Navigationspunkt Hauptthema Unterthema Artikeltitel
Soforthilfe vom Anwalt
Arbeit und Beruf
Frage an den Anwalt
29.01.2017

Fristlose Kündigung ohne angegebenen Grund rechtmäßig?

Eine Person bekommt in der Probezeit eine fristlose Kündigung wegen Arztbesuch und
Krankschreibung. In der fristlosen Kündigung wird keine Begründung genannt. Was bewirkt in diesem Fall eine Kündigungsschutzklage? Sind dabei eventuell eine Umwandlung oder eine ordentliche Kündigung aussichtsreich?

Digitaler Assistent
Digitalen Assistenten starten
Author Antwort Rechtsanwalt Dietmar Breer
Welche Frage haben Sie? E-mail senden

Während der Probezeit ist die Kündigung eines Arbeitsvertrages ohne die Angabe von Gründen zulässig. Davon abgesehen sind natürlich die Kündigungsfristen zu beachten, die nach dem gesetzlichen Regelfall zwei Wochen betragen (§ 622 Abs. 3 BGB).

Eine fristlose Kündigung kann wie außerhalb einer Probezeit nur dann erfolgen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt, der die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses bis zum Ablauf der Kündigungsfrist unzumutbar macht. Dieser Grund muss im Kündigungsschreiben genannt werden. Da kein Kündigungsgrund genannt ist, ist die fristlose Kündigung rechtswidrig, sodass insoweit gute Aussichten für eine Kündigungsschutzklage bestehen.

Allerdings sollten Sie auch folgendes wissen: Die gesetzliche Kündigungsfrist in der Probezeit kann durch Tarifvertrag deutlich verkürzt werden. Soweit auf Ihr Arbeitsverhältnis ein Tarifvertrag Anwendung finden sollte, kann auch die ordentliche Kündigung in der Probezeit nur wenige Tage betragen.

Zum anderen ist es nach § 12a ArbGG so, dass jede Prozesspartei anders als im sonstigen Gerichtsverfahren unabhängig vom Ausgang des Verfahrens ihre Kosten selber tragen muss. Angesichts eventueller Rechtsanwaltsgebühren lohnt sich eine Klage nur dann, wenn Sie rechtsschutzversichert sind oder Prozesskostenhilfe in Anspruch nehmen können.

Anderes gilt, wenn Sie Arbeitslosengeld beantragen müssen. Hier wird bei einer fristlosen Kündigung im Regelfall eine 3-monatige Sperrzeit verhängt. Diese können Sie vermeiden, wenn es im gerichtlichen Verfahren zu einer Umwandlung in eine ordentliche Kündigung kommt.

E-Mail Beratung
Fragen zum Thema
Arbeit und Beruf?
Anwalt kostenlos anfragen
Anwalt für Arbeit und Beruf anrufen:
0900-1 875 000 908*
Rechtsberatung per Telefon
schnell
rechtssicher
günstig