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Gesellschaftsführer zahlt sich als Geschäftsführer selbst Gehalt

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Hanno Hoffmann
Stand: 26.12.2014

Frage:

Im Mai 2014 habe ich eine UG gegründet als alleiniger Gesellschafter.

Ich bin der Geschäftsführer der UG. Dies mache ich im Nebenberuf. Im Hauptberuf arbeite ich zu 70% und bin dort sozialversichert.

Auf Grund der unsicheren Einnahmesituation und einer fehlenden Steuernummer, die ich erst Anfang Dezember erhalten habe, bezahlte ich mich als Geschäftsführer seither nicht. Im November habe ich einen PKW von den Einnahmen der Firma gekauft. Diesen werde ich auch privat nutzen und ab November mit der 1% - Regelung als Lohn/private Einnahme verbuchen. Nach Investitionsabzug des PKW habe ich keinen oder nur wenig Gewinn 2014 gemacht. Muss ich nun als Gesellschafter dem Geschäftsführer Lohn auszahlen? Für jeden Monat des Bestandes der UG? Ist es legal, wenn ich am Ende des Jahres eine Summe auszahle, die Merkmale einer geringfügigen Beschäftigung erfüllt?

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Antwort:

Die Höhe Ihrer Vergütung als Geschäftsführer können Sie frei wählen. Da Sie als Gesellschaftergeschäftsführer in Ihrer speziellen Konstellation keine Sozialabgaben zu leisten haben, bliebe lediglich eine Lohnsteuerlast. Wird das Gehalt oberhalb der Minijobgrenze angesiedelt, fällt jedoch auch hier keine Lohnsteuer an. Insoweit sollte das Gehalt höher als EUR 450,- liegen, um nicht als Minijob qualifiziert zu werden, was zu Schwierigkeiten mit der Knappschaft führen kann.

Die Selbstständigkeit bzw. die Befreiung von der Sozialversicherungspflicht ergibt sich bei Ihnen aus der Höhe Ihrer Beteiligung. Ab einer Beteiligung von 45 % besteht in der Regel keine Sozialversicherungspflicht, so dass hier keiner Regelung bedarf.

Einen Geschäftsführervertrag benötigen Sie in jedem Fall. (Diesen kann ich Ihnen im Rahmen einer erneuten Anfrage erstellen). Diesen müssen Sie auf Verlangen dem Finanzamt vorlegen können.

Hier sollten Sie die Vergütung von über EUR 450,- pro Monat regeln. Weiterhin wäre hier eine Regelung über Tantiemen bzw. eine Erfolgsvergütung aufzunehmen, um hier flexibel auf höhere Gewinne reagieren zu können und diese mit dem Gehalt abzuschöpfen.


Die zulässige Höhe der Tantieme ergibt sich aus der Rechtsprechung des BFH zur Obergrenze der Tantieme eines Geschäftsführers. Danach ist die Tantieme für einen Geschäftsführer einer GmbH oder einer UG nicht mehr angemessen, wenn und soweit diese mehr als 50% des Gewinns der Gesellschaft abschöpft (BFH, 27.04.2000, I R 88/89; BMF vom 01.02.2002, IV A 2-S-2742-4/02, BStBl. I 2002, 219).

Da bei Ihnen für das vergangene Jahr eine regelmäßige Lohnzahlung nicht
mehr möglich ist, könnte man mit einer Zielvereinbarungsprämie oder einer Tantieme für dieses Jahr nach den obigen Richtlinien arbeiten.

Für die Zukunft empfehle ich jedoch eine feste Lohnvereinbarung vertraglich zu vereinbaren.



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