Navigationspunkt Hauptthema Unterthema Artikeltitel
Arbeit und Beruf
Frage an den Anwalt
16.09.2015

Geschäftsführer einer UG haftet persönlich für Umsatzsteuerschulden

Ich war ein Geschäftführer einer UG Firma, die als Sushi Lieferung und Imbiss tätig ist.
Bei UG Begründung wurde ich von Firmenbesitzer als Geschäftführer ernannt und auch ein Arbeitsvertrag wurde abgeschlossen, als angestellter Geschäftsführer.

In der Tat war ich ein Koch, bzw Küchenchef, weil ich der einzige Koch war, und Investor, die wirkliche Buchhaltung und den Betrieb übte mein Geschäftpartner (Besitzer) aus.

Anwaltshotline
Der direkte Draht zum Anwalt: 0900-1 875 000 908*
Anwalt für Arbeit und Beruf:
7.00 Uhr - 1.00 Uhr (1,99 €/Min.)
E-Mail-Beratung
Antwort in ca. 20 Minuten Anwalt kostenlos anfragen

Seit Dezember 2014 ist das Geschäft geschlossen und schon ab 1. Januar 2015 ist der Besitzer mit allen Dokumenten und Papieren vom Geschäft verschwunden und es besteht kein Kontakt mehr.
Mit der Hilfe eines Rechtsanwalts im Arbeitsrecht habe ich am 21.01.2015 eine Kündigung geschrieben und auch mein Handelsregister am 24.04.2015 von Amt gelöscht.

Aber ich erhielt am 03.09.2015 wegen der Steuerschulden der UG einen Brief von Finanzamt, dass ich Unsatzsteuer von Oktober, November, und Dezember vom Jahr 2014 bezahlen muss.

Ich habe meinen Rechtsanwalt gefragt, ob ich sie bezahlen muss, aber er empfahl mir, einen Steuerberater oder Fachanwalt für Steuerrecht aufzusuchen. Er ist leider nicht im Steuerrecht tätig.

Die Frage ist, ob ich bezahlen muss.

Digitaler Assistent
Digitalen Assistenten starten
Author Antwort Rechtsanwalt Hanno Hoffmann
Welche Frage haben Sie? E-mail senden

Als Geschäftsführer einer UG haften Sie für die Umsatzsteuerschulden persönlich, die während der Zeit Ihrer Geschäftsführung entstanden Sind. Dies ist ein gesetzlicher Haftungsgrund und in der AO geregelt. Nach § 69 S.1 AO gilt: „Die in den §§ 34 und 35 bezeichneten Personen haften, soweit Ansprüche aus dem Steuerschuldverhältnis (§ 37) infolge vorsätzlicher oder grob fahrlässiger Verletzung der ihnen auferlegten Pflichten nicht oder nicht rechtzeitig festgesetzt oder erfüllt oder soweit infolgedessen Steuervergütungen oder Steuererstattungen ohne rechtlichen Grund gezahlt werden.“

Als Geschäftsführer waren Sie verpflichtet, die steuerlichen Angelegenheiten zu erledigen, unabhängig davon, daß der Besitzer tatsächlich die Bücher führte. Sie hätten ihn zumindest kontrollieren müssen. Die Rechtsprechung ist hier eindeutig. So hat der Bundesfinanzhof Urteil des BFH vom 27.02.2007 zum Az.: VII R 60/05 entschieden:

„Nach ständiger Rechtsprechung des BFH beschränkt sich die Haftung nach § 69 Satz 1 AO dem Umfang nach auf den Betrag, der infolge der vorsätzlichen oder grob fahrlässigen Pflichtverletzung nicht oder nicht rechtzeitig festgesetzt oder entrichtet worden ist. Die Höhe der Haftung ergibt sich daher unabhängig vom Grad des Verschuldens grundsätzlich allein aus der Ursächlichkeit der Pflichtverletzung für den bei dem Fiskus eingetretenen Vermögensschaden.“

Ihre Pflichtverletzung liegt in der mangelnden Kontrolle des Buchhalters, so daß Sie zahlen müssen.

Anwaltshotline
Der direkte Draht zum Anwalt: 0900-1 875 000 908*
Anwalt für Arbeit und Beruf:
7.00 Uhr - 1.00 Uhr (1,99 €/Min.)
E-Mail-Beratung
Antwort in ca. 20 Minuten Anwalt kostenlos anfragen
Digitaler Assistent
Digitalen Assistenten starten
Abfindungsrechner
Wie hoch könnte Ihre Abfindung ausfallen?
Abfindung berechnen