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Pflegekind darf entscheiden, bei welchem Elternteil es leben will

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Hanno Hoffmann
Stand: 18.08.2014

Frage:

Meine Lebenspartnerin und ich haben zwei Pflegekinder nun haben wir uns getrennt.

Kann das Kind mit 15 selbst entscheiden, bei welchem Pflegeelternteil es bleiben will? Er möchte gerne bei mir (Pflegevater) bleiben, die Pflegemutter ist aber dagegen.

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Antwort:

Der Kindeswille ist bei einem 15 jährigen Kind das Kriterium. welches in der Praxis den größten Ausschlag dahingehend gibt, wo sein zukünftiger Aufenthalt liegt. Der Wille des Kindes ist stets zu berücksichtigen, soweit das mit seinem Wohl vereinbar ist. Voraussetzung hierfür ist, dass das Kind in dem gerichtlichen Verfahren die Möglichkeit erhält, seine persönlichen Beziehungen zu den Eltern erkennbar werden zu lassen.

Das BverfG hat zu diesem Problem mehrfach Stellung bezogen und den Gerichten folgendes an Heim gegeben: „Die Gerichte müssen ihr Verfahren so gestalten, dass sie möglichst zuverlässig die Grundlage einer am Kindeswohl orientierten Entscheidung erkennen können (vgl. BVerfGE 55, 171 {182}). Mit der Kundgabe seines Willens macht das Kind zum einen von seinem Recht zur Selbstbestimmung Gebrauch. Denn jede gerichtliche Lösung eines Konflikts zwischen den Eltern, die sich auf die Zukunft des Kindes auswirkt, muss nicht nur auf das Wohl des Kindes ausgerichtet sein, sondern das Kind auch in seiner Individualität als Grundrechtsträger berücksichtigen, weil die sorgerechtliche Regelung entscheidenden Einfluss auf das weitere Leben des Kindes nimmt und es daher unmittelbar betrifft (vgl. BVerfGE 37, 217 {252}; 55, 171 {179}).“

Diese durch das BverfG aufgestellten Grundsätze machen deutlich, daß gegen den Willen Ihrer Pflegetochter ein Aufenthalt bei der Mutter nicht begründet werden kann und darf. Ich empfehle ihnen daher zunächst sich mit dem Jugendamt in Verbindung zu setzen, um eine außergerichtliche Regelung herbeizuführen. Sollte diese scheitern, empfehle ich Ihnen ein Aufenthaltsbestimmungsverfahren vor dem zuständigen Familiengericht einzuleiten.



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