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Arbeit und Beruf
Frage an den Anwalt
16.12.2014

Auswirkungen einer rückwirkend bescheinigten Schwerbehinderung auf das Arbeitsverhältnis

Ich bin durch Stress auf meiner Arbeitsstelle psychisch erkrankt mit Panikattacken und Alkoholmissbrauch. Deswegen erhielt ich von August 2013 bis Dezember 2013 eine viermonatige Reha. Dem Arbeitgeber lag ein Attest der Rehaklinik vor, dass ich aus Gründen der erforderlichen Nachbehandlung vorerst nur im Frühdienst eingesetzt werden sollte. Dieses wurde abgelehnt mit dem Hinweis, falls ich den Spätdienst nicht schaffe, solle ich doch kündigen. Gleichzeitig wurde ich ab diesem Zeitpunkt sowohl von der Filialleiterin als auch von den Kolleginnen gemobbt. Die Filialleiterin hat allen Mitarbeitern von meiner Alkoholkrankheit erzählt und bei der Weihnachtsfeier alle darüber informiert, dass durch meine Reha der krankheitsbedingte Arbeitsausfall drastisch gestiegen sei. Ab März 2014 musste ich dann wieder in psycholgische Behandlung. Eine Versetzung in eine andere Filiale wurde abgelehnt. Da ich keine Chance mehr sah, ein vernünftiges Arbeitsklima zu erlangen, habe ich zum 30.11.2014 gekündigt. Nach meiner Kündigung wurde mir rückwirkend zum 01.06.2014 eine Schwerbehinderung von 50% zugesprochen.
Hat diese Behinderung nachträglich irgenwelche Auswirkungen auf mein Arbeitsverhältnis, kann man eventuell der Kündigung widersprechen? Ich war 23 Jahre bei der Firma beschäftigt, habe bis heute weder eine Bestätigung der Kündigung noch ein Arbeitszeugnis erhalten.

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Author Antwort Rechtsanwalt Hanno Hoffmann
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Den besonderen Kündigungsschutz nach § 85 SGB IX genießt ein Arbeitnehmer, wenn es sich bei ihm um einen schwerbehinderten Menschen nach § 2 Abs.2 SGB IX handelt. Danach sind Menschen schwerbehindert, wenn bei ihnen ein Grad der Behinderung von wenigstens 50 vorliegt. Dies ist bei Ihnen der Fall.

Allerdings betrifft dieser Kündigungsschutz stets nur eine Arbeitgeberkündigung, nicht jedoch eine Kündigung durch den Arbeitnehmer selbst. Dies ergibt sich eindeutig aus dem Gesetzeswortlaut. Dort steht:

§ 85 SGB IX Erfordernis der Zustimmung
Die Kündigung des Arbeitsverhältnisses eines schwerbehinderten Menschen durch den Arbeitgeber bedarf der vorherigen Zustimmung des Integrationsamtes.

Sie haben daher leider keine Möglichkeit gegen Ihre Eigenkündigung noch vorzugehen.

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