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Rechtsanwalt gibt Amt auf ohne erstrittenen Betrag einzutreiben

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Hanno Hoffmann
Stand: 14.10.2015

Frage:

Meine Mutter hatte im Jahre 2013 ein missglücktes Arbeitsverhältnis, wonach Sie gezwungen war Ihren Anspruch auf Zahlung gerichtlich durchzubringen da der Arbeitgeber die Lohnzahlung verweigerte.
Meine Mutter hatte Erfolg und es wurde zum Nachteil des Beklagten Arbeitgebers ein Versäumnisurteil ausgehändigt wonach der Beklagte verurteilt wurde 1600 Euro brutto nebst Zinsen i.H.v. 5 Prozentpunkten über den Basiszinssatz aus jeweils 400 Euro seit dem 01.01.2013 bis zum 01.04. 2013 zu bezahlen und er hat die kosten des Rechtsstreits zu tragen. Urteil vom 21.05.2013.
Nach mehrmaligem nachfragen was denn nun ist weil wir bisher kein Geld bekommen haben, antwortet uns unser Rechtsanwalt nicht mehr.
Mit einem Schreiben vom 21.04.2015 teilte uns dieser Rechtsanwalt mit das er sein Amt aufgebe und den Fall nicht fortfuehren könne. Nun wissen wir nicht weiter. Bei dem Ex-arbeitgeber handelt es sich um einen Restaurantbetreiber der heute noch seine Aktivität ungestört fortführt.

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Antwort:

Leider ist es in Deutschland so, daß sich die Gerichte nicht um die Beitreibung der ausgeurteilten Beträge kümmern. Dies muß der Berechtigte aus einem Urteil selbst übernehmen. Normalerweise wäre der Anwalt aus seinem Mandat auch verpflichtet gewesen, die Zwangsvollstreckung einzuleiten. Da er dies nicht getan hat, stehen Ihrer Mutter Schadensersatzansprüche unter Umständen zu, sollte sie nun auf Grund der Säumnis des Anwaltes nicht an ihr Geld kommen.

Ihre Mutter muß nun Folgendes unternehmen: Sie muß das Arbeitsgericht aufsuchen und dort eine vollstreckbare Ausfertigung des Versäumnisurteils mit Zustellungsvermerk beantragen. Sobald sie diese Ausfertigung in den Händen hält, muss sie sich an den zuständigen Gerichtsvollzieher wenden und diesen mit der Beitreibung der Gelder beauftragen. Der zuständige Gerichtsvollzieher ist ansässig bei dem Amtsgericht, welches für den Wohnsitz des Schuldners zuständig ist.



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