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Arbeit und Beruf
Frage an den Anwalt
16.08.2015

Krankenhaus verliert vor der Operation zur Verwahrung abgegebene Eheringe

Meine Mutter (81 Jahre alt) wurde nach einem Unfall mit Oberschenkelbruch ins Krankenhaus eingeliefert und dort bis zur Operation am nächsten Tag teilsediert.
Bei der Operationsvorbereitung wurden ihr vom Krankenhauspersonal zwei goldene Eheringe zur Verwahrung abgenommen. Bei der Entlassung einige Wochen später waren diese nicht mehr auffindbar.
Ich habe das Krankenhaus angeschrieben und eine Frist zur Rückgabe der Ringe gesetzt. Diese ließ man verstreichen. Stattdessen erhielt ich ein Schreiben eines Rechtsanwalts, der es offensichtlich mit Vernebelungstaktik versucht. Er fragt nach Details, die meine Mutter angesichts der Umstände nach einigen Wochen nicht mehr beantworten kann, die der Klinik selbst aber aus den eigenen Unterlagen bekannt sein sollten (Stationsnummer, Namen der Angestellten..).
Wie soll ich weiter vorgehen?

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Author Antwort Rechtsanwalt Karl Heinz Lehmann
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Das Krankenhaus bzw. der verantwortliche Betreiber desselben haftet Ihrer Mutter für die Herausgabe der Trauringe, im Fall des Verlustes für den Schadenersatz. Deswegen empfehle ich Ihnen, ein letztes Schreiben an den Betreiber zu richten und nach der Anrede etwa zu schreiben:

Mit Aufnahme meiner Mutter in Ihr Haus haben Sie die Verantwortung für den Verbleib ihrer Sachen übernommen. War es aus übergeordneten Gründen zwingend notwendig, meiner Mutter die Eheringe von der Hand zu streifen, oblag Ihnen die Pflicht, einerseits auf die Wertgegenstände
zu achten und diese andererseits so sorgfältig aufzubewahren, daß sie meiner Mutter wieder ausgehändigt werden konnten. Sicher ist die Verrichtung eine ständige Übung aus Anlaß einer OP, sodaß Sie generell entsprechende Vorsorge treffen müssen, die hier offensichtlich unterblieben ist,
wenn Sie die Eheringe nicht wieder herausgeben können.Damit steht fest, daß Sie Ihre vertragliche
Pflicht verletzt haben und im Fall des Verlustes der Ringe aus positiver Vertragsverletzung zum Schadenersatz verpflichtet sind. Ich gebe Ihnen nochmals Gelegenheit zu Nachforschungen nach dem Verbleib der Eheringe bis zum .......... und verlange nach fruchtlosem Fristablauf Schadenersatz in Höhe von €.......

Fragen zur Station, Namen der Schwestern, etc. können unsererseits nicht beantwortet werden. Das ist Ihnen als Hausherr entweder bekannt oder nachvollziehbar.“

Sie sollten sich von einem Juwelier über den Wert der Ringe beraten lassen und den Betrag im Schreiben einfügen. Schließlich empfehle ich, das Schreiben per Einschreiben/Rückschein an die Leitung des Hauses zu adressieren, damit Sie ein Empfangsbekenntnis (Rückschein) besitzen.
Nach Fristablauf und einer Verweigerung der Zahlung sollten Sie Klage erheben.
Rechtlich ist das insoweit bestehende Vertragsverhältnis als Verwahrungsvertrag zu qualifizieren.

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