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Arbeit und Beruf
Frage an den Anwalt
27.09.2015

Wie weist man frühere Tätigkeiten als Ursache für Berufskrankheit nach?

Ich bin im Jahre 2007 an beiden Händen operiert worden, Diagnose: Karpaltunnelsyndrom.
Da es sich beim Karpaltunnelsyndrom um eine neue Berufskrankheit handelt, habe ich bei meiner zuständigen BG diese Krankheit angezeigt.

Am 06.10.2015 soll in unserem Betrieb mit der Aufsichtsbehörde, der BG, dem Personalrat, der Fachkraft für Arbeitssicherheit, meinem Vorgesetzten und meiner Person, festgestellt werden, welche belastenden Tätigkeiten ich als Elektriker von 1991 bis zur OP ausgeübt habe.

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Von 1971 bis 1991 war ich im Bergbau, davon 14 Jahre unter Tage als Elektrohauer in verschiedenen Bereichen tätig. Diese Tätigkeiten müssen ja auch nachgewiesen werden. Leider ist die Schachtanlage im Jahre 1990 stillgelegt worden.

  1. Macht es Sinn, jetzt schon einen Rechtsbeistand einzuschalten?
  2. Da ich in der Beweispflicht stehe, wie verhalte ich mich richtig?
  3. Wie weise ich konkret die Bergbautätigkeiten nach ?

Ehrlich gesagt fühle ich mich damit momentan etwas überfordert.

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Author Antwort Rechtsanwalt Karl Heinz Lehmann
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  1. Frage: Macht es Sinn, jetzt schon einen Rechtsbeistand einzuschalten?

Antwort: Nein! Wenn Sie rechtsschutzversichert sind, werden Sie keine Kostendeckungszusage erhalten, weil auf dem Gebiet des Sozialrechts – dazu gehört Ihr Fall – Kostenschutz erst gewährt wird, wenn ein Rechtsstreit vor dem Sozialgericht geführt werden muss. Nehmen Sie jetzt einen Rechtsanwalt in Anspruch, müssen Sie ihn bezahlen.

Erscheinen Sie in der Begleitung eines Rechtsbeistandes zu dem Gesprächstermin am 06.10.2015, dürfte das normalerweise nichts ausmachen; Sie können aber nicht einschätzen, wie die einzelnen Beteiligten reagieren, wenn Sie ohne besonderen Anlass im anwaltlichen Beistand erscheinen. Ich empfehle Ihnen, sehr aufmerksam zuzuhören, sich evtl. Notizen zu machen und die Abgabe verbindlicher Erklärungen abzulehnen, wenn sie für Sie nicht sicher günstig sind; Sie sollten sich eine Bedenkzeit erbitten, weil Sie sich zu dieser und jener Frage beraten lassen und nichts überstürzen wollen.

  1. Frage: Wie verhalte ich mich richtig?

Antwort: Sie müssen selbstverständlich Fragen Ihrer Beschäftigungszeit und Beschäftigungsart nach bestem Wissen beantworten. Wenn Sie exakte Daten nicht mehr in Erinnerung haben, kann Ihnen das niemand verübeln. Sie haben damals nicht ahnen können, heute darüber Auskunft geben zu müssen; wer ahnt schon, dass er nach jahrelanger Erwerbstätigkeit am Karpaltunnel operiert werden muss? Sie sollten allerdings notfalls die Bereitschaft erklären, sich um evtl. notwendige Beweise zu bemühen.

  1. Frage: Wie weise ich konkret die Bergbautätigkeiten nach?

Antwort: Zunächst müssten Sie aus früheren Zeiten noch Versicherungsnachweise haben. Haben Sie solche nicht, müßten Sie versuchen, gedanklich nachzuvollziehen, von wann bis wann Sie wo gearbeitet haben. Hier müssten Sie schriftliche Anfragen halten und bitten, Ihnen die Beschäftigungszeit und Beschäftigungsart zu bestätigen.

Vielleicht kann Ihnen Ihre damalige Krankenkasse auch weiterhelfen! Vielleicht kennen Sie noch den einen oder anderen Kollegen, den Sie um eine entsprechende Bestätigung bitten können. Vielleicht haben Sie noch Zeugnisse aus früheren Arbeitsverhältnissen, die hilfreich sein können. Möglicherweise haben Sie schon lange Zeit ein und denselben Hausarzt, den Sie ansprechen können.

Überlegen Sie selbst einmal, wer Ihnen weiterhelfen könnte! Jedenfalls muss nachvollziehbar sein, von wann bis wann Sie wo beschäftigt waren und welche Tätigkeit Sie ausgeübt haben. Ich denke, dass Ihnen dies gelingen müsste.

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