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Eigentümer zahlt Balkongeländer

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Karl Heinz Lehmann
Stand: 30.05.2015

Frage:

Bei meiner alte Terrasse war sowohl das Balkongeländer, als auch der Bodenbelag morsch und war laut Dachdecker auf keinen Fall wieder zu verwenden, im Gegenteil, aus "bauaufsichtlicher Sicht, bestand bei dem alten Geländer sogar Lebensgefahr".

Nachdem das alte Holz abgetragen und von der WEG bezahlt, ich hatte ein Foto vom Entwurf der neuen Terrasse vorgelegt, wunderte ich mich, dass die WEG 2 Monate später Fragen zur Größe und Farbe der neuen Terrasse stellte und war sehr verärgert, schließlich wurde die neue Terrasse so gebaut, dass diese nicht mehr durch den darunter befindlichen, neuen Dachbelag gebohrt wurde, die Terrasse bei neuen Problemen leicht abmontiert werden kann und das wertvolle Holz dem Haus schmeichelt - das hatte seinen Preis.

Nun erfuhr ich, dass das Balkongeländer Gemeinschaftseigentum ist. Habe ich mein Geld jetzt der WEG geschenkt oder muss die WEG mir auch im nach hinein noch das Geld für das Geländer zahlen, sollte der Tischler die einfachste & billigste Variante berechnen? Ich habe nur auf Haltbarkeit und Sicherheit gesetzt, aber das hat seinen Preis: bei Ca. 13 qm Terrassendielen & 11 m Terrassengeländer Lärche Natur = 6.925.80 €. Könnte man sich einigen, dass jeder einfach seine Terrassen-,Balkongeländer selbst finanziert, da kein Geld in der Kasse ist (Verwalter mit unserem Geld verschwunden).

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Antwort:

In Wohnungseigentümergemeinschaften gehören Streitigkeiten über und um den Balkon zu den schon fast alltäglichen Streitigkeiten, mit denen sich in letzter Instanz auch die Gerichte immer wieder aufs Neue befassen müssen. Meist streitet man über die Frage, ist der Balkon Sondereigentum oder Gemeinschaftseigentum. Gelegentlich enthält die Teilungserklärung eine Zuordnung,
sodaß ich zunächst empfehle, in Ihrer Teilungserklärung zu prüfen, ob darin eine Bestimmung enthalten ist.

Wie dem auch sei, hat der Bundesgerichtshof in seinem Urteil vom 15.01.2010 unter dem Aktenzeichen V ZR 114/09 entschieden, daß Balkone im Gemeinschaftseigentum stehen. Wörtlich heißt es u. a. in dem Urteil: „Die Revision verkennt, dass sich das Sondereigentum an einem Balkon nur auf den Luftraum, den Innenanstrich und den Bodenbelag erstreckt, während die übrigen konstruktiven und solche Teile, die ohne Veränderung der äußeren Gestalt des Gebäudes nicht verändert werden können, wie Brüstungen und Geländer, Bodenplatte einschließlich der Isolier-
schicht, Decken, Abdichtungsanschlüsse zwischen Gebäude und Balkon, Außenwände, Stützen und Türen, Gemeinschaftseigentum sind (Armbrüster in Bärmann, aaO, § 5 Rdn.56 ff.; Dickersbach in Jennißen, aaO, § 5 Rdn.16 ff; Riecke/Schmid/Schneider/Förth, aaO, § 5 Rdn 37 – jeweils m. N.aus der Rspr.)“ (Seite 12 ).


Wenn Sie das Geländer selbst bezahlt haben, sollten Sie unter Hinweis meiner obigen Ausführungen
den Verwalter um die Erstattung Ihrer Aufwendungen bitten. Verweigert er dies, bitten Sie ihn, eine Entscheidung in der nächsten Eigentümerversammlung über die Kostenerstattung herbeizuführen.
Wird eine Erstattung abgelehnt, klagen Sie gegen diesen Beschluß, der unter Berücksichtigung der
Rechtsprechung aufgehoben werden müßte. Selbstverständlich wäre eine gütliche Einigung über die
Kostenerstattung besser als eine streitige Auseinandersetzung, die regelmäßig zu einer Belastung des Verhältnisses zu den übrigen Miteigentümern führt. Der Tischler soll berechnen, was er Ihnen
gegenüber verlangt hat. Nachgeben zur Höhe können Sie selbstverständlich ebenfalls, obwohl es
nicht notwendig erscheint. Was das Balkongeländer gekostet hat, soll die Gemeinschaft der Wohnungseigentümer zahlen!



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