Der direkte Draht zum Anwalt:
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00 Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen.

Krankengeld - Frist versäumt

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Dr. Dietmar Breer
Stand: 02.06.2017

Frage:

Ich beziehe seit 18.04.2017 Krankengeld. Ich hatte bei der Barmer GEK bis 14.05.2017 eine nachgewiesene AU-Meldung. Am 15.05.2017 war ich beim Arzt, der mir eine weitere AU bis 24.05.2017 (Beginn Reha - Übergangsgeld DRV Bund) ausstellte. Ich schickte die AU unmittelbar an die Barmer, wobei aber das Kuvert am 20.05.2017 wieder in meinem Briefkasten landete. Briefmarke vergessen. Demnach konnte ich die AU-Meldung erst am 22.05.2017 wieder auf den Postweg bringen.

 

Hier nun das Schreiben der Barmer (Auszug)

 

"Rechtzeitig bedeutet, dass Sie uns innerhalb einer Woche Ihre weitere Arbeitsunfähigkeit melden. Diese wurde uns zunächst bis 14.05.17 nachgewiesen. Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, mit der die weitergehende Arbeitsunfähigkeit bescheinigt wurde, ging erst am 23.05.2017 bei uns ein. Also nicht innerhalb einer Woche. Deswegen können wir Ihnen für die Tage vom 16.05.17 bis zum 22.05.17 leider kein Krankengeld zahlen. Berücksichtigt wird dies bei der nächsten Auszahlung"

 

Bislang ging die Zahlung ein mit dem Hinweis "Leistung vom 18.04.17 - 15.05.17". Mehr nicht.

 

Ist die ganze Sache plausibel, was ist mit dem 23.05.2017?

 

Muss in der Wochenfrist die Meldung erfolgt sein oder muss dies explizit am siebten Tage der Krankenkasse vorliegen?

 

Warum streicht mir die Barmer die ganze Woche, wenn bei Eingang 23.05.17 der 16.05.17 und die weiteren Tage in der Wochenfrist lagen?

 

Ich habe zunächst einmal mit einer Sachbearbeiterin telefoniert und per Mail Widerspruch eingelegt. Da ich momentan auf Reha bin, geht das nicht persönlich oder schriftlich. Die Dame teilte mir mit, dass ein Widerspruch per Mail auch möglich ist. Sie könne nichts entscheiden, da es sich hier um geltendes Recht handelt.

 

Es geht wohl hier um § 49 Abs. 1 Nr. 5 SGB V 

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-40
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen
Kontakt zum Autor des Beitrages:
Rechtsanwalt Dr. Dietmar Breer   |Hier klicken

Antwort:

Der von Ihnen geschilderte Fall ist in der Tat in § 49 Abs.1 Ziff. 5 SGB V wie folgt geregelt:

 

„(1) Der Anspruch auf Krankengeld ruht,

1….

5.

solange die Arbeitsunfähigkeit der Krankenkasse nicht gemeldet wird; dies gilt nicht, wenn die Meldung innerhalb einer Woche nach Beginn der Arbeitsunfähigkeit erfolgt,“

 

Das bedeutet, dass Krankengeld grundsätzlich erst dann zu zahlen ist, wenn die Krankenkasse Kenntnis von der AU erhalten hat. In Ihrem Fall ist dieses der 23.5.2017, so dass ab diesem Tag wieder Krankengeld zu zahlen ist.

 

Die Ausnahmeregel des Satzes 2 (Nachholung der Krankmeldung innerhalb einer Woche) greift leider nicht zu Ihren Gunsten ein. Die Frist wird nach § 26 Abs.1 SGB X in Verbindung mit §§ 187 Abs.1 und 188 Abs.2 BGB berechnet. Sie endet danach mit dem Ablauf des Wochentages, der dem Wochentag entspricht, an dem die AU eingetreten ist. Nach vorheriger AU bis zum 14.5. ist die neue AU am Montag, den 15.5. eingetreten, so dass die Frist am Ende des 22.5. ablief.

 

Sie erhalten mithin erneut Krankengeld ab dem 23.5.2017.

