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Provisionsanspruch eines Maklers ohne Maklervertrag mit dem Verkäufer

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Karl Heinz Lehmann
Stand: 29.07.2015

Frage:

Es geht um eine Kaufimmobilie/Mehrfamilienhaus. Der Verkäufer und ich (Makler) kennen uns schon länger (ca.7-8 Jahre) und hatte bereits auch andere Immobilien für ihn vermittelt. Es bestand ein gewisses Vertrauensverhältnis. Aus diesem Grund wurde kein schriftlicher Maklervertrag mit Klauseln oder ähnliches vereinbart.
Die besagte Immobilie befindet sich in einem Dorf, ist daher leicht zu finden. Zudem wurde von mir bei den Anzeigen die vollständige Anschrift angegeben. Jedoch aus Rücksicht auf die Mieter wurde kein Außenschild angebracht.
Ich war ca. 2 Jahre mit der Vermarktung der besagten Immobilie beschäftigt. Zwei Mal standen wir vor einem Abschluss (Notarverträge waren fertig) aber die Käufer sprangen ab. Enttäuschung genug.
Als ich im März 2015 im Urlaub war, trat ein Interessent an den Verkäufer heran.
Der Verkäufer teilte mir dies per Mail mit. Er kam auf den Verkäufer über Mundpropaganda zu. Der Interessent wurde vom Verkäufer auf den Makler hingewiesen. Ohne jedoch viel zu diskutieren einigten sich die beiden auf einen Kaufpreis. Der Interessent bestand darauf die Abwicklung schnellstens zu vollziehen. Kaufvertrag wurde noch während meines Urlaubs beurkundet.
Besteht von meiner Seite Provisionsanspruch?
Und jetzt kommt der Hammer, der Käufer ist ein Makler (alter Hase, seit 40 Jahren im Geschäft) ist also davon auszugehen, dass er vorsätzlich gehandelt hat, oder?

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Antwort:

Wenn Sie mit Ihrem langjährigen Geschäftspartner keinen schriftlichen Vertrag über die Vermitt-
lung eines Käufers für die streitbefangene Immobilie geschlossen haben, gilt § 652 BGB für die Beurteilung von Sach- und Rechtslage. Hiernach ist der Auftraggeber zur Entrichtung des Lohnes nur verpflichtet, wenn der Vertrag infolge des Nachweises oder infolge der Vermittlung des Maklers zustande kommt.
Folge ich Ihrer Darstellung, haben Sie am Abschluß des Kaufvertrages über die Immobilie während Ihrer urlaubsbedingten Abwesenheit keinen Leistungsanteil. Sie haben den Käufer nicht vermittelt und Sie haben den Verkauf der Immobilie nicht herbeigeführt oder gefördert. Dann aber liegen die Voraussetzungen für einen Anspruch auf Zahlung eines Mäklerlohnes nicht vor, sodaß Sie leider keine Forderung gegenüber Ihrem langjährigen Geschäftspartner geltend machen können. Hier bestätigt sich einerseits das Sprichwort, Maklermüh ist oft umsonst, andererseits
die Weisheit, wer schreibt, der bleibt.



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