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Arbeit und Beruf
Frage an den Anwalt
28.05.2015

Abteilungsleiterin muss Schwangerschaft einer Angestellten melden

Ich bin Abteilungsleiterin. Diese Woche hat mir eine Mitarbeiterin meiner Abteilung im Vertrauen erzählt, dass sie in der 8. Woche schwanger ist. Die Dame ist Ausländerin und bis zum Ende nächsten Monats befristet beschäftigt. Es ist geplant den Vertrag zu verlängern, allerdings ist dieser noch nicht unterschrieben.

Gekoppelt an ihre Beschäftigung ist auch ihre Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland. Das heißt, wenn der Vertrag nicht verlängert wird, muss sie zurück in ihre Heimat in Mittelamerika. Habe ich in dieser Situation die Pflicht, diese Info der Personalabteilugn mitzuteilen? Oder hat meine Mitarbeiterin die Pflicht? Man hat ihr anscheinend in einer Beratungsstelle geraten erst den Vertrag zu unterschreiben und dann über die Schwangerschaft zu berichten. Allerdigns bin ich nun "eingeweiht".

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Was sind meine rechte und was meine Pflichten. Bin ich der Firma moralisch verpflichtet?

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Author Antwort Rechtsanwalt Karl Heinz Lehmann
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Sie sind mit Sicherheit verpflichtet, die Schwangerschaft Ihrer Mitarbeiterin mit der gebotenen
Diskretion dem Personalleiter zu melden, wenn Sie die Mitarbeiterin nicht mit gutem Zureden
dazu veranlassen können, die Schwangerschaft auch auf die Gefahr anzuzeigen, daß der Arbeits-
vertrag nicht verlängert wird. Möglicherweise ist die Ehrlichkeit der schwangeren Mitarbeiterin
sogar Anlaß für den Arbeitgeber, das Vertragsverhätnisse zu verlängern.

Wie dem aber auch sei, gilt es zunächst für Sie persönlich, sich vor Nachteilen zu schützen, die in einer Kündigung Ihres Arbeitsvertrages gipfeln könnten. Es gibt keine gesetzliche Vorschrift, die den Arbeitnehmer verpflichtet, die bestehende Schwangerschaft einer Kollegin dem Arbeitgeber zu melden.

Es gibt aber einen § 241 Abs. 2 BGB, der besagt, daß das Arbeitsverhältnis jeden Teil zur Rücksicht auf die Rechte, Rechtsgüter und den Interessen des anderen Teils verpflichtet ist. Daraus leitet man in der
Rechtsprechung die Treuepflicht des Arbeitnehmers gegenüber dem Arbeitgeber ab, die wiederum an der Stellung des Arbeitnehmers innerhalb der Betriebsorganisation unterschiedlich zu bewerten ist. Eine Abteilungsleiterin hat mit Sicherheit größere Pflichten als ein Azubi. Als Abteilungsleiterin genießen Sie auch seitens des Arbeitgebers das größere Vertrauen und das Verschweigen dieses für den Betriebsablauf bedeutsamen Ereignisses könnte man als groben Vertrauensbruch werten und zu Konsequenzen bis hin zur Kündigung Anlaß bieten. Wird bekannt, daß Sie geschwiegen haben, bin ich sicher, daß Sie in Mißkredit geraten und persönliche, berufliche und finanzielle Nachteile zu erwarten haben. Vielleicht ist es zweckmäßig, daß Sie zusammen mit der Mitarbeiterin zur Personalleitung gehen, um vermittelnd zu helfen, aber Vorrang müssen Ihre Interessen haben.

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