 

Maßgeblich ist dabei der Eingang bei der Krankenkasse. Die Verantwortung für den rechtzeitigen Zugang der AU trägt der Versicherte. Da das Gesetz keine besondere Form der Meldung vorschreibt, ist es nicht ausgeschlossen bei Terminproblemen die AU (bevorzugt) per Fax oder (wenn gar nicht anders möglich) per mail vorab zu versenden. Auch so tritt Kenntnis der Kasse von der AU ein und können Probleme wie in Ihrem Fall behoben werden.

 

Bitte legen Sie sich nicht die erfolgte Auszahlung als Maßstab an. Es ist davon auszugehen, dass die Zahlungen IT-gesteuert angewiesen worden sind, ohne dass die verspätete Meldung bereits berücksichtigt werden konnte. Die Krankenkasse hat ja bereits darauf hingewiesen, dass ein Ausgleich mit späteren Zahlungen vorgenommen wird.



Interessante Fälle aus der E-Mail-Rechtsberatung zu Tarifrecht

Darf das Jobcenter den Mietvertrag des Vormieters verlangen? | Stand: 27.09.2017

FRAGE: Ich bin 30 Jahre alt und mache derzeit meine zweite Ausbildung, bei der ich 400€ netto verdiene (+ die HartzIV Aufstockung von ca. 160€). Ich habe die Mietübernahme zum 1.10. beantragt...

ANTWORT: Nach § 67a Absatz 2 Satz 1 SGB X sind Sozialdaten grundsätzlich beim Betroffenen zu erheben. Das Jobcenter ist verpflichtet, die für die Prüfung von Leistungen für Unterkunft un ...weiter lesen

Gewährleistungsansprüche bei Schwarzarbeit | Stand: 11.09.2017

FRAGE: Ein Freund von mir hat für die Sanierung seines Badezimmers im Januar 2016 ein Angebot von einem Handwerker eingeholt. Dieses Angebot beläuft sich auf einen Wert von 7.500 €. Die beide...

ANTWORT: Schwarzarbeit ist illegal. Die getroffenen Vereinbarungen zur Schwarzarbeit verstoßen gegen ein gesetzliches Verbot und sind damit nichtig.  Nach dem Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz wir ...weiter lesen

Anspruch eines Sportlers auf ALG I während der Saisonpause | Stand: 17.05.2017

FRAGE: Ich bin Eishockeyspieler (23 Jahre alt) und meine Saison bezieht sich normalerweise auf 7-8 Monate im Jahr, den Rest des Jahres beziehe ich dann Arbeitslosengeld I. Ich habe gerade Post vom Arbeitsam...

ANTWORT: Die Berechnung der Agentur für Arbeit ist richtig. Die entsprechenden Rechtsgrundlagen sind  § 142 und 147 SGB III. Ein Anspruch auf Arbeitslosengeld entsteht nach einer Beitragszahlun ...weiter lesen

Muss Kassenfehlbetrag vom Arbeitnehmer ersetzt werden? | Stand: 14.06.2017

FRAGE: Die Freundin meines Sohnes arbeitet als Kassiererin (Verkäuferin) in einem Getränkemarkt. Sie wurde letzte Woche durch ein Betrüger-Pärchen um 530,00€ betrogen. Folgender Sachverhalt: Da...

ANTWORT: Die Frage der Haftung des getäuschten Kassierers für den Kassenfehlbetrag ist einfach zu beantworten, wenn die Parteien z.B. im Rahmen des Arbeitsvertrages eine Mankovereinbarung getroffen haben ...weiter lesen

Vergütung einer Psychotherapeutin nach dem TVöD | Stand: 27.11.2009

FRAGE: Welche Entgeltgruppe und Stufe nach TVöD-K steht mir als angestellte approbierte psychologische Psychotherapeutin mit 16-jähriger Berufserfahrung jetzt mit Neueinstellung in eine Psychiatrisch...

