Der direkte Draht zum Anwalt:
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00 Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen.

Erblasser kann zu Lebzeiten jederzeit neu testieren


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Roland Hoheisel-Gruler
Stand: 28.04.2015

Frage:

Meine Frau und ich, wir beerben uns gegenseitig. (Berliner Modell) In unserem gemeinsamen Testament, haben wir die ehemalige Lebensgefährtin unseres verstorbenen Sohnes als Erbin eingesetzt.


Leider ist diese Erbin am 31.03.2015 verstorben. Am Totenbett hat sie noch ihren jetzigen Lebenspartner geheiratet.


Frage: Sind jetzt ihr Mann bzw. Verwandte von Ihr erbberechtigt oder ist das von uns gedachte Erbe mit ihrem Tod erloschen?

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-14
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

Antwort:

Ich gehe bei meiner Antwort davon aus, dass Sie beide noch leben. In diesem Falle können Sie und Ihre Ehefrau das jetzige Testament widerrufen und neu testieren. Sie sind völlig frei, wen Sie als Erben einsetzen. Sollte Ihre Ehefrau allerdings vorverstorben sein, könnten Sie durchaus in Ihrer Testierfreiheit wegen der Bindungswirkung des Berliner Testaments gehindert sein.
Soweit Sie also beide noch testieren können, sollten Sie unverzüglich ein neues Testament errichten.

Für den Fall, dass das Testament nicht mehr geändert werden kann, gilt:
Hier ist durch Auslegung zu ermitteln, ob der Erblasser einen Ersatzerben berufen oder eine Vor- und Nacherbschaft anordnen wollte. Dabei lässt sich die Rechtsprechung von der häufig anzutreffenden Vorstellung des Erblassers leiten, dass der Erbteil des kinderlosen Abkömmlings letztendlich in der Familie des Erblassers verbleiben und nicht in den Familienstamm des Schwiegerkindes abfließen soll.
Dies gilt in Ihrem Falle umso mehr, da Ihr verstorbener Sohn mit der Lebensgefährtin ja nicht verheiratet war.

Daher ist meist von einer zweistufigen Nacherbeinsetzung auszugehen, auch wenn die Begriffe in der letztwilligen Verfügung nicht verwendet wurden. Sogar die ausdrückliche Einsetzung als »Ersatzerbe« bzw »Alleinerbe« kann die Anordnung einer Vor- und Nacherbschaft ergeben.

In diesem Zusammenhang kommt der Auslegungsregel des § 2069 erhebliche Bedeutung zu:
Im Zweifel, dh wenn ein tatsächlicher Wille des Erblassers nicht festgestellt werden kann, ist davon auszugehen, dass der Erblasser beim Wegfall eines Abkömmlings dessen Abkömmlinge nach den Regeln der gesetzlichen Erbfolge als Ersatzerben eingesetzt hätte, wenn sie mit dem Erblasser in gerader Linie verwandt sind.

Handelt es sich bei der weggefallenen Person nur um einen sonstigen nahen Angehörigen, gilt § 2069 nicht.


Die Lebensgefährtin ist eben allenfalls eine sonstige nahe Angehörige im weitesten Sinne.
Daher kann eine Ersatzberufung nicht als Regel angenommen werden. Die Rechtsprechung geht aber zwischenzeitlich davon aus, dass, ist in einem Testament die vorverstorbene Schwägerin der Erblasserin eingesetzt, gleichwohl deren Abkömmlinge als Ersatzerben infrage kommen, wenn sich dies aus dem Testament durch Auslegung entnehmen lässt. Gleiches gilt – so wurde schon entschieden - auch für die Kinder einer langjährigen Lebensgefährtin.


In diesem Zusammenhang ist auch das Verbot einer Kumulation der Auslegungsregel des § 2270 II mit der des § 2069 zu berücksichtigen, da die Kumulation dazu führen würde, dass ein nicht feststellbarer Wille zur Bindung in Bezug auf eine durch individuelle Auslegung nicht feststellbare Verfügung angenommen wird, die aber durch einen allgemeinen Erfahrungssatz nicht mehr gerechtfertigt ist. Es bedarf vielmehr im konkreten Fall einer erkennbaren Motivation des Erblassers, die geprüft werden muss.


Bei der hier anzuwendenden ergänzenden Auslegung ist dann aber der Rechtsgedanke des § 2069 heranzuziehen. Allerdings kann die Auslegung der in einem notariellen Testament enthaltenen Formulierung »Ersatzerben will ich heute ausdrücklich nicht benennen« ergeben, dass ein die Anwendung der Auslegungsregel des § 2069 widersprechender Erblasserwille nicht feststellbar ist.

