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Optionspflicht bei doppelter Staatsangehörigkeit?

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Dr. Dietmar Breer
Stand: 27.11.2015

Frage:

Ich bin 1979 in Deutschland geboren und aufgewachsen, als Kind chilenischer Eltern (d. h. beide zum Zeitpunkt meiner Geburt chilenische Staatsbürger). Nach chilenischem Staatsbürgerrecht bekam ich  dadurch die chilenische Staatsangehörigkeit nach dem Abstammungsprinzip (http://www.echile.de/index.php/de/service/standesamtliche-angelegenheiten/chilenische-staatsangehoerigkeit). Meine Geburt wurde 1987 im chilenischen Konsulat registriert.
Im Jahr 1988 oder 1989 (das müsste ich noch genauer herausfinden) wurden alle Mitglieder meiner Familie, beide Elternteile, mein Bruder und ich, in Deutschland eingebürgert. Meine chilenische Staatsangehörigkeit blieb, so nehme ich an, bestehen, denn das chilenische Recht sieht den Verlust der chilenischen Staatsangehörigkeit aufgrund der Annahme einer weiteren Staatsangehörigkeit nicht vor, außer seit 2005 (?) durch freiwilligen Verzicht (Beantragung beim chilenischen Konsulat).

Wenn ich mich nicht irre, hätte ich mich eigentlich im Rahmen der damals noch geltenden Optionspflicht bis zum 23. Lebensjahr für eine Staatsangehörigkeit entscheiden müssen. Dies ist allerdings nie geschehen. Über eine eventuelle Verpflichtung, einer diesbezüglichen Erklärung und Entscheidung aktiv nachzukommen, bin ich nie aufgeklärt worden, seitens der Behörden wurde ich weder mündlich noch schriftlich auf das Verfahren hingewiesen, auch nicht bei einer Ummeldung von meinem Geburtsort Gütersloh in die Stadt Bielefeld im Jahr 2001, einer weiteren Ummeldung innerhalb Bielefelds 2007 und bei der Registrierung der Geburt meines ersten Sohnes 2008.
Erst bei einem Umzug nach Werther im Jahr 2014 und auf die Nachfrage der Sachbearbeiterin hin, ob ich nur die deutsche Staatsangehörigkeit besäße, wurde ich hellhörig (auch weil zu dieser Zeit eine mögliche Einführung des Doppelpasses in aller Munde war und ich mich gefragt hatte, ob dies auch für mich möglich sei) und bejahte die Frage aber vorsichtshalber. Das tat ich auch als es um die Staatsangehörigkeit(en) meiner beiden Söhne ging.

Ich hatte daraufhin gehofft, mit der im Sommer 2014 vom Bundestag beschlossenen „Doppelpass“- Reform des Staatsangehörigkeitsgesetzes würde sich meine diffuse Lage "von selbst erledigen", aber nachdem ich mittlerweile ein wenig recherchiert habe weiß ich, dass ich aus dieser Reform aufgrund meines Geburtsjahres ausgeschlossen bin.

Jetzt stellen sich für mich folgende Fragen:
Muss bzw. sollte ich der Optionspflicht nachträglich nachkommen? Oder besteht doch evtl. die Möglichkeit beide Staatsangehörigkeiten zu behalten? Muss ich mit negativen Konsequenzen für mich rechnen wenn ich mich u. a. beim mir zuständigen Einwohnermeldeamt „oute“? Kann ich gar die deutsche Staatsangehörigkeit verlieren? Welche Situation ergibt sich für meine Söhne?

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Antwort:

Nach der Darstellung Ihres Falles gehe ich davon aus, dass das Recht der Option der Staatsbürgerschaft auf Sie nicht anwendbar ist.
Die Optionspflicht betrifft nur solche Menschen, die die deutsche Staatsbürgerschaft durch Geburt in Deutschland als Kinder langjährig in Deutschland lebender Ausländer erworben haben.

Sie haben demgegenüber Ihre deutsche Staatsangehörigkeit dadurch erhalten, dass Sie von deutschen Eltern abstammen. Mit der Einbürgerung wurden Ihre Eltern deutsche Staatsbürger. Im Wege des auch in Deutschland geltenden Abstammungsprinzips hatte das zugleich die Konsequenz, dass auch alle Kinder deutsche Staatsbürger sind.
Einer Option für die deutsche Staatsbürgerschaft bedurfte es daher nicht mehr. Aus diesem Grunde sind Sie auch nie von den Behörden auf diese Problematik angesprochen worden.

Die deutsche Staatsbürgerschaft steht damit für Sie außer Zweifel. Sie fällt auch nur in dem Fall weg, in dem Sie Ihnen ausdrücklich durch Bescheid aberkannt wird. Dafür ist derzeit kein Grund ersichtlich.

Ob Sie noch die chilenische Staatsbürgerschaft besitzen, kann ich nicht beurteilen. Hierzu müssten Sie Kontakt mit der chilenischen Botschaft aufnehmen um das abzuklären. Das ist keine Frage der deutschen Behörden. Sollte die chilenische Staatsbürgerschaft nicht mehr bestehen und neu beantragt werden müssen, so würde dies allerdings zum Wegfall der deutschen Staatsbürgerschaft führen, da bei Neuannahme einer fremden Staatsbürgerschaft die deutsche Staatsbürgerschaft entfällt.



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