestimmen und Frau A. und Herrn B. als Schlusserben einzusetzen. Schlusserben haben keine gesicherte Erbenposition, sondern lediglich eine ungesicherte Anwartschaft auf den Nachlass; sie werden daher beim ersten Erbfall nicht ins Grundbuch eingetragen.

 

Gestatten Sie mir abschließend noch einige Hinweise:

1. Das Testament muss – sofern Sie nicht zum Notar gehen – eigenhändig und handschriftlich errichtet und von Ihnen beiden unterschrieben werden. Ort und Datum der Errichtung sollten ebenfalls hinzugefügt werden.

2. Überlegen Sie, ob Sie für den Fall, dass die Schlusserben den Erbfall nicht erleben, Ersatzerben einsetzen wollen

3. Bestimmen Sie abschließend, dass auf das Testament deutsches Erbrecht Anwendung finden soll. Seit dem 17.08.2015 knüpft das Erbrecht innerhalb weiter Teile der Europäischen Union an das Recht des Ortes des letzten gewöhnlichen Aufenthaltes und nicht mehr an die Staatsbürgerschaft an.

4. Hinterlegen Sie Ihr Testament bei dem für Ihren Wohnort zuständigen Amtsgericht, damit es in jedem Falle aufgefunden und eröffnet wird.



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