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Schäden durch Fahrlässigkeit übernimmt die Haftpflichtversicherung

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Hanno Hoffmann
Stand: 12.08.2014

Frage:

Ich habe an einer Theke gestanden (öffentliche Veranstaltung) und habe aus einer Glasflasche getrunken. Die Person neben mir hat sich umgedreht und ist mit seiner Schulter gegen den Flaschenboden der Glasflasche gestoßen. Durch diesen direkten Stoß ist der Flaschenhals gegen meinen rechten Schneidezahn (Implantat) gestoßen. Dabei wurde das Implantat beschädigt.
Nach dem Vorfall hat der Verursacher sein schuldhaftes Handeln erkannt und unter Zeugen bestätigt.

Der Fall wurde daraufhin seiner Haftpflichtversicherung gemeldet.

Reaktion der Haftpflichtversicherung war folgende (einige Ausschnitte aus den Schreiben):
• „Ein rechtswidriges, schuldhaftes Handeln seitens des Versicherungsnehmers ist nicht gegeben.“
• „Der Versicherte konnte nicht sehen, dass Sie gerade aus der Flasche trinken. Ihm ist kein schuldhaftes Verhalten vorzuwerfen. Allein, dass der Versicherte eine Ursache für Ihren Schaden gesetzt hat, führt nicht automatisch dazu, dass dieser auch für den Schaden haftet.“

Ich kann nicht verstehen, dass jemand, der mir einen Schaden zugefügt hat, nicht für die Folgen seines Handeln aufkommen muss und zumindest die Reparaturkosten von 1100 € übernimmt. Während ich nun bereits die Schmerzen, Verdienstausfall und Fahrtkosten übernehmen musste.

Meine Fragen:

• Wie könnte ich weiter vorgehen?
• Welche Chancen habe ich entschädigt zu werden?
• Welche Kosten könnten auf mich noch zukommen, falls der Fall von einem Gericht bearbeitet wird?

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Antwort:

Nach meiner Rechtsauffassung hat hier die Haftpflichtversicherung nicht recht. Die Person, welche den Schaden verursacht hat, hat entgegen der Meinung der Versicherung schuldhaft gehandelt. Schuldhaftes Handeln kann in zwei Begehungsformen geschehen einmal vorsätzlich und einmal fahrlässig. Ein vorsätzliches Handeln des Schädigers liegt hier nicht vor.

Hingegen ist ein fahrlässiges Handeln gegeben. Unter Fahrlässigkeit versteht der Jurist das außer Acht lassen der im Verkehr gebotenen Sorgfalt. Hätte sich der Schädiger zunächst davon überzeugt, daß niemand hinter ihm steht den er beim abrupten Umdrehen anrempeln würde, hätte sich der Vorfall nicht ereignet. Gerade bei öffentlichen Veranstaltungen wo ein besonderes Gedränge herrscht wäre der Schädiger zu einer erhöhten Sorgfalt verpflichtet gewesen.

Die Chancen bei Gericht zu Ihrem Recht zu kommen sind daher auf den ersten Anschein hin recht gut. Sie sollten daher einen Anwalt mit der Durchsetzung Ihrer Rechte beauftragen. Dieser wird zunächst außergerichtlich versuchen die Angelegenheit zu regeln. Die Anwaltskosten sind gleichfalls durch den Schädiger bzw. seine Versicherung zu ersetzen.

Die Kosten bei Gericht werden sich im Verlustfall auf ca. 750 € belaufen.



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