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Anfallende Kosten im Scheidungsverfahren


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Roland Hoheisel-Gruler
Stand: 01.08.2015

Frage:

Ehefrau hat durch Rechtsanwalt die Einleitung der Scheidung beantragt. Anwältin fordert Erklärung zur übername der Kosten.

Welche Kosten und Gebühren kommen auf mich zu? Ehemann Rentner Einkommen aus 2 Renten total 1034.0 Euro, außerdem seit 1.7.2014 insolvent. Ansonsten kein Vermögen. Ehefrau Einkommen Total 770,0 aus 2 Renten kleine Lebensversicherung und Ersparnisse 5000-8000.Wo kann ich Stundung der Kosten beantragen? Muss ich bei Gericht Pers. erscheinen, was ist bei Krankheit?

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Antwort:

Zunächst möchte ich Ihnen sagen, dass, wenn Sie keinen eigenen Antrag stellen, für Sie kein Anwaltszwang besteht.

In einfachen Scheidungsverfahren werden die Kosten gegeneinander aufgehoben- das bedeutet, dass die Gerichtskosten halbiert werden und jeder seine Anwaltsgebühren selbst trägt.

Das reine Scheidungsverfahren mit dem notwendigen Versorgungsausgleich bringt folgende Kosten mit sich:

Der Verfahrenswert der Ehesache bemisst sich aus dem gemeinsamen 3-Monatseinkommen. Sie beziehen jeder 2 Renten, von daher gehe ich von insgesamt 4 Versorgungsanrechten aus. Jedes Versorgungsanrecht wird mit 10% bewertet.

Es ergibt sich folgende Rechnung:

Es errechnet sich ein Gesamtverfahrenswert in Höhe von EUR 7576,80.

Hieraus fallen Gerichskosten in Höhe von EUR 406,00 an, also EUR 203,00 pro Kopf.

Die gesetzlichen Anwaltsgebühren belaufen sich auf jeweils EUR 1380,40. Diese setzen sich zusammen aus EUR 592,00 Verfahrensgebühr, 547,20 Terminsgebühr, EUR 20,00 Auslagenpauschale sowie EUR 220,40 MwSt

Aufgrund Ihrer persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse können Sie beim Gericht, an dem das Scheidungsverfahren rechtshängig ist, Verfahrenskostenhilfe besntragen. Dann kommt bei Bewilligung die Staatskasse für die Kosten auf. Gegebenenfalls müssten Sie bis zu 48 Monatsraten bedienen und sich auf eine Überprüfung Ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse einstellen.

Diesen Antrag kann Ihre Anwältin für Sie bei Gericht stellen.

Im Termin müssen Sie persönlich erscheinen, da das Gericht die Beteiligten persönlich zur Ehesache anhören muss. Sollten Sie wegen Krankheit verhindert sein, müssen Sie unverzüglich nach Krankschreibung dann einen Verlegungsantrag an das Gericht stellen. Wenn Sie nicht hinreichend entschuldigt fehlen, kann Ihnen ein Ordnungsgeld auferlegt werden.



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