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Erbe im laufenden Scheidungsverfahren


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Gerd Finger
Stand: 15.06.2014

Frage:

Kann während eines laufenden Scheidungsverfahrens der Erbteil der Nochehefrau auf den Pflichtteil reduziert werden oder kann sogar der Pflichtteil versagt werden.

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Antwort:

Haben die Eheleute weder Testament noch Ehevertrag mit testamentarischen Vereinbarungen, gilt die gesetzliche Erbfolge.
Bei Zugewinngemeinschaftbeträgt der gesetzliche Erbanteil 1/2, bei Gütertrennung 1/4 am Nachlass des verstorbenen Ehepartners.
Setzt ein Ehepartner, ohne den anderen zu bedenken,
Dritte zu seinen Alleinerben ein, wird der überlebende Ehepartner enterbt und erhält seinen Pflichtteil in Höhe der Hälfte des o.g. gesetzlichen Erbanteils, auszahlbar durch die Erben in Geld.
Hat ein Ehepartner zugunsten des anderen eine testamentarische Verfügung gemacht, so verliert diese gemäß § 2077 BGB ihre Wirkung mit Rechtshängigkeit des Scheidungsverfahrens.Allerdings müssen zum Zeitpunkt des Todes die Voraussetzungen für die Scheidung der Ehe gegeben sein,insbesondere muss die Trennungszeit erreicht sein.

Liegt kein Testament vor, so verliert der überlebende Ehepartner gemäß § 1933 BGB dennoch sein Erbrecht, wenn auch hier die Voraussetzungen für die Ehescheidung gegeben waren.Ausgeschlossenist in diesen Fällen auch der Anspruch des Ehegatten auf sein Voraus nach § 1932 BGB und auf seinen Pflichtteil.
Ist die Ehescheidung zum Zeitpunkt des Todes des Erblassers mithin begründet, hat der überlebende Ehepartner keine Erbansprüche und keine Pflichtteilsansprüche.
Nach Rechtskraft der Ehescheidung bestehen zwischen den geschiedenen Eheleuten keine Erbrechte mehr.



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