Der BGH geht in seiner Rechtsprechung davon aus, dass die Auslegungsregel des § 2069 über ihren Wortlaut hinaus auch nicht analog angewendet werden kann; er wendet aber den Rechtsgedanken des § 2069 (sog Anhalttheorie) im Wege der ergänzenden Auslegung auch an, wenn es sich bei den weggefallenen Personen um »nahe Angehörige« des Erblassers oder um eine ihm sonst nahe stehende Person gehandelt hat bzw ein solch enges Verhältnis verwandtschaftlicher oder persönlicher Art zu ihm bestand, das mit dem eines Abkömmlings vergleichbar ist.

Hieraus würde aber folgen, dass dann die Erben der Lebensgefährtin selbst Sie beerben würden. Ich gehe aufgrund Ihrer Fragestellung davon aus, dass Sie dieses aber nicht unbedingt wünschen.
In diesem Falle sollten Sie den Weg wählen, neu zu testieren.



Interessante Fälle aus der E-Mail-Rechtsberatung zu Erbteil

Erbverteilung bei leiblichen Kindern und neuer Ehefrau | Stand: 15.09.2015

FRAGE: Die Stiefmutter möchte das wir, die leiblichen Kinder, einen Erbschein beantragen und von der Erbschaft zurücktreten. Rahmen ist, das wir die Lebensversicherung des verstorbenen Vaters ausgezahl...

ANTWORT: Was Ihre Stiefmutter von Ihnen verlangt, ist geradezu widersinnig; Sie sollen einerseits die Erteilungeines Erbscheins beantragen, andererseits von der Erbschaft zurücktreten. Ich verstehe letztere ...weiter lesen

Vorgehen als Alleinerbe gegenüber Pflichtteilnehmern | Stand: 26.05.2015

FRAGE: Meine Mutter ist am 20.04.2015 verstorben. Sie hat mich in einem notariellen Testament als Alleinerben bestimmt. Mein Bruder wurde auf den Pflichtteil gesetzt.Meine Mutter hinterlässt eine Eigentumswohnung...

ANTWORT: Als Alleinerbin sind Sie Gesamtsrechtnachfolgerin geworden. Als Eingangsnorm des Erbrechts beinhaltet § 1922 BGB Legaldefinitionen der Begriffe Erbfall, Erbschaft, Erben und Erbteil und eine wichtig ...weiter lesen

Erbe kann nicht zu Lebzeiten des Erblassers ausgezahlt werden | Stand: 24.03.2015

FRAGE: Meine Eltern (Mutter *1951, Vater *1949) waren 12 Jahre verheiratet, ich (*1974) und mein Bruder (*1970) sind in der Ehe geboren, die Ehe ist geschieden, mein Vater ist seit ca. 22 Jahren in zweiter Eh...

ANTWORT: Hinsichtlich des Nachlasses gilt: Der Grundsatz der Gesamtrechtsnachfolge regelt, dass das Vermögen des Erblassers insgesamt auf seine Erben übergeht. Der Übergang des Nachlasses vollzieh ...weiter lesen

Neuregelung der Besitzverhältnisse eines Eigentumshauses | Stand: 16.02.2015

FRAGE: Ich habe ein paar Fragen zum Thema Grundbucheintrag. Die Situation stellt sich wie folgt dar:• Erbengemeinschaft: Mutter & 2 Kinder (Sohn, Tochter) – Mann (Vater) verstorben 02/2013&bull...

ANTWORT: Zunächst sollte ihre Mutter Ihnen ihren Hausanteil verkaufen gegen den Erlaß der Darlehensschulden. Gleichzeitig erhält sie ein unentgeltliches Wohnrecht am Haus. Da in diesem Fall kein ...weiter lesen

Ohne Erbschein wird kein Erbe ausgezahlt | Stand: 23.09.2014

FRAGE: Ich bin laut eröffnetem Erbvertrag zur Hälfte Erbe eines nur aus einem Guthaben auf einem Bankkonto bestehenden Anteils. Das Guthaben ist durch den Verkauf einer ETW vor dem Tod des Erblasser...

ANTWORT: Um Rechte gegenüber der Bank auf Auszahlung des Ihnen zustehenden Betrages herleiten zu können, benötigen Sie einen Erbschein. Sind mehrere Erben vorhanden, können diese Personen gemeinsa ...weiter lesen

Berechnung des Ausgleichs in Erbschaftsangelegenheit | Stand: 23.04.2014

FRAGE: Die Erblasserin setzt Sohn und Tochter zu gleichen Teilen als Erben ein. Sie verfügt im Testament, dass eine 1984/85 erbrachte Schenkung über DM 40000,00 an den Sohn durch diesen auszugleiche...