ANTWORT: Sehr geehrte Mandantin,vielen Dank für Ihre Rechtsanfrage, die Sie am 29.11.2009 per E-Mail (Welche Entgeltgruppe und Stufe nach TVöD-K steht mir als angestellte approbierte Psychologische Psychotherapeuti ...weiter lesen


Rechtsbeiträge
Interessante Beiträge zu Tarifrecht

Behörde muss Schwerbehinderten nicht einladen
| Stand: 22.06.2017

Nürnberg (D-AH/fk) – Ein öffentlicher Arbeitgeber ist nicht verpflichtet, einen schwerbehinderten Bewerber zum zweiten Mal für dieselbe Arbeitsstelle zu einem Vorstellungsgespräch einzuladen. So ...weiter lesen

Grundlegendes zum Arbeitsvertrag
| Stand: 26.01.2017

Ein Arbeitsvertrag ist eine spezielle Form eines Dienstvertrages. Der Unterschied ist, dass ein freier Dienstvertrag gegenüber einem Arbeitsvertrag eines Arbeitnehmers weitaus weniger sozialen Schutz bietet. Man spricht ...weiter lesen

Fristlose Kündigung wegen Fotos auf Facebook
| Stand: 26.08.2014

Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Fotos oder Kommentaren auf Facebook beschäftigen vermehrt die Gerichte. In einem aktuellen Fall hatte das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg in zweiter Instanz über ...weiter lesen

Kranke Krankenschwester: Nachtdienstuntauglich heißt nicht arbeitsunfähig
| Stand: 14.04.2014

Ein Krankenhaus muss bei der Schichteinteilung auf gesundheitliche Probleme einer angestellten Krankenschwester Rücksicht nehmen. Nur weil der Arbeitsbetrieb den üblichen Schichtbetrieb verlangt, muss die Arbeitnehmerin ...weiter lesen

Umkleidezeit ist vergütungspflichtige Arbeitszeit
| Stand: 12.08.2013

Die Zeit, die benötigt wird, die Arbeitskleidung anzuziehen oder zu wechseln, muss der Arbeitgeber unter Umständen als Arbeitszeit werten und daher genauso vergüten. Selbst dann, wenn keine entsprechende Regelung ...weiter lesen

Brille im Krankenhaus
Nürnberg (D-AH) - Geht nach der Operation eines Patienten durch sein eigenmächtiges Verhalten seine Brille zu Bruch, dann haftet dafür nicht das Personal des Krankenhauses. Das hat in einem rechtskräftigen Ur ...weiter lesen

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-40
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen
Kontakt zum Autor des Beitrages:
Rechtsanwalt Dr. Dietmar Breer   |Hier klicken

SEHR GUT
4.5 Sternenbewertungen

20.184 Kundenbewertungen
Bewerten auch Sie den Anwalt
nach dem Gespräch !

   | Stand: 06.10.2017
Ich habe eine Zweitmeinung eingeholt und sehe jetzt klar.

   | Stand: 05.10.2017
Vielen Dank, mit den Erläuterungen komme ich weiter.

   | Stand: 05.10.2017
Danke Herr Orsin bezüglich Mieter Ferienhaus Belgien.

Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-40
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen



Wichtige Themen:

Rechtsanwalt für Tarifrecht | Arbeitsrecht | Zivil- und Wehrdienstrecht | Insolvenzrecht | Arbeitgeber | Aussperrung | BAT Tarif | Bautarif | Bewährungsaufstieg | Bundesangestelltentarifvertrag | Eingruppierung | Lohntarif | Recht | Tarifautonomie | Tarifverträge | Tarifvertragsparteien

Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:


ERFOLGSAUSSICHTEN CHECK

Lassen Sie 10 Anwälte urteilen

Lohnt sich ein Anwalt? Lassen Sie das Risiko Ihrer Rechtsangelegenheit von unabhängigen Rechtsanwälten bewerten. ...weiter lesen
Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:

HOMEPAGE TOOLS
NEU und exklusiv für Webmaster

Machen Sie Ihre Website rechtssicher! Mit unseren kostenlosen Homepage-Tools minimieren sie das Risiko einer Abmahnung. Egal ob Impressum, Disclaimer oder AGB. ...weiter lesen
Recht auf Ihrer Website

JURA TICKER

Die neuesten Meldungen auf Ihrer Website
Der Jura-Ticker bietet Ihren Besuchern aktuelle Gerichtsurteile, die stets interessant und leserfreundlich geschrieben sind. Dieser Content ist kostenlos in jede Website integrierbar und wird von uns regelmäßig mit einer neuen Meldung bestückt. Rechtsgebiete, Größe und Farben des Tickers können dabei an den eigenen Internetauftritt angepasst werden.

Anwaltshotline
Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-40
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen


E-Mail Beratung Online-Rechtsberatung per E-Mail. Antwort innerhalb weniger Stunden „schwarz auf weiß“. Jetzt Anfragen