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Berliner Testament - Erbfolge?

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Dr. Dietmar Breer
Stand: 19.06.2017

Frage:

Meine Ehefrau ist verstorben. Weil es die 2. Ehe war und wir in 1. Ehe eine Tochter

mit meiner 1. Frau adoptiert haben wurde die Adoption von der 2. Frau nicht wiederholt.

die 2. Grau hatte eine Schwester, sie ist ebenfalls verstorben, hinterlässt eine Tochter.

 

Wie ist in diesem Fall die Erbfolge?

Wir hatten gemeinsam ein Berliner Testament mit der Aussage dass der Hinterbliebene alles erbt und nach dessen Tod alles der Tochter zufällt.

 

Nachtrag:

 

Die beiden Schwestern waren seit der Wende (vorher auch schon) zerstritten und hatten keinen Kontakt mehr. Die Nichte der verstorbenen Schwester (nicht meine Frau), die die Forderung aufgemacht hat bzgl. Pflichtteil, hat mit uns auch nicht mehr gesprochen. Es gab keine Verbindung mehr zu der gesamten Familie.

Vater der beiden Schwestern hatte ein Grundstück. Die Nichte, die die Forderung aufgemacht hat, deren Mutter, hat das ganze Erbe väterlicherseits genutzt, ohne meine Frau in irgendeiner Form zu entschädigen.

Wir haben unser Haus ganz alleine aufgebaut mit Kredit und ohne finanzielle Unterstützung durch Erbe des Vaters.

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Antwort:

Aufgrund des Berliner Testaments sind Sie der einzige Erbe Ihrer verstorbenen Frau, da Sie als alleiniger Erbe benannt sind.

 

Pflichtteilsansprüche Dritter sehe ich nicht; insbesondere ist die Nichte Ihrer verstorbenen Frau nicht pflichtteilsberechtigt. Pflichtteilsberechtigt sind nach § 2303 Abs.1 Satz 1 BGB nur Abkömmlinge (also Kinder oder Enkelkinder) der Verstorbenen. Pflichtteilsberechtigt wären daher nur leibliche Kinder Ihrer verstorbenen Ehefrau bzw. deren Kinder. Da die Nichte nicht von Ihrer Ehefrau abstammt, ist sie mithin nicht pflichtteilsberechtigt.

 

Nach Ihrem Tode fällt das Erbe ausschließlich der adoptierten Tochter aus erster Ehe zu. Aufgrund der Adoption hat sie den Rechtsstatus wie eine leibliche Tochter. Pflichtteilsansprüche könnten in diesem Fall nur eventuelle weitere leibliche Kinder von Ihnen geltend machen, denn nur bei denen würde es sich um Abkömmlinge von Ihnen handeln. Die Nichte Ihrer Frau hat mit diesem Erbvorgang überhaupt nichts zu tun. Ihre Ansprüche sollten daher mangels Rechtsgrundlage konsequent abgelehnt werden.



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