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Kosten für Warmwasserbehälter in einer Hausgemeinschaft trotz fehlendem Warmwasseranschluss bezahlen

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Dr. Dietmar Breer
Stand: 01.06.2015

Frage:

Ich habe vor knapp zwei Jahren das Hinterhaus - als Eigentumswohnung - gekauft. Nutze diese Räume nun selbst – mit meiner Praxis. Nun haben wir in der Hausgemeinschaft beschlossen eine neue Heizung einbauen zu lassen. Dazu gibt es einen Auftrag. In dieser Zeit ist nun zusätzlich der Warmwasserkessel defekt gegangen. Dieser wird nun auch ersetzt. Die Kosten werden auf alle Eigentümer umgelegt. Das ist ja OK, aber ich bin gar nicht an die Warmwasserversorgung angeschlossen! War auch nie vorgesehen. Warum soll ich diese Kosten für alle mit bezahlen. Es soll ein Beschluss – aus dem Jahre 2006 geben, der die Kostenverteilung so reguliert. Bevor ich aber mich streite – bitte ich um Ihre Meinung.

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Antwort:

Der Warmwasserkessel dient dem gemeinschaftlichen Gebrauch der Wohnungseigentümer und ist daher ein Gegenstand der im Gemeinschaftseigentum steht.
Die Kosten der Instandsetzung des gemeinschaftlichen Eigentums sind gem. § 16 II WEG grundsätzlich nach dem Verhältnis der Miteigentumsanteile zu tragen. Von dieser Regelung kann gem. § 16 IV WEG durch Beschluss abgewichen werden.
In Ihrem Fall scheint im Jahr 2006 eine abweichende Regelung getroffen worden zu sein. Der Inhalt der Regelung ist für mich mangels Vorliegens derselben nicht nachprüfbar.
Allerdings kann ich Ihnen mitteilen, dass es nicht per se unbillig sein muss, wenn Sie trotz fehlenden Anschlusses an die Warmwasserversorgung an den Kosten der Instandsetzungskosten beteiligt werden.
Nach zahlreichen Gerichtsentscheidungen ist es auch denen im Erdgeschoss wohnenden Wohnungseigentümern einer Anlage mit Aufzug zuzumuten sich an den Instandsetzungskosten für den Fahrstuhl zu beteiligen. Selbst Eigentümer in Häusern ohne Aufzug ist es u.U. zumutbar sich an Aufzugskosten an anderen Häusern einer Wohnanlage zu beteiligen. M.E. ist Ihr Fall mit diesen Fällen vergleichbar, sodass Sie in Anlehnung an § 16 II WEG durchaus rechtmäßig zu einer Kostentragung verpflichtet sein können.
Eine abschließende Beantwortung, der Frage, ob Sie tatsächlich verpflichtet sind, die Kosten für die Instandsetzung des Warmwasserkessels zu tragen, ist mir verständlicherweise erst nach einem Einblick in die Teilungserklärung und den Beschluss aus dem Jahre 2006 möglich.



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