ANTWORT: Im Ergebnis wird der Inflationsausgleich auf die Summe der Zuwendung aufgeschlagen. Der Inflationsausgleich wird durch Multiplikation bzw. Division mit den entsprechenden Koeffizienten aus dem Lebenshaltungsinde ...weiter lesen


Rechtsbeiträge über Erbrecht / Erb- und Steuerrecht
Interessante Beiträge zu Erbteil

Enterben: Wie man seine Erben so richtig über den Tisch zieht
| Stand: 08.02.2016

Wenn es ans Sterben geht, dann kann man, juristisch vollkommen legal, seinen Erben noch einmal so richtig etwas auswischen. Hier nur kurz zu den Grundzügen: Testamentarische Enterbung Wer seine gesetzlichen Erben wirklich ...weiter lesen

Anrechnung von Vorausleistungen auf den Erbteil
| Stand: 27.11.2012

Häufig tritt zwischen Erben die Frage auf, ob Zuwendungen, die der Erblasser vor seinem Tode getätigt hatte, auf die Erbteile anrechenbar sind. Die Grundzüge zur Frage der Anrechenbarkeit bzw. des Ausgleichs ...weiter lesen

Teilweiser Erbverzicht
Nürnberg (D-AH) - Alles oder nichts: In einen Erbverzicht nur ganz bestimmte Gegenstände einzubeziehen, ist rechtlich nicht zulässig. Zwar ist bei Einhaltung der gesetzlichen Formvorschriften auch ein beschränkter Erbverzicht ...weiter lesen

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-14
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

SEHR GUT
4.5 Sternenbewertungen

20.693 Kundenbewertungen
Bewerten auch Sie den Anwalt
nach dem Gespräch !

   | Stand: 04.07.2018
Ich hatte eine E-Mail Beratung gebucht für Mietrecht und habe dann Kontakt mit der Rechtsanwältin Alexandra Pritzsche gehabt.sie ist sehr kompetent nimmt sich auch viel Zeit und hat auf jede Frage die richtige passende Antwort gehabt ich kann die Rechtsanwältin nur weiter empfehlen ein großes Lob und vielen Dank noch.

   | Stand: 29.06.2018
Frau Kuner hat mich kompetent , sehr freundlich und zuvorkommend beraten. Vielen Dank Frau Kuner!

   | Stand: 28.06.2018
Ich war sehr zufrieden mit der Beratung von Herrn RA Hoffmann, der mir, in einem für mich komplexen Fall, weitergeholfen hat. Ich werde mich wieder an ihn wenden. Herzlichen Dank

Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-14
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen



Wichtige Themen:

Rechtsanwalt für Erbrecht | Erbrecht | Steuerrecht | Erb- und Steuerrecht | Angehörige | Anwachsung | Erbanfall | Erbanspruch | Erbanteil | Erben | Erben und Vererben | Erbfolge | Erbmasse | Erbschaftsgegenstand | Erbschaftsrechner | Nachlass | Nachlassregelung | Nachlassverbindlichkeiten | Nachlassverwaltung | Pflichtteil | Realteilung

Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:


ERFOLGSAUSSICHTEN CHECK

Lassen Sie 10 Anwälte urteilen

Lohnt sich ein Anwalt? Lassen Sie das Risiko Ihrer Rechtsangelegenheit von unabhängigen Rechtsanwälten bewerten. ...weiter lesen
Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:

HOMEPAGE TOOLS
NEU und exklusiv für Webmaster

Machen Sie Ihre Website rechtssicher! Mit unseren kostenlosen Homepage-Tools minimieren sie das Risiko einer Abmahnung. Egal ob Impressum, Disclaimer oder AGB. ...weiter lesen
Recht auf Ihrer Website

JURA TICKER

Die neuesten Meldungen auf Ihrer Website
Der Jura-Ticker bietet Ihren Besuchern aktuelle Gerichtsurteile, die stets interessant und leserfreundlich geschrieben sind. Dieser Content ist kostenlos in jede Website integrierbar und wird von uns regelmäßig mit einer neuen Meldung bestückt. Rechtsgebiete, Größe und Farben des Tickers können dabei an den eigenen Internetauftritt angepasst werden.

Anwaltshotline
Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-14
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen


E-Mail Beratung Online-Rechtsberatung per E-Mail. Antwort innerhalb weniger Stunden „schwarz auf weiß“. Jetzt Anfragen