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Höhe des Freibetrags für einen Erbanteil und Sterbeurkunde von möglicherweise erbberechtigten Verstorbenen

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Karl Heinz Lehmann
Stand: 18.08.2015

Frage:

Der Vater meines Lebensgefährten ist verstorben. Die Hinterbliebenen sind die Ehefrau und mein Lebensgefährte (Sohn). Es wird überlegt, ob ein Haus, das ich mit meinem Lebensgefährten bewohne, auf den Sohn als Eigentümer umgeschrieben werden soll. Im Grundbuch als Eigentümer stehen die Ehefrau und der Verstorbene
Frage: Wie hoch ist der Freibetrag für den Erbeanteil des Vaters für den Sohn
die Hälfte des Hauses würde dann eine Schenkung der Mutter an den
Sohn sein. Wie hoch ist da der Freibetrag?
Wie wird der Wert des Hauses festgelegt? Das Haus wurde vor ca. 3
Jahren für ca. € 300.000 gekauft.

Frage: Der verstorbene Vater hat in Griechenland und in Tschechen Geschwister, die verstorben sind. Muß für diese eine Urkunde besorgt werden, dass sie verstorben sind, weil sie evtl. erbberechtigt wären, wenn sie noch leben?

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Antwort:

In Ihrem Fall kann weder Erbschafts- noch Schenkungssteuer anfallen, wenn ich von Ihrer Sach-
darstellung ausgehen kann. Nach dem Tod des Vaters Ihres Lebensgefährten haben er und seine Mutter geerbt, wenn die gesetzliche Erbfolge eingetreten ist. Ihr Lebensgefährte ist Abkömmling und nach § 1924 BGB als Erbe erster Ordnung berufen, seine Mutter ist Ehefrau und nach § 1931
BGB zu einem Viertel als Erbe berufen, während sich dieser Erbteil um ein weiteres Viertel nach
§ 1371 BGB erhöht. Beide sind also zu je einhalb Anteil gesetzliche Erben des Vaters bzw. des Ehe-
mannes. Ist das Haus, 300.000,00 € Wert, war es zu je einhalb Anteil Eigentum des Vaters und der Mutter, sodaß auf jeden von ihnen 150.000,00 € entfielen. Der Freibetrag des Ehegatten beträgt
500.000,00 €, der jenige von Kinder 400.000,00 €.
Der Verkehrswert des Hauses ist maßgebend. Er wird nur im Streitfall ermittelt. Wenn das Haus
vor drei Jahren 300.000,00 € gekostet hat, was durch den Kaufvertrag belegt werden kann, wird
kein Finanzamt noch länger nach einem evtl. höheren Verkehrswert forschen, weil die Freibeträge
so hoch sind und eine Steuer gleichsam ausschliessen.
Im Fall der Schenkung seitens der Mutter an den Sohn gilt ebenfalls ein Freibetrag von 400.000,00 €.
Geschwister des Vaters sind von der Erbfolge ausgeschlossen, sodaß von diesen oder deren Erben
keine Urkunden benötigt werden.



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