Navigationspunkt Hauptthema Unterthema Artikeltitel
Arbeit und Beruf
Frage an den Anwalt
07.01.2017

Arbeitsrecht - Betriebsgebäude wird nicht beheizt

Ich bin 48 Jahre und arbeite seit 5,5 Jahren in der Firma. Sie hat den Tarifvertrag gekündigt (vor meinem Eintritt) und zahlt nach Haustarif. Das Betriebsgebäude ist nicht isoliert und nicht beheizt! Was bedeutet im Sommer sind die Temperaturen zu hoch und im Winter entsprechend den Außentemperaturen! Sollte ich kündigen bekomme ich eine Sperre!

Wie ist die rechtliche Situation und wie sind meine Möglichkeiten?

Anwaltshotline
Der direkte Draht zum Anwalt: 0900-1 875 000 908*
Anwalt für Arbeit und Beruf:
7.00 Uhr - 1.00 Uhr (1,99 €/Min.)
E-Mail-Beratung
Antwort in ca. 20 Minuten Anwalt kostenlos anfragen
Digitaler Assistent
Digitalen Assistenten starten
Author Antwort Rechtsanwalt Dietmar Breer
Welche Frage haben Sie? E-mail senden

Ihr Arbeitgeber ist keineswegs frei darin, welche Temperaturen an Ihrem Arbeitsplatz herrschen. Vielmehr schreibt die Arbeitsstättenverordnung in ihrer Anlage „Technische Regeln für Arbeitsstätten“ genau vor, welche Raumtemperaturen an einem Arbeitsplatz herrschen müssen.

Dabei wird unterschieden zwischen sitzender Tätigkeit (mind. 20 Grad) sowie ansonsten zwischen leichter (20 Grad), mittlerer (17) oder schwerer körperlicher Arbeit (12).

Die Kontrolle erfolgt durch staatliche Behörden (in den Bundesländern unterschiedlich durch Gewerbeaufsichtsämter, Ämter für Arbeitssicherheit u.a.) sowie durch die Berufsgenossenschaften. Sie haben die Möglichkeit die staatlichen Behörden oder die zuständige Berufsgenossenschaft zu informieren und dabei um Diskretion hinsichtlich Ihrer Person zu bitten.

Es trifft zu, dass Schwierigkeiten bezüglich einer Sperrzeit drohen, wenn Sie selber kündigen. Allerdings gibt es auch hier die Ausnahme, dass eine Eigenkündigung dann nicht mit einer Sperrzeit belegt wird, wenn der Arbeitgeber z.B. hinsichtlich des Arbeitsschutzes gegen staatliche Gesetze und Regeln verstößt. So könnte auch ein gravierender und anhaltender Verstoß gegen die Arbeitsstättenverordnung eine Eigenkündigung rechtfertigen.

Allerdings droht hier zum einem ein Beweisproblem, wenn der Arbeitgeber den Verstoß abstreitet und zum anderen wird man fragen, ob Sie zuvor nicht andere Schritte unternommen haben um den Arbeitsplatz zu erhalten. Auch unter diesem Gesichtspunkt spricht daher einiges dafür, zunächst die zuständigen Aufsichtsstellen über den Missstand zu unterrichten. Das allererste sollte allerdings ein Gespräch mit dem Chef sein; erst wenn dieser uneinsichtig ist, sollten Außenstehende informiert werden.

Anwaltshotline
Der direkte Draht zum Anwalt: 0900-1 875 000 908*
Anwalt für Arbeit und Beruf:
7.00 Uhr - 1.00 Uhr (1,99 €/Min.)
E-Mail-Beratung
Antwort in ca. 20 Minuten Anwalt kostenlos anfragen
Digitaler Assistent
Digitalen Assistenten starten
Abfindungsrechner
Wie hoch könnte Ihre Abfindung ausfallen?
Abfindung berechnen