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Zugewinn von Eheleuten wirkt sich auf Erbmasse aus


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Gerd Finger
Stand: 12.08.2014

Frage:

Zwei Eheleute leben im Rechtsstand der Zugewinngemeinschaft und haben mehrere Immobilien und Eigentumswohnungen während der Ehe erworben. Bei einigen Immobilien steht nur die Frau im Grundbuch (Gründe sind nicht bekannt). Es wurde aber überwiegend vom Geld des Mannes angeschafft.

Haben gemeinsame Kinder im Falle des Todes des Mannes einen Anspruch auf einen Erbteil der Immobilien, bei denen nur die Frau im Grundbuch steht ?

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Antwort:

Auch bei Zugewinngemeinschaft sind und bleiben die Vermögensmassen der Eheleute getrennt.
Vermögen und Schulden des Ehemannes sind und bleiben seins, Vermögen und Schulden der Ehefrau sind und bleiben ihres.


Werden gemeinsame Kreditverträge gemacht, sind beide Eheleute als Gesamtschuldner verpflichtet, wird gemeinsam Eigentum wie z.B. Grundbesitz erworben, sind die Eheleute jeweils zu 50% bzw. in dem im Vertrag vereinbarten Anteil Miteigentümer.

Der wesentliche Unterschied zwischen Zugewinngemeinschaft und Gütertrennung besteht darin, dass im Falle der Ehescheidung die von den Ehepartnern während der Ehe jeweils erworbenen Vermögenswerte - gleich von welchem Geld sie erworben wurden - aufaddiert und geteilt werden.
Vermögen, das geschenkt oder geerbt wurde, gehört dabei allerdings nicht zum Zugewinn.
Bei Tod eines in Zugewinngemeinschaft lebenden Ehepartners erhöht sich der ges etzliche Erbanspruch des überlebenden Ehegatten von 1/4 auf 1/2, es sei denn,der Verstorbene hat ein
Testament mit anderen Bestimmungen errichtet.

Auch bei der Gütertrennung sind und bleiben die Vermögensmassen der Eheleute getrennt,
im Falle der Ehescheidung erfolgt aber kein Zugewinnausgleich. Der gesetzliche Erbanspruch
des überlebenden Egegatten bleibt bei 1/4 und erhöht sich daher nicht um ein weiteres 1/4.

Für Ihre Fragestellung bedeutet dies,dass im Falle Ihres Todes ohne Testament die Kinder
von Ihrem Nachlass - dies ist u.a. Ihr aus dem Grundbuch ersichtlicher Eigentumsanteil an den
verschiedenen Grundbesitzungen - insgesamt 50 % erben, gleichmäßig aufgeteilt auf alle Kinder,
die Ehefrau erbt die übrigen 50 %.

Die Eigentumsanteile der Ehefrau an den gemeinsamen Grundbesitzungen sowie die allein ihr gehörenden Häuser und Wohnungen gehören nicht zu Ihrer (des Ehemannes) Erbmasse, auch wenn diese teils oder vollständig mit Ihrem Geld gekauft wurden, da sie sich im Eigentum der Ehefrau befinden.

Wenn Sie hier eine andere Regelung und einen gewissen Ausgleich zu Gunsten der Kinder
schaffen wollen, wäre an die Errichtung eines Testamentes zu denken, mit dem Sie die Kinder zu Alleinerben machen. In diesem Fall stünde Ihrer Ehefrau gegenüber den Kindern nur der Pflichteilsanspruch in Höhe der Hälfte des gesetzlichen Erbes als Geldanspruch zu.
Nachteil wäre aber, dass die Kinder dann der Mutter eine Geldsumme in Höhe von 1/4 des gesamten Wertes Ihres Nachlasses auszahlen müssten.



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