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Soforthilfe vom Anwalt
Arbeit und Beruf
Frage an den Anwalt
23.07.2015

Vorgehen bei mangelhaftem Austausch von Türen und Fenstern

Wir haben eine Firma beauftragt, in unserem Haus alles Fenster und die Haustür auszutauschen.
Dazu kam ein Mitarbeiter der Firma, um die Fenster und die Haustür auszumessen.
Die Fenster und die Tür wurden eingebaut. Schon am ersten Tag haben wir reklamiert, dass die Fenster zu klein seien. Auch die Haustür ist viel zu klein.
Wir hatten dem Mitarbeiter vorher schon angeboten die Fensterbänke, die Fliesen und den Putz zu entfernen, damit er besser messen könne. Das brauchten wir aber nicht. Auch auf die Ansage, dass die neuen Fenster nicht kleiner werden sollen, als die Alten, kam die Antwort: "Dazu bin ich da, das messe ich millimetergenau aus".
Wir haben den gesamten Austausch nicht abgenommen, da die Ansicht eine Katastrophe ist. Die Haustür geht gar nicht, bei den Fenstern wären wir evtl. Bereit gewesen, sie zu akzeptieren und mit viel Eigeninitiative zu verputzen. Aber nachdem das Wetter schlechter geworden ist, merkten wir, dass sie noch undichter sind, als die alten Fenster. Wir haben uns einen Sachverständigen der Handwerkskammer gesucht, welcher uns bestätigte das die Fenster und die Tür zu klein sind und auch der gesamte Einbau unfachmännisch erfolgte. Die Firma besteht jetzt auf einen Gegengutachter. Der Einbau ist mittlerweile über 4 Wochen her und es tut sich nichts. Wir sitzen auf einer Baustelle.
Welche Möglichkeiten haben wir, damit es wieder vorwärts geht. Wir haben das Gefühl, die Firma ist an einer Nachbesserung nicht interessiert. Für die Tür hatten wir einen konkreten Termin zur Nachbesserung gestellt. Es hat sich 4 Wochen nichts getan. Auf jede Frage kommt nur: "...da machen wir eine Leiste darauf." Das ist ja keine Lösung für unsachgemäß eingebaute Fenster.
Haben wir die Möglichkeit, von dem Werkvertrag zurückzutreten und einen anderen Handwerker zu beauftragen? Oder was können wir noch machen?

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Author Antwort Rechtsanwalt Hanno Hoffmann
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Aus juristischer Sicht ist es notwendig folgende Schritte zu unternehmen:

Sie müssen die beauftragte Handwerksfirma zunächst in Verzug bringen. Da ich den Inhalt Ihres ersten Schreibens nicht kenne, empfehle ich zunächst nochmals unter Beachtung der nachstehenden Punkte den Handwerker anzuschreiben.

Schreiben Sie daher diesen an und fordern ihn auf unter Nennung sämtlicher Mängel diese zu beheben. Für die Behebung müssen Sie ihm eine angemessene Frist setzen (2-3 Wochen). Bitte formulieren Sie dies so: Für die Behebung der genannten Mängel setze ich Ihnen eine Frist bis zum …“. In diesem Schreiben erklären Sie bitte weiter, daß Sie im Falle der Nichtbeseitigung der Mängel ein anderes Unternehmen mit der Beseitigung beauftragen und Sie dem Handwerker keinen Lohn bezahlen und die entstehenden Mehrkosten in Rechnung stellen werden. Fordern Sie zusätzlich in diesem Schreiben die Kosten für den Gutachter ein.

Sollten Sie dies bereits veranlasst haben, können Sie selbstverständlich schon jetzt ein anderes Unternehmen beauftragen.

Das mit dem Gegengutachten ist natürlich Unsinn. Hier versucht der Handwerker nur Nebelkerzen zu zünden. Wichtig ist, daß der erste Gutachter genügend Fotos gemacht hat, um in einem eventuellen Prozess die Mängel durch diese beweisen zu können. Das mit der Leiste müssen Sie auf keinen Fall akzeptieren, auch nicht, daß die Fenster undicht sind.

Sollte kein schriftliches Gutachten vorliegen, sollten Sie die Abfassung eines schriftlichen Gutachtens beauftragen, damit Sie in einem eventuellen Prozeß genügend Beweismittel haben.

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