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Erbverhältnisse beim Hauskauf berücksichtigen

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Hanno Hoffmann
Stand: 01.09.2014

Frage:

Mein Lebensgefährte und ich kaufen uns Eigentum und bringen ungleiche Eigenkapitalanteile ein. Mein Lebensgefährte hat in gerader Linie 2 Kinder, keine Eltern. Bei mir gibt es nur Geschwister. Wir beabsichtigen demnächst zu heiraten. Erbrechtlich sind meine Geschwister bei meinem Tod dann raus und die Kinder meines Lg erben bei dessen Ableben die Hälfte seines Vermögens. Nun habe ich folgende Fragen:


1. Werden bei der Vermögensberechnung auch nach Eheschließung die Anteile getrennt ermittelt unter Berücksichtigung, dass unterschiedliche Eigenkapitalanteile eingebracht wurden? Und geht man nach den entsprechenden Kontoinhabern, oder wird strikt ab Eheschließung Halbe-Halbe gerechnet?


2. Gibt es eine Testamentsform, bei der zunächst der überlebende Ehegatte erbt und für dessen Todesfall bestimmt werden kann, dass das Vermögen getrennte Wege geht, so dass mein Erbteil ggf final auf meine Geschwister und der Erbteil meines Lg auf dessen Kinder über geht (quasi wie Berliner Testament, nur das hier keine gemeinsamen Nachfolger existieren)?

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Antwort:

1. Hier ist zu unterscheiden:

a. Sollte das Haus vor der Eheschließung gekauft werden bringt jeder als Anfangsvermögen die Hälfte des Hauses mit in die Ehe ( bei Erwerb je zur ideellen Hälfte) ein und bei einem Zugewinnausgleich im Falle der Scheidung wird in das Anfangsvermögen jeweils die Haushälfte eingestellt. Sie mit dem größeren Kapitalanteil fahren daher schlechter.

b. Sollte das Haus erst nach der Eheschließung gekauft werden, wird in das Anfangsvermögen im Zugewinnausgleich das vorhandene Kapital eingestellt. Dies ist für Sie die bessere Lösung.

Man kann den Nachteil der ersten Variante damit umgehen, daß unterschiedliche Hausanteile erworben werden. Man kann die Kapitalanteile ins Verhältnis setzen und jeder bekommt Anteile am Haus entsprechend seinem Kapitalanteil. Beispiel: Kapitalanteil Frau 60.000 Kapitalanteil Mann 40.000. Hier bringt die Frau 3/5 des vorhandenen Kapitals ein, so daß sie 3/5 Hausanteile bekommen sollte. Der Mann entsprechend 2/5. Dann würde man im Falle der Ehescheidung beim Zugewinnausgleich zum selben Ergebnis gelangen wie im Fall b.

2. Im Erbfall läßt sich das gewünschte Ergebnis nicht durch ein Berliner Testament erreichen. Wenn der überlebende Ehegatte alles erbt, kann er auch alles ausgeben und für die Kinder bleibt nichts. Es ließe sich jedoch ein gemeinschaftliches Testament errichten in dem der jeweils andere Ehegatte als nichtbefreiter Vorerbe eingesetzt wird und alle Kinder als Nacherben. Bezüglich der Nacherben kann man eine Teilungsanordnung treffen, wie das Erbe nach dem Tode des Letztversterbenden dann aufgeteilt werden soll. So ließe sich ein befriedigendes Ergebnis erzielen.

Gleichzeitig sollten die Kinder einen Pflichtteilsverzicht für den Fall abgeben, daß der jeweilige Elternteil zuerst verstirbt. Ansonsten kann es zu hohen Belastungen für den Überlebenden kommen.



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