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Verlängerung der Bewährung bei länger zurückliegenden Straftaten

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Hanno Hoffmann
Stand: 16.08.2014

Frage:

Zu meiner Person: ich bin 31 Jahre, habe früher Mist gebaut (Betrug) und bin eischläglig vorbestraft. Die letzte Verurteilung war 2012 für 8 Monate auf Bewährung 3 Jahre Bewährungszeit.

Nächstes Jahr ist meine Bewährung vorbei, bei den letzten 2 Verhandlungen wegen älteren Geschichten habe ich 2 Freisprüche bekommen. Ich bin sauber und bleibe es auch.

Meine frage: es gibt noch Sachen aus 2011-2012 mit denen ich jedoch nicht wirklich was zu tun habe, bin auch nicht der Haupttäter, man kann mir höchsten Beihilfe anlasten (Weitergabe von Handynummern, Geld im Auftrag abheben, u.Ä)

Ich habe einen Job und drei Kinder, deswegen habe ich etwas Angst. Können diese Altlasten dazu führen, dass ich in den Knast muss?

Anmerkung:
Die Anklageschrift lautet nicht auf meinen Namen, sondern den der Haupttäterin. Vorgeladen wird jedoch die ganze Familie, mich eingeschlossen.

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Antwort:

Da Sie im derzeitigen Verfahren nicht angeklagt sind, können Sie auch nicht verurteilt werden. Ihnen droht also derzeit unmittelbar keine Gefahr.

Wenn Sie im Strafprozeß gegen die Haupttäterin als Zeuge vernommen werden, müssen Sie auf Fragen, welche Sie belasten könnten nicht antworten. Genauso wenig müssen dies Ihre anderen Familienmitglieder tun.

Sollte gegen Sie ein Strafverfahren eröffnet werden sind Ihre Aussichten auf eine Bewährung sehr gut. Zunächst liegen die Straftaten sehr lange zurück, was sich zu Ihren Gunsten auswirken wird. Sie sind zudem kein Haupttäter. Weiterhin haben sie eine positive Sozialprognose. Diese liegt dann vor, wenn zu erwarten ist, dass der Angeklagte sich allein die Verurteilung zur Warnung dienen lassen und künftig auch ohne die Einwirkung des Strafvollzuges keine Straftaten mehr begehen wird (§ 56 Strafgesetzbuch). Die Tat lag vor Ihrer letzten Verurteilung. Sie haben sich aber seit Ihrer letzten Verurteilung nichts mehr zu schulden lassen kommen und sind ins Berufsleben eingegliedert. Zudem bestehen Bindungen zu den Kindern.

All dies lässt den Schluß zu, daß es nochmals zu einer Bewährungsstrafe kommen wird, falls Sie tatsächlich wegen der alten Geschichte nochmals vor Gericht gestellt werden.

Zudem liegen die Taten vor Ihrer letzten Verurteilung, so daß wahrscheinlich eine Gesamtstrafe gebildet werden müßte. Ihre alte Strafe würde erhöht, die Bewährung aber nicht widerrufen. Dies heißt statt 8 Monate Bewährung 10 Monate auf Bewährung. Dies kann allerdings erst nach der Einsicht in die Prozessakten des neuen Strafprozesses genau ermittelt werden.



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