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Unterhaltsverteilung bei zwei Kindern

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwältin Christine Bauer
Stand: 05.11.2015

Frage:

Seit Juli diesen Jahres lebe ich getrennt von meinem Mann. Wir waren 16 Jahre verheiratet. Aus dieser Ehe gehen zwei Kinder hervor (14 und 17) Der Junge (14) bleibt beim Vater in der Wohnung. Die Tochter (17 ) hat ihren eigenen Haushalt.

Hier meine Frage: Wie verteilt sich der Unterhalt auf die Kinder? Ich habe 1400 Netto mein Mann ca. 1700 Netto. Muss ich als Mutter für beide Kinder allein aufkommen da keines bei mir lebt und inwieweit wird der Vater in die Pflicht für die Tochter genommen? Gibt es einen Umlageschlüssel?

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Antwort:

Am Ende der Ausführungen nenne ich Ihnen die Unterhaltsbeträge für Ihre Kinder, im Folgenden beschreibe ich die Art und Weise, wie ich auf das Ergebnis komme.

Gegenüber Ihren minderjährigen Kindern sind unterhaltspflichtig, wenn Sie nicht in Ihrem Haushalt leben, was bei beiden Kindern ja nicht der Fall ist. Die Unterhaltspflicht richtet sich der Höhe nach der so genannten Düsseldorfer Tabelle. Selbstverständlich richtet sich der Unterhaltsanspruch Ihrer Kinder auch nach Ihrem Einkommen, das Sie auf 1.400€ beziffern. Normalerweise sind von dem Einkommen noch berufsbedingte Ausgaben absetzungsfähig. Zu beachten ist auch, dass es sich um 1/12 des Jahreseinkommen handelt, also Weihnachtsgeld und/ oder Urlaubsgeld wird mit einbezogen. Gegenüber den minderjährigen Kindern haben Sie von dem Einkommen einen monatlichen Selbstbehalt von 1.080 EUR. Diese Summe muss Ihnen selbst im Monat zum Leben verbleiben.

Der Unterhaltsanspruch Ihres 14-jährigen Sohnes richtet sich nach der dritten Altersstufe in der Düsseldorfer Tabelle, 12 bis 17 Jahre. Bei Ihrer Einkommensgruppe, bis 1.500 EUR monatlich, wäre Mindestunterhalt zu zahlen, 440 EUR abzüglich hälftigem Kindergeld in Höhe von 92 EUR, damit beläuft sich der Unterhaltsanspruch auf 348 EUR monatlich.

Problematischer ist das ganze bei Ihrer 17 jährigen Tochter. Normalerweise fallen minderjährige Kinder in den Tabellenunterhalt. Das ist aber hier nicht sachgerecht, da der Tabellenunterhalt nur gilt, wenn das Kind im Haushalt eines Elternteils lebt. Nach Punkt 7. der Düsseldorfer Tabelle hat das volljährige Kind mit eigenem Haushalt (Studierend, in Ausbildung) einen Anspruch auf monatlichen Unterhalt in Höhe von 670 EUR, abzüglich des vollen Kindergeldes, das wende ich hier an, weil es aus meiner Sicht sachgerecht ist. Das Kindergeld ist an die Tochter vollständig auszukehren. Dieser Unterhalt ist von beiden Eltern anteilig nach ihren Einkommensverhältnissen zu zahlen. In Ihrem Fall bei einem Einkommen von 1.700 EUR (Vater) und 1.400 EUR (Mutter) in einem Verhältnis von 55:45 Prozentpunkten. Daraus ergibt sich folgende Rechnung:
Unterhaltsbedarf Tochter: 670 EUR – 184 EUR Kindergeld = 219 EUR, die übrigen 267 EUR sind vom Vater zu tragen.

Festzuhalten ist:
Unterhaltsbedarf Sohn: 348 EUR
Unterhaltsbedarf Tochter: 219 EUR
Gesamt: 567 EUR

567 EUR Kindesunterhalt können Sie bei 1.400 EUR Einkommen und einem Selbstbehalt von 1.080 EUR nicht tragen. Daher ist bei Ihnen nach Punkt C. der Düsseldorfer Tabelle eine Mangelfallberechnung vorzunehmen. Das zur Verfügung stehende Einkommen, bei Ihnen 320 EUR, ist im Rangverhältnis der Kinder untereinander zu verteilen. Dies nach folgender Formel:

Verteilungsmasse: 1.400 EUR – 1.080 EUR = 320 EUR
Einsatzbeträge: Sohn 348 EUR (440 EUR - ½ KG 92 EUR) + Tochter 219 EUR (45% aus 670 EUR – KG) = 567 EUR

Tabellenunterhalt x Verteilungsmasse / Summe der Einsatzbeträge

Sohn 348 x 320 / 567 = 197 EUR
Tochter: 219 x 320 / 567 = 124 EUR (Dezimalstellen werden beim Unterhalt immer aufgerundet)

Beide Kinder sind als minderjährig unterhaltsrechtlich als gleichrangig zu betrachten. Wenn Ihre Tochter volljährig wird, ist sie nachrangig, es sei denn, sie besucht eine allgemein bildende Schule.



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