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Kostenübernahme von Schäden am Parkett in der Mietwohnung

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Hanno Hoffmann
Stand: 18.08.2015

Frage:

Unser Vater hat während seiner Mietzeit in seiner Wohnung Türstopper anbringen lassen, die per Bohrung auf dem Pitch Pine Parkett entsprechende Bohrlöcher hinterlassen haben. Bei 7 Türen macht das 7x 2 Bohrlöcher.
Ebenso ist an der Terrassentür ein Wasserschaden entstanden, da die Tür wohl nicht richtig fest angelegt wurde beim Schließen.

Der Vermieter fordert nun nach Wohnungsübergabe von uns die komplette Renovierung des Parketts wie folgt:
Ersatz der gebohrten Dielen und der Dielen mit dem Wasserfleck
Abschleifen der Dielen in der GESAMTEN WOHNUNG (80m²)
Preis 9000 €

Wir haben im Mietrecht gelesen, dass eine Komplettrenovierung des Parketts nicht notwendig ist. Nun hat unser Vater aber durch Anbringen der Türstopper etwas "mutwillig zerstört"?

Unser Parkettverleger bietet an, für 2500 € die Schäden auszubessern.

Wie liegt unsere Pflicht in dieser Rechtslage?

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Antwort:

Zunächst empfehle ich Ihnen zu überprüfen, ob der Schadensersatzanspruch des Vermieters Ihres Vaters nicht schon verjährt ist. Schadensersatzansprüche wegen Verschlechterung einer Mietsache verjähren nämlich sehr schnell. Nach § 548 BGB sind solche Ansprüche nach 6 Monaten verjährt. Maßgeblich hierbei ist nicht das formale Ende des Mietvertrages, sondern der Übergabezeitpunkt der Wohnung. Sollten also Schadensersatzansprüche verjährt sein, kann sich Ihr Vater auf Verjährung berufen.

Ein Schaden am Parkett ist gegeben. Unter Schaden versteht man hier jede Verschlechterung der Mietsache die über die Abnutzung durch normalen Gebrauch hinausgeht. Dies ist durch das Anbohren des Parketts geschehen. Auch Abdrücke von Pfennigabsätzen gelten als zu beseitigende Schäden.

Ihr Vater schuldet nun die Beseitigung des Schadens. Das ist nicht das Abschleifen des kompletten Parketts in der gesamten Wohnung, wenn sich der Schaden anderweitig beheben läßt. Wenn dies so geht wie Ihr ortsansässiger Parkettverleger es vorschlägt muß es durch den Vermieter aus seiner Schadensminderungspflicht so durchgeführt werden. Die Schadensminderungspflicht (genauer: Schadensminderungsobliegenheit) bezeichnet im Schadenersatzrecht die Pflicht des Geschädigten, den Schaden abzuwenden oder zu mindern oder den Schädiger auf die Gefahr eines ungewöhnlich hohen Schadens aufmerksam zu machen. Gesetzlich geregelt ist diese Pflicht in § 254 BGB.

Zudem muß sich der Vermieter einen Abzug neu für alt gefallen lassen. Bei Parkett geht man von einer Lebensdauer von 15 Jahren aus. War die durchschnittliche Nutzungsdauer der Parkettoberfläche bei Eintritt des Schadens bereits überschritten, ist Ihr Vater nicht zum Schadensersatz verpflichtet

Ist das nicht der Fall kann für jedes Jahr der Lebenszeit eine Abschreibung von 6,67 % auf den Schaden vorgenommen werde.

Beispiel Parkett wurde vor 10 Jahren verlegt. Schadenshöhe 2.500 Euro. Abzug neu für alt 10 x 6,67 = 66,7% = 1667, 50 EUR. Zu bezahlender Schadensersatz = 832,50 Euro.



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