Der direkte Draht zum Anwalt:
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00 Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen.

Jugendhilfe bei schwierigen Jugendlichen

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Hanno Hoffmann
Stand: 28.03.2015

Frage:

Meine Freundin 36 und ich 30 leben mit zwei Kindern.
Ein Junge (16) aus erster Ehe und ein Mädchen (5) Unehelich aus zweiter Beziehung.

Mit meiner Freundin bin ich nun seit 10 Monaten zusammen wohne allerdings nicht fest bei ihr obwohl ich eigentlich die ganze zeit bei ihr bin.

Seit ca 1,5 Jahren ist es nun so das sich der Junge sich nichts sagen lässt, sich um nichts kümmert, macht rein gar nichts im Haushalt und eine Schule hat er seit Ewigkeiten nicht länger als 2-3 Tage besucht. Seitdem ich sie kenne war er vielleicht an 25 Tagen in der Schule.


Weiter hat meine Freundin und ihr Sohn Diabetis und müssen spritzen.
Der Sohn macht dies jedoch sehr unregelmässig und nutzt das fast jeden Tag um nicht in die Schule zu gehen. (Spritzt er nicht entsteht Kiton, es vergiftet einen also. Damit kann er natürlich nicht in die Schule.)

Wir haben alles versucht, er solle nur noch vor uns spritzen, das Spritzzeug bleibt im Wohnzimmer, Werte werden kontrolliert etc.


Mit der Schule habe ich ihm Vorschläge gemacht. Habe dafür gesorgt das er Taschengeld bekommt und sogar eine Prämie wenn er zur Schule geht. (Alle 2 Wochen 20€, ende des Monats wenns mit der Schule passt 50€ und alle drei Monate 100€.)


Danach ist er drei Tage zur Schule gegangen und hatte dann 2 Mal Kiton-Vergiftungserscheinung wie Übelkeit, Erbrechen, schwer ansprechbar also benommen. Das Spritzen hat er wiederholt vermieden und in den von mir gerufenen Krankenwagen ist er nur mit Gewaltandrohung eingestiegen.

Mittlerweile klappt hier im Haushalt gar nichts mehr. Durch die psychische Belastung hat meine Freundin seit 2 Wochen fast durchgehend Phantomschmerzen. Vor 2 Monaten wurde sie deswegen Stationär 1 Woche und 2 weitere Wochen mit Morphin behandelt. Um die Kinder habe ich mich mit Oma und Opa gekümmert. Arbeite im Schichtdienst.

Weiter Sachen wie Rasenmähen hat vor unsere Beziehung meine Freundin gemacht, der Sohn fasst ausser seinem PC nichts im Haushalt an und unterstützt auch nicht beim Einkaufen wenn meine Freundin nicht kann. Da ich berufstätig bin kann ich es auch nicht. Reden hilft gar nichts, er stellt nur auf stur.

Montag steht nun ein weitere Termin beim Jugendamt an und meine eigentliche Frage ist, auch wenn es vielleicht echt unangemessen klingt, ob das Jugendamt dazu verpflichtet ist sich seiner Obhut anzunehmen oder ob das Jugendamt nach einem Gespräch wieder alle Beteiligten nach Hause schicken kann?


Meine Freundin und ich sind uns einig, er muss hier definitiv raus nur hat das Jugendamt raushören lassen das sie wohl "nur" ein Gespräch führen wollen und das hatten wir ebenfalls einige Male schon.

Hoffe meine Schilderung ist einigermassen verständlich, ich entschuldige mich, dass ich ziemlich aufgebracht bin.

Gibt es bei sowas Notdienste?

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-22
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen
Kontakt zum Autor des Beitrages:
Rechtsanwalt Hanno Hoffmann   |Hier klicken

Antwort:

Nein, leider gibt es keine Notdienste. Es gibt in Deutschland jedoch die Jugendhilfe. Die Jugendhilfe ist geregelt im Sozialgesetzbuch Achtes Buch (SGB VIII) - Kinder- und Jugendhilfe - i.d.F. vom 14.12.2006 (BGBl. I 3134) m.spät.Änd. Mit diesem Gesetz sind die früheren Vorschriften des Jugendwohlfahrtsgesetzes aufgehoben worden.

Die Jugendhilfe geht davon aus, dass jeder junge Mensch ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit hat. Zwar ist Pflege und Erziehung der Kinder das natürliche Recht der Eltern und zuerst die ihnen obliegende Pflicht, die Jugendhilfe soll aber zur Verwirklichung des Rechts auf Förderung der Entwicklung und Erziehung beitragen.

Im Rahmen der Jugendhilfe ist auch die Heimerziehung vorgesehen. Zum besseren Verständis füge ich Ihnen die Vorschrift ein. Sie lautet:

§ 34 Heimerziehung, sonstige betreute Wohnform
Hilfe zur Erziehung in einer Einrichtung über Tag und Nacht (Heimerziehung) oder in einer sonstigen betreuten Wohnform soll Kinder und Jugendliche durch eine Verbindung von Alltagserleben mit pädagogischen und therapeutischen Angeboten in ihrer Entwicklung fördern. Sie soll entsprechend dem Alter und Entwicklungsstand des Kindes oder des Jugendlichen sowie den Möglichkeiten der Verbesserung der Erziehungsbedingungen in der Herkunftsfamilie

1. eine Rückkehr in die Familie zu erreichen versuchen oder
2. die Erziehung in einer anderen Familie vorbereiten oder
3. eine auf längere Zeit angelegte Lebensform bieten und auf ein selbständiges Leben vorbereiten.

Jugendliche sollen in Fragen der Ausbildung und Beschäftigung sowie der allgemeinen Lebensführung beraten und unterstützt werden.

Anspruch auf Hilfe zur Erziehung und somit auch auf eine Unterbringung haben Eltern mit Sorgerechtsanspruch bei der Erziehung ihres Kindes oder Jugendlichen, wenn keine Erziehung gewährleistet ist, die dem Wohl ihres Kindes oder ihres Jugendlichen entspricht und die Hilfe für die Entwicklung geeignet und notwendig ist. Dies scheint mir bei Ihrem Stiefkind der Fall zu sein.

Sie müssen folgendes beachten: Hilfen zur Erziehung werden grundsätzlich nur auf Antrag gewährt. Sie sollten daher formlos einen schriftlichen Antrag mit zum Jugendamt nehmen und der Sachbearbeiterin überreichen. Da kann in etwa stehen: Ich beantrage hiermit Jugendhilfe in Form der Heimunterbringung für mein Kind Name, Geburtsdatum, Adresse.

Ich begründe diesen Antrag wie folgt: Das Familienleben ist in unerträglicher Weise gestört. Dann alles Fehlverhalten aufzählen. Dann: Erfolg kann nur eine auswärtige Unterbringung zeigen. Ich bitte um einen rechtsmittelfähigen Bescheid.

 


Der letzte Satz ist besonders wichtig, damit das Jugendamt Sie nicht abwimmeln kann. Lehnt dann das Jugendamt per Bescheid ab, steht Ihnen der Verwaltungsrechtsweg offen.



Interessante Fälle aus der E-Mail-Rechtsberatung zu Jugendamt – Träger der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe

Unterhaltszahlung - Jugendamt fordert Betrag zurück | Stand: 29.08.2015

FRAGE: Meine geschiedene Frau hat vom 01.02.2009 bis 31.01.2015 Unterhaltsvorschussleistungen im Wert von 10.318 Euro erhalten. Das Jugendamt fordert diesen Betrag nun von mir zurück und droht mit Vollstreckung. A...

ANTWORT: In Antwort auf Ihre Frage, "habe ich eine Chance den Rückforderungen zu entgehen", muss ich Ihnen eine ungünstige Mitteilung machen: Nein! Das Jugendamt fordert von Ihnen den Unterhaltsvorschus ...weiter lesen

Verletzung der Fürsorgepflicht nur bei Kindern unter 16 möglich | Stand: 28.07.2015

FRAGE: Ich bin 19 Jahre alt, meine Mutter ist Alkoholikerin und als ich 3 Jahre war hat mich das Jugendamt weg geholt weil meine mutter nicht für mich gesorgt hat. Seit dem ich 16 Jahre war haben mich mein...

ANTWORT: Eine Anzeige wegen Verletzung der Fürsorgepflicht, strafbar nach § 171 StGB *1), würde schon daran scheitern, daß Sie im Zeitpunkt der Tat schon über 16 Jahre alt waren. § ...weiter lesen

Pflegekind ohne Pflegebescheid | Stand: 18.09.2014

FRAGE: Ich habe einige Fragen bezüglich eines Pflegekindes.Seit Mitte Mai diesen Jahres haben wir von null auf gleich eine noch 17jährige Freundin unserer Tochter bei uns aufgenommen.Eine Sozialarbeiteri...

ANTWORT: nach Ihrer Schilderung ist davon auszugehen, dass die Aufnahme der Schülerin bis jetzt ohne jede rechtliche Grundlage erfolgt ist.Die Geltendmachung von Pflegekosten und Pflegegeld setzt voraus, das ...weiter lesen

Vorzeitige Kündigung wegen willkürlicher Aussage des Vermieters | Stand: 11.09.2014

FRAGE: Ich habe meine aktuelle Wohnung fristlos gekündigt, da die Frau des Vermieters eine Anzeige beim Jugendamt gemacht hat, ich würde mein Kind vernachlässigen.(sie wohnt selbst nicht im Haus...

ANTWORT: Zu Ihren Fragen: 1. Kann ich das Verfahren als Mieter selbst durchfechten, oder benötige ich einen Anwalt? Sie können das Verfahren selbst betreiben, ein Anwaltszwang besteht nicht. Das Verfahre ...weiter lesen

Pflegekind darf entscheiden, bei welchem Elternteil es leben will | Stand: 18.08.2014

FRAGE: Meine Lebenspartnerin und ich haben zwei Pflegekinder nun haben wir uns getrennt. Kann das Kind mit 15 selbst entscheiden, bei welchem Pflegeelternteil es bleiben will? Er möchte gerne bei mir (Pflegevater...

ANTWORT: Der Kindeswille ist bei einem 15 jährigen Kind das Kriterium. welches in der Praxis den größten Ausschlag dahingehend gibt, wo sein zukünftiger Aufenthalt liegt. Der Wille des Kinde ...weiter lesen

Hauptsacheantrag mit Regelungsinhalt | Stand: 27.11.2013

FRAGE: Mein Sohn (P, 11) lebt bei mir; sein Vater hat vor 6 Jahren die Familie verlassen und lebt seit knapp 2 1/2 Jahren ca. 250km entfernt mit seiner aktuellen "Lebensgefährtin". Ps Schullaufbahn gestalte...

ANTWORT: Ein Antrag auf Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts macht in Ihrem Fall keinen Sinn, da Ihr Sohn P nach übereinstimmenden Elternwillen schon bei Ihnen wohnt und darüber kein Strei ...weiter lesen


Rechtsbeiträge über Sozialrecht / Hartz IV
Interessante Beiträge zu Jugendamt – Träger der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe

Das elterliche Sorgerecht
| Stand: 28.04.2015

Durch die elterliche Sorge sind die Eltern sowohl verpflichtet als auch berechtigt, die körperlichen und geistig-seelischen Belange als auch die wirtschaftlichen Interessen ihres Kindes zu wahren und zu fördern. ...weiter lesen

Die Beistandschaft des Jugendamtes
| Stand: 14.10.2014

Die Beistandschaft des Jugendamtes ist in § 52 a SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfe) geregelt. Wird ein Kind geboren, dessen Eltern nicht miteinander verheiratet sind, so ergeht automatisch und unverzüglich eine ...weiter lesen

Kindesschutzverfahren: Behandlung eines Kindes gegen den Willen der Eltern
| Stand: 18.10.2013

Um das Wohl eines minderjährigen Kindes zu schützen, kann das Jugendamt Eltern das Aufenthaltungsbestimmungsrecht und das Recht zur Gesundheitsfürsorge entziehen. Das hat das Oberlandesgericht Hamm entschieden ...weiter lesen

Eltern dürfen Schulverweigerung ihres Kindes nicht akzeptieren
| Stand: 28.08.2013

Nicht immer hat ein Kind große Lust, in die Schule zu gehen. Nehmen die Eltern das aber hin und schicken es dennoch nicht in die Schule, so hat das Jugendamt das Recht einzugreifen und übernimmt die Regelung ...weiter lesen

Elterngeld für inhaftierte Mutter
Nürnberg (D-AH) - Einer Mutter, die im Gefängnis eine Haftstrafe absitzen muss und deshalb dort auch ihr Kind versorgt, steht während der Inhaftierung kein Elterngeld als zusätzliche staatliche Unterstützung zu ...weiter lesen

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-22
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen
Kontakt zum Autor des Beitrages:
Rechtsanwalt Hanno Hoffmann   |Hier klicken

SEHR GUT
4.5 Sternenbewertungen

20.693 Kundenbewertungen
Bewerten auch Sie den Anwalt
nach dem Gespräch !

   | Stand: 04.07.2018
Ich hatte eine E-Mail Beratung gebucht für Mietrecht und habe dann Kontakt mit der Rechtsanwältin Alexandra Pritzsche gehabt.sie ist sehr kompetent nimmt sich auch viel Zeit und hat auf jede Frage die richtige passende Antwort gehabt ich kann die Rechtsanwältin nur weiter empfehlen ein großes Lob und vielen Dank noch.

   | Stand: 29.06.2018
Frau Kuner hat mich kompetent , sehr freundlich und zuvorkommend beraten. Vielen Dank Frau Kuner!

   | Stand: 28.06.2018
Ich war sehr zufrieden mit der Beratung von Herrn RA Hoffmann, der mir, in einem für mich komplexen Fall, weitergeholfen hat. Ich werde mich wieder an ihn wenden. Herzlichen Dank

Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-22
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen



Wichtige Themen:

Rechtsanwalt für Sozialrecht | Insolvenzrecht | Sozialrecht | Sozialrecht - Hartz IV | Abtreibungskosten | Bekleidungsgeld | Brille | Frauenhaus | Inobhutnahme | Interventionsstelle | Jugendamtsurkunde | Kinderbetreuungskosten | Kindergarten | Kinderheim | Kleidergeld | Tagesmutter | Wochengeld | Kindergartenzuschuss

Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:


ERFOLGSAUSSICHTEN CHECK

Lassen Sie 10 Anwälte urteilen

Lohnt sich ein Anwalt? Lassen Sie das Risiko Ihrer Rechtsangelegenheit von unabhängigen Rechtsanwälten bewerten. ...weiter lesen
Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:

HOMEPAGE TOOLS
NEU und exklusiv für Webmaster

Machen Sie Ihre Website rechtssicher! Mit unseren kostenlosen Homepage-Tools minimieren sie das Risiko einer Abmahnung. Egal ob Impressum, Disclaimer oder AGB. ...weiter lesen
Recht auf Ihrer Website

JURA TICKER

Die neuesten Meldungen auf Ihrer Website
Der Jura-Ticker bietet Ihren Besuchern aktuelle Gerichtsurteile, die stets interessant und leserfreundlich geschrieben sind. Dieser Content ist kostenlos in jede Website integrierbar und wird von uns regelmäßig mit einer neuen Meldung bestückt. Rechtsgebiete, Größe und Farben des Tickers können dabei an den eigenen Internetauftritt angepasst werden.

Anwaltshotline
Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-22
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen


E-Mail Beratung Online-Rechtsberatung per E-Mail. Antwort innerhalb weniger Stunden „schwarz auf weiß“. Jetzt Anfragen