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Erbberechtigung vom Vater überträgt sich nicht auf dessen Kinder

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Hanno Hoffmann
Stand: 08.09.2014

Frage:

Thema: Erbfolge nach dem Tod eines von mehreren Schlusserben eines Berliner Testaments.
Meine Mutter und ihr Bruder wurden von deren längst verstorbenem Vater und seiner letzten Ehefrau, also der Stiefmutter, in einem Berliner Testament zu gleichen Teilen als Schlusserben eingesetzt. Der Bruder meiner Mutter ist vor. ca. 5 Jahren verstorben und hat 3 Kinder aus 2 Ehen hinterlassen. Sind die Kinder ihres Bruders nach dem Tod der Stiefmutter erbberechtigt und wenn ja zu welchen Teilen? Wie sollte man im Erbfall praktisch vorgehen?

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Antwort:

Die Kinder Ihres Bruders sind nach meiner Rechtsauffassung als Erben ausgeschlossen und ihre Mutter ist Alleinerbin geworden. Der Erbteil des Bruders ist auf Ihre Mutter angewachsen. So regelt dies § 2094 BGB. Dort steht:

§ 2094
Anwachsung

(1) Sind mehrere Erben in der Weise eingesetzt, dass sie die gesetzliche Erbfolge ausschließen, und fällt einer der Erben vor oder nach dem Eintritt des Erbfalls weg, so wächst dessen Erbteil den übrigen Erben nach dem Verhältnis ihrer Erbteile an. Sind einige der Erben auf einen gemeinschaftlichen Erbteil eingesetzt, so tritt die Anwachsung zunächst unter ihnen ein.

(2) Ist durch die Erbeinsetzung nur über einen Teil der Erbschaft verfügt und findet in Ansehung des übrigen Teils die gesetzliche Erbfolge statt, so tritt die Anwachsung unter den eingesetzten Erben nur ein, soweit sie auf einen gemeinschaftlichen Erbteil eingesetzt sind.

(3) Der Erblasser kann die Anwachsung ausschließen.

Durch das Berliner Testament haben sowohl Vater, wie auch die Stiefmutter entgegen der gesetzlichen Erbfolge verfügt, insbesondere hat die Stiefmutter ihre leibliche Verwandtschaft ganz von der Erbschaft ausgeschlossen. Es ist hier also die gesetzliche Erbfolge außer Kraft gesetzt worden. Da der Bruder vor dem Erbteil als Erbe weggefallen ist, ist sein Erbteil bei der Schwester angewachsen.

Nur wenn die Anwachsung nach Abs. 3 der Vorschrift im Testament ausgeschlossen ist, würden die Kinder des Bruders erben. Hier wäre es so, daß alle 5 Kinder gleichberechtigt sind. Vererbt wird nach Stämmen, also Ihre Mutter ½ und die Kinder ½ der Erbmasse. Die Kinder des Bruders wären in diesem Fall mit je 1/10 am Erbe beteiligt.



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