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Private Entschädigungszahlung nach Hundebiss trotz Versicherung

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Karl Heinz Lehmann
Stand: 11.05.2015

Frage:

Ich schreibe im Auftrag meiner Mutter, die 80 Jahre alt ist.
Der Vorfall in Kürze: Meine Mutter kam aus dem Garten und hatte ihren Hund angeleint. Der Hund hat sich losgerissen und einer Nachbarin mehrere Bißwunden zugefügt. Der Vorfall wurde "polizeilich" aufgenommen und meine Mutter hat auch ihre Aussage bei der Polizeit gemacht. Da der Hund "versichert" war, wurde der Schadensfall gemeldet. Nach Angaben der Versicherung ist der Fall noch nicht abgeschlossen, da die geschädigte Forderungen stellt, die die Versicherung nicht begleichen will. Zu erwähnen ist noch, dass der Hund zwischenzeitlich eingeschläfert wurde. Zwischenzeitlich hat auch ein "Täter-Opfer" Gespräch stattgefunden, wobei dies nur über eine "Vermittlerin" stattgefunden hat. Meine Mutter hat 1.000,00 € als "Entschädigung" angeboten. Die Geschädigte ist damit nicht einverstanden und möchte ,mindestens 2.000,00 €, dann würde sie auf eine zivilrechtliche Klage verzichten. Die Vermittlerin sagte noch, dass es offen ist ob noch eine eine Verhandlung wegen Körperverletzung kommen kann.
Es stellt sich jetzt die Frage ob es sinnvoll ist, die 2.000,00 € zu zahlen oder es darauf ankommen zulassen einen zivilrechtlichen Prozess einzugehen.

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Antwort:

Es ist gut, daß die Geschädigte das Angebot Ihrer Mutter über Zahlung von 1.000,00 € abgelehnt hat. Ihre Mutter sollte der Geschädigten ab sofort sagen, daß sie ihrem Versicherer nicht vorgreifen und keine Schadensregulierung vornehmen darf, weil sie sonst gegen ihre Obliegenheiten verstößt und die Versicherung von der Ersatzpflicht befreit ist. Sie soll die Geschädigte bitten, sich bis zum endgültigen Bescheid ihres Haftpflichtversicherers zu gedulden. Gelichzeitig sollten Sie dem Haftpflichtversicherer mitteilen, daß Ihre Mutter von der Geschädigten bedrängt wird und sie möglichst schnell zumindest ein Vorschußzahlung leisten soll, um Nachteile für Ihre Mutter zu vermeiden. Die Rechtslage ist tatsächlich so, daß Ihre Mutter die Schadensregulierung der Versicherung überlassen muß. Stört oder durchquert sie die Verhandlungen der Versicherung mit der Geschädigten, verstößt sie gegen die Obliegenheiten aus dem Versicherungsvertrag. Dies kann der Haftpflichtversicherer zum Anlaß nehmen, Ihrer Mutter wegen Verstoß gegen die Obliegenheiten den Versicherungsschutz zu versagen.
Würde die Geschädigte einen Zivilprozeß gegen Ihre Mutter anstrengen, muß der Versicherer Ihrer Mutter einerseits einen Anwalt zur Rechtsverteidigung stellen und außerdem von jeglicher Ersatzpflicht freistellen. Ihre Mutter hat dann keinen Schadenersatz aus eigener Tasche zu leisten. Deswegen soll sie auch der Geschädigten offen erklären, daß sie nach den Versicherungsbedingungen nicht darf, selbst wenn sie wollte